Google Maps Mashup: Homicide Map – wer starb wo?

Google Maps
Ein Google Maps Mashup der geschmacklosen Art hat die Los Angeles Times jetzt auf ihrer Webseite veröffentlicht: Mit dem Homicide Guide kann man sich, grafisch per Diagramm und Maps-Einbindung aufbereitet, ansehen an welchem Ort welche Person und auf welche Art und Weise ermordet worden ist.

Homicide Guide
Die Daten sind nicht nur als Liste, als Diagramm oder als Kartenansicht verfügbar, sondern können auch komplett gefiltert und durchsucht werden. Aus den Daten geht also hervor dass sich 20-29jährige Männer vorallem am Sonntag vor Schusswaffen in acht nehmen sollten…

Erschreckend dass die Karte vor roten Markern nur so strotzt… und dass an fast jedem Tag 5-6 Leute – manchmal noch mehr – in einem einzigen Bundesstaat der USA ermordet werden…

» Homicide Map

[Spiegel Online]


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comment ommentare zur “Google Maps Mashup: Homicide Map – wer starb wo?

  • Was an einer nüchtern gestalteten Infografik über Mordopfer auf Basis von Google Maps „geschmacklos“ sein soll, erschließt sich mir nicht. Im Gegenteil: Über die Probleme einer Stadt und Unterschiede zwischen einzelnen Vierteln sagt so eine Karte bei weitem nicht alles, aber sie ist ein nicht uninteressanter Mosaikstein in der Lokalberichterstattung. Besser ist vielleicht http://chicagocrime.org weil dort nicht nur Mord, sondern Kriminalität generell abgebildet wird (jedenfalls die, die aktenkundig wurde.) Es wäre extrem interessant, so eine Karte mit weiteren Daten zu verknüpfen – z.B. Einkommensangaben, Arbeitslosigkeit – um ggf. Zusammenhänge zu visualisieren.

  • Statistiken mögen ja ganz interessant sein, aber muss man es denn wirklich in dem Ausmaß machen dass sogar die einzelnen Namen öffentlich bekannt gegegeben werden?

  • nur so geht es noch. wir sind alle abgestumpft und gleichgültig! ich werde eine Karte mit Opfern, Mobbern und etc .pp. erstellen.

    macdet
    — hartz iv muss man sich leisten können —

  • Zunächst: Die vollständigen Namen werden nicht von der Los Angeles Times bekanntgegeben, sondern von der Polizei. Beispiel:

    http://www.lapdonline.org/newsroom/news_view/35971

    Es ist also müßig, über die Nennung der Namen zu philosophieren – sie sind grundsätzlich bekannt, online und man kann sie googeln. Daneben ist ja Ziel des Projekts, die Opfer (!) nicht nur als bloße Nummer in der Statistik in Vergessenheit geraten zu lassen, sondern ihnen ein Gesicht zu geben.

    Noch ein Grund, warum, die Namen wichtig sind: Rund um das Homicide Report Blog (zu dem die Map gehört) gibt es immer wieder Kommentar-Threads, in denen Bekannte, Freunde und Hinterbliebene sich über das Mordopfer austauschen, auch die Umstände der Tat diskutieren. Beispiel:

    http://latimesblogs.latimes.com/homicidereport/2007/08/monrovia-homici.html

    Wie soll das ernsthaft ohne die – sowieso bekannten – Namen funktionieren?

  • In USA sind diese Angaben sehr wichtig um zu entscheiden ob man in ein Wohngebiet zieht oder nicht.
    Makler verknüpfen diese Infos mit Einkommens- und Bildungsstatistiken. Ausserdem werden Schulen und andere Einrichtungen aufgeführt. Die Polizei hat Webseiten mit genauen Angaben darüber wo welche Straftaten verübt wurden.
    Interessant ist, das Städte mit extremer Kriminalität wie Baltimore nur die Hälfte der Straftaten von Köln aufweisen. ( Bezogen auf Einwohner) doch die Qualität ist eine Andere. So ist die Mordrate 40-fach höher.
    Da versteht man diese Karten besser.

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