Bericht: Google tritt auf die Kostenbremse – weniger Neueinstellungen & schärfere Regeln für Ausgaben

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Seit der Gründung des Unternehmens legt Google Jahr für Jahr ein Wachstum hin, ohne bisher eine Periode der Rezession gehabt zu haben. Doch natürlich ist auch dem Wachstum irgendwann eine Grenze gesetzt, und in den letzten Jahren mehren sich die Anzeichen dafür, dass Google langsam aber sicher in diese Gefilde vorgedrungen ist. Die neue Finanzchefin Ruth Porat tritt daher nun auf die Kostenbremse und wird die Ausgaben in Zukunft deutlich strenger kontrollieren als bisher – dadurch ist es auch zu einer Verlangsamung bei den Neueinstellungen gekommen.


Der abgetretene Finanzchef Patrick Pichette muss mit dem Blick auf Googles Finanzzahlen einiges richtig gemacht haben, denn die Barreserven des Unternehmens haben sich Jahr für Jahr gesteigert und liegen mittlerweile bei mehr als 66 Milliarden Dollar – aber dennoch soll nun erst einmal Schluss damit sein, das Geld mit vollen Händen auszugeben. Wie das Wall Street Journal erfahren haben will, werden die Ausgaben nun deutlich schärfer kontrolliert und nur noch in angemessenem Umfang auch bewilligt.

Ruth Porat

Wer schon einmal in einem größeren Unternehmen für ein Projekt zuständig war, der weiß wie schwer es ist an frisches Budget zu kommen und wie viel Überzeugungsarbeit für eine Aufstockung notwendig ist. Doch offenbar war dies bei Google in der Vergangenheit nicht ganz so schwer und der Geldspeicher stand jedem Projektleiter offen – zumindest könnte man diesen Eindruck bekommen. Nach dem Antritt von Porat werden nun zumindest die internen Wege länger um an solches Kapital zu kommen. Ab sofort sollen Ausgaben für Events, Reisen und die gesamten Projektbudgets deutlich strenger überwacht und auch schon mal gekürzt werden.

Außerdem ist die Kurve der Neueinstellungen schon im vergangenen Jahr nach unten gesunken. Im 1. Quartal 2015 wurden „nur“ 1.819 neue Mitarbeiter eingestellt, was weit unter dem Durchschnitt von 2.435 Mitarbeitern pro Quartal liegt. Je nach Priorität eines Projekts bestimmt nun die Führungsetage, welche Abteilung Personal einstellen darf und welche nicht. Dennoch ist Google natürlich weit davon entfernt Jobs abzubauen, das betont auch das WSJ. Doch eine etwas straffere Organisation scheint nun nach Jahren des gigantischen Wachstsums angesagt zu sein, um am Ende immer noch ein Dickes Plus im Vergleich zum Vorjahr unter dem Strich zu haben.



Google is a long way from cutting jobs and the company is still growing. But the scrutiny on expenses is a significant change for a company that long favored expansion and experimentation over bottom-line concerns.
 
“Google is taking the foot off the gas,” said Carlos Kirjner, an analyst at Bernstein Research. “I don’t think the company has fundamentally changed its philosophy or approach. It has just adjusted.”

Dass die Kostenbremse wohl auch dringend notwendig ist und keinen Aufschub duldet, zeigt auch das Wachstum der letzten Quartale: Im Jahr 2011 ist der Gewinn noch um 29% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Im Jahr 2012 waren es 22%, 2013 nur noch 21% und im vergangenen Jahr 2014 sogar nur noch 19%. Zwar ist man noch weit von einem Stillstand entfernt, aber die Tendenz gibt natürlich Grund zur Sorge – und in der Vergangenheit waren die Anleger von Google stets sehr positive Zahlen gewohnt. Einen weiteren Einbruch des Wachstums, auch wenn dieser irgendwann unvermeidlich ist, dürften sie wohl nicht so einfach schlucken.

Bei der eigenen Geldbörse spart Ruth Porat im Übrigen nicht, sie hat sich ihren Antritt mit 65 Millionen Dollar schon jetzt gut entlohnen lassen.

[9to5Google]



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comment Ein Kommentar zu “Bericht: Google tritt auf die Kostenbremse – weniger Neueinstellungen & schärfere Regeln für Ausgaben

  • Blödsinn.

    Eric Schmidt selbst hat erst letztes Jahr gesagt, dass der Einstellungsstop während der letzten Rezession Google mehr geschadet als geholfen hat und sie daher nicht an Neueinstellungen sparen werden.

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