„No, Google Plus is not dead.“ – Bradley Horowitz spricht über Google+ & Google Photos

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Seit Monaten überschlagen sich Artikel überall im Web, dass das Netzwerk Google+ mausetot ist und schon sehr bald eingestellt wird – und an dieser Situation ist Google selbst auch nicht ganz unschuldig. Doch tatsächlich ist Google gerade dabei, sein Netzwerk umzukrempeln und wieder auf Schiene zu bringen. In einem Interview hat der neue Google+ Chef Bradley Horowitz über den aktuellen Status des Netzwerks und auch über das neue Google Photos gesprochen.


Im vergangenen Jahr ist Google+ erst der Produktchef Vic Gundotra und anschließend der Antrieb verloren gegangen. Das ganze Jahr über konnte man als Nutzer das Gefühl haben, dass die Entwicklung komplett gestoppt wurde und die mehr als tausend Mitarbeiter alle nichts mehr zu tun haben. Das hat dazu geführt dass es zu ständigen Spekulationen um das Ende von Google+ kam und sich die Nutzer so gegenseitig demotivieren das Netzwerk weiter zu nutzen. Doch mit Horowitz an der Spitze geht es nun wieder Aufwärts und die Entwicklung geht weiter.

bradley horowitz

In einem Interview mit Medium Backchannel hat Horowitz nun einige interessante Aussagen sowohl über Google+ als auch über Google Photos gemacht. Da er bei beiden Produkten an der Spitze steht, wird er die Ausrichtung beider Produkte in Zukunft stark mitprägen.

Google+
Über die genaue Zukunft von Google+ wollte und durfte sich Horowitz natürlich nicht äußern, er gab aber zu Bedenken dass das Netzwerk noch lange nicht Tod ist und derzeit wieder sehr viel lebendiger ist als noch vor einiger Zeit.

No, Google Plus is not dead. In fact, it’s got more signs of life than it’s had in some time.

Auf die Frage, ob man die Bezeichnung „Google+“ auch in Zukunft verwenden wird, hat Horowitz nur ausweichend geantwortet. Er sieht keinen Sinn darin den Namen zu ändern, wollte dies aber auch nicht dementieren. Tatsächlich kommt selbst in Horowitz Jobbeschreibung die Bezeichnung „Google+“ nicht vor, sondern „Stream“. Das könnte daraufhin deuten, dass die Bezeichnung „Google+“ möglicherweise doch zur Disposition steht – denn immerhin ist die Bezeichnung in den letzten Tagen sowohl aus dem Nutzerprofil als auch aus der Linkbar verschwunden.



We’re also moving aside the things that either belong as independent products, like photos, or eliminating things that we think aren’t working.

Über die genaue Zukunft wollte sich Horowitz nicht äußern, doch er hat durch einen kräftigen Wink mit dem Zaunpfahl mitgeteilt, dass es große Änderungen geben könnte. Dinge die nicht funktionieren werden eingestellt, wie etwa das Circle Sharing und Ripples. Andere Dinge hingegen sollen bestärkt oder verändert werden. Man möchte die erfolgreichen und beliebten Dinge weiter herausarbeiten. Ob die kürzliche Änderung der Nutzungsbedingungen schon dazu gehört ist zumindest sehr wahrscheinlich.

As opposed to sticking to strategies of years ago, we’re actually adapting to how the product is successful in market and doubling-down on that.

Google Photos
google photos
Auch über das erst vor wenigen Tagen gestartete Google Photos hat sich Horowitz in dem Interview geäußert. Da er selbst damals bei der flickr-Übernahme durch Yahoo! dabei war, hat er sich schon seit sehr langer Zeit mit dem Thema Fotos auseinander gesetzt. Er beschreibt das neue Angebot als „GMail für Fotos“ und Google hat es auch genau so positioniert und wird diese Position auch in Zukunft stärken. Obwohl es mittlerweile schon der dritte Anlauf von Google beim Thema Fotos ist, ist dies das erste mal dass man ein eigenständiges Produkt entwickelt hat. Die Web Albums waren nur eine Art Onlinespeicher für Picasa und Google+ Photos war nur die Fotoverwaltung von Google+

Google’s been into photos for a long time, but this is the first time we have launched a standalone product built from the ground up

Über zukünftige Funktionen von Google Photos wollte sich Horowitz noch nicht äußern, gab aber schon einen kleinen Ausblick in das was uns in Zukunft erwarten könnte: Durch die intelligente Fotoerkennung kann Google seinen Nutzern noch besser kennen lernen und auch diese Daten für andere Dienste wie etwa Google Now nutzen. Zwar betonte er dass es jetzt noch nicht soweit ist, aber wenn die Überlegungen schon einmal im Raum sind dann wird eine Umsetzung auch nicht mehr lange auf sich warten lassen.

But if I thought we could return immense value to the users based on this data I’m sure we would consider doing that. For instance, if it were possible for Google Photos to figure out that I have a Tesla, and Tesla wanted to alert me to a recall, that would be a service that we would consider offering, with appropriate controls and disclosure to the user. Google Now is a great example.

In dem Interview äußert er sich auch noch über einige weitere Punkte rund um Google+ und die Google Photos. Durchaus sehr lesenswert, ist auch nicht all zu lang. Und vielleicht entdeckt man ja zwischen den Zeilen noch einige weitere Hinweise auf die Zukunft 😉

» Interview bei Medium



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