Start am Montag: 23andme will euer Erbgut

23andme
Am Montag wird die Biotech-Firma 23andme offiziell an den Start gehen und ihr erstes Produkt vorstellen. Das wäre nicht sonderlich spannend, wenn da nicht 3 kleine Details wären: Erstens wurde die Firma von Sergey Brins Frau Anne Wojcicki gegründet, zweitens hat sich Google mit 2,9 Mio. Dollar an der Firma beteiligt und drittens möchte die Firma euer Erbgut…

Für 999$ bekommt man ein kleines Set zugeliefert mit dem man von sich selbst eine kleine DNA-Probe nehmen und diese wieder an 23andme zurückschicken kann. Wenige Wochen später bekommt man eine detailierte Auflistung aller Informationen die man nach dem derzeitigen Wissensstand aus dieser DNA herausziehen kann. So können ganz nebenbei Krankheiten entdeckt werden die nicht ausgebrochen sind oder andere erbliche Fehlinformationen bzw. auch Informationen aus der genetischen Vergangenheit.

Nun, das mag anfangs ein relativ interessantes Angebot sein. Allerdings muss man sich fragen ob das ganze wirklich mit 999$ finanziert werden kann – zumal es mit der einen Untersuchung ja nicht getan ist. Bei jeder neuen Entschlüsselung des Erbgutes können wieder neue Informationen gewonnen werden die der Kunde dann völlig kostenlos bekommt.

Außerdem ist dabei natürlich nicht zu vergessen dass Google – die Firma die jede Information der Welt archivieren möchte – mit knapp 3 Mio. Dollar an der Firma beteiligt ist – was ein nicht zu unterschätzender Prozentsatz sein dürfte. Möglicherweise wird Google also an diese Informationen herankommen und diese eventuell sogar mit den eigenen Nutzerdaten verbinden. Eine Anbindung an Google Health wäre denkbar…

Wir dürfen also auf Montag gespannt sein… Bleibt die Frage wieviele Menschen dazu bereit sind einer privaten Firma ihr Erbgut zur Verfügung zu stellen. Und noch interessanter wird es, wenn Google sich einen höheren Prozentsatz der Firma sichert und auch dieses Angebot wieder kostenlos zur Verfügung stellt…

» 23andme

[TechCrunch]



comment ommentare zur “Start am Montag: 23andme will euer Erbgut

  • Ich hätte kein problem damit wenn man sich auf googles slogan 100%tig verlaqssen könnte aber ansonsten is mir das zu intim wer weiß was die damit machen ich geb meien dna ab und morgen krieg ich medikamentenwerbung für hämmoridenvorbeugung

  • Meine Angst besteht immer darin, dass morgen meine DNA an einem Mordschauplatz gefunden wird und natürlich 23andme meine Identität dazu einreichen kann!
    Schlimmer noch: Google kann sogar nachweisen, dass ich mich zur Tatzeit in der Stadt befunden habe, weil ich mich ja bei Gmail eingeloggt hatte.

    Somit wäre ich ein perfektes Opfer für einen Google-Mitarbeiter, der nur zufällig ein Opfer für die Verschleierung seiner Taten braucht.

    Die Frage ist ganz einfach! Wer hat Zugriff auf sämtliche Informationen und welcher Missbrauch kann damit betrieben werden.
    Meine Angst liegt weniger darin, was Google selbst mit den Daten anstellen wird…

  • Zitat:
    Bleibt die Frage wieviele Menschen dazu bereit sind einer privaten Firma ihr Erbgut zur Verfügung zu stellen.

    Bleibt die Frage wieviele Menschen dazu bereit sind einer staatlichen Firma ihr Erbgut zur Verfügung zu stellen.

  • Das lässt ja einige wilde Zukunftsvisionen entstehen. Ich glaube nähmlich, dass Google zahllose Features in der Pipeline hat, die nur darauf warten, bis die Zeit reif wird. (z.B. bis Persönlichkeitsschutz, Urheberrecht oder die Menschenrecht gelockert werden.)

  • @hjghj:
    ich glaube dass die meisten Menschen mehr Vertrauen in staatliche Unternehmen haben als in private.

  • Könnte man nicht mit diesem System auch das Erbgut anderer Leute untersuchen lassen? Damit öffnet die Firma schlimmsten Persönlichkeitsverletzungen Tor und Tür.

  • Wow! „Krankheiten entdeckt werden die nicht ausgebrochen sind“. Und Google weiss die natürlich alle und demnächst können Krankenkassen und Versicherungen online danach suchen und Deine Nachbarn auch, damit siw wissen ob die nicht zufällig AIDS hast. Schöne neue Welt Gattaca.

  • tb303:
    Wo du Recht hast hast du Recht.. ist wirklich fast schon erschreckend. Aber irgendwie schafft es Google immer wieder bei all diesen Dingen die Vorteile für _MICH_ herauszukehren so dass ich am Ende von Dingen begeistert bin die ich früher auch verteufelt hätte…

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