Smart Lock statt Schlüsselbund: Risiken, Kostenfallen und sinnvolle Absicherung

Digitale Türschlösser versprechen viel Komfort. Smartphone oder Smartwatch ersetzen den klassischen Schlüssel, Zugänge lassen sich komfortabel per App vergeben und verlorene Schlüssel gehören der Vergangenheit an. Technisch ist das alles inzwischen sehr ausgereift. Bluetooth, WLAN oder Thread statt umständlicher Schlüsselanhänger, Schloss und Endgerät kommen zusammen. Eine Frage bleibt jedoch: Was passiert, wenn Technik nicht funktioniert oder falsch konfiguriert ist?

Verbindungstechniken und ihre Schwachstellen

Bevor man sich völlig auf digitale Lösungen verlässt, sollte man sich auch dem klassischen Notfallszenario widmen. Wenn das System nicht reagiert oder der Zugang versperrt ist, ist schnell die Frage da: Was kostet ein Schlüsseldienst in Berlin? Diese Kostenfrage gehört zur realistischen Planung eines Smart Lock Systems dazu, denn jede Technologie braucht ein Backup.

Die meisten Systeme arbeiten über Bluetooth Low Energy. Das Schloss kommuniziert direkt mit dem Smartphone, wenn dieses in Reichweite ist. Wieder andere nutzen WLAN oder einen Bridge Hub, der das Schloss mit dem Internet verbindet. Die neuen Geräte setzen auf Thread oder Matter, um ins Smart Home Ökosystem aufgenommen zu werden.
Jede dieser Lösungen hat ihre eigenen Abhängigkeiten. Bluetooth verlangt ein laufendes Endgerät mit genügend Akku, WLAN Systeme brauchen eine funktionierende Internetverbindung, Cloud Authentifizierung kann bei Serverproblemen nicht mehr verwendet werden und Bridge Lösungen vergrößern die Angriffsfläche im Heimnetzwerk.
Technisch relevant ist die Authentifizierung. Die modernen Schlösser kommunizieren verschlüsselt und nutzen digitale Schlüssel, die lokal oder serverseitig verwaltet werden. Das Smartphone bleibt jedoch ein Klotz am Bein. Ein geklautes Gerät oder schwach gewählte Zugangsdaten drücken das Sicherheitsniveau empfindlich.


Akku leer, Handy weg, Cloud tot

Das häufigste Problem ist nicht der Hackerangriff, sondern ein leerer Akku. Wenn es an Energie mangelt, sei es wegen dem Schloss oder dem Smartphone, so muss wenigstens eines dieser beiden Elemente zuverlässig mit Strom versorgt sein. Die meisten Smart Locks haben über externe Kontakte eine Notstromversorgung. Wer hiervon nichts weiß oder keine passende Batterie zur Hand hat, kann trotz digitaler Vernetzung vor verschlossener Tür stehen.

Ein solches Szenario tritt auch beim Verlorengehen des Smartphones auf. Digitale Schlüssel lassen sich in aller Regel weitgehend remote sperren, wenn man denn Zugriff auf das Benutzerkonto hat. Deshalb sind starkes Passwort und Zwei-Faktor-Authentifizierung auch keine Zusatzfunktion, sondern Sicherheitsstandard.
Damit ist man auch schon beim nächsten Problem, den Serverausfällen. Systeme, die von Cloud Diensten stark abhängen und unbedingt einen lokalen Offline Modus haben sollten. Fehlt der, ist man voll und ganz von externer Infrastruktur abhängig.

Digitale Berechtigungen richtig verwalten

Einer der großen Vorteile von Smart Locks ist die flexible Rechtevergabe. Zeitlich begrenzte Zugänge für Gäste oder Handwerksdienstleister sind schnell eingerichtet. Technisch betrachtet handelt es sich hier um ein kleines Berechtigungssystem. Rechte werden kreiert, zugeordnet und entzogen.

Kollateralschäden sind hier oft die fehlende Pflege. Alte Gastkonten leben munter weiter. Zugangsdaten werden nicht gelöscht. Nutzer, die digitale Türsysteme verwenden, sollten regelmäßig prüfen, welche Berechtigungen bestehen. Ein Überblick über die Struktur der Berechtigungen verringert die Gefahr von Sicherheitslücken.


Backup Strategien und realistische Planung

Ein Smart Lock ersetzt den Schlüssel, aber nicht die Verantwortung für den Zugang. Gute Absicherung besteht aus drei Ebenen.
Erstens technische Redundanz. Gibt es eine Notstromversorgung, braucht man gegebenenfalls einen physischen Ersatzschlüssel oder entscheidet sich für ein Schloss mit mechanischem Zylinder.
Zweitens digitale Hygiene. Firmware Updates einspielen, starkes Passwort verwenden, Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren und die Geräte regelmäßig überprüfen.
Drittens organisatorische Vorsorge. Klare Regelung zur Zugangsvergabe, sofortige Deaktivierung bei Wohnungswechsel oder Verlust des Gerätes und ein realistisch-pragmatischer Sinn für Notfallkosten.



Teile diesen Artikel:

Facebook twitter Pocket Pocket

Artikel kann bezahlte Werbelinks und Anzeigen enthalten.