Google Chrome 100: Kommende Version könnte einige Webseiten unbenutzbar machen; Y2K-Bug Reloaded

chrome 

Der Release-Zyklus von Google Chrome wurde kürzlich beschleunigt, sodass der Browser schon Ende März 2022 die Version 100 erreichen wird – rein symbolisch ein echter Meilenstein. Doch dieser Release könnte auch dafür sorgen, dass manche Webseiten nicht mehr funktionieren und die Nutzer vollständig aussperren. Man könnte es als eine Art Jahr 2000-Problem beschreiben, das langfristig tiefgreifende Änderungen mit sich bringen kann.


chrome logo swoosh

Mittlerweile alle vier Wochen gibt es einen neuen Chrome-Release und planmäßig wird am 29. März 2022 Google Chrome 100 veröffentlicht. Damit springt die Versionsnummer von einer zweistelligen zur dreistelligen Zahl – was gerade in der Welt der Algorithmen ein ernsthaftes Problem sein kann. Google ist dieses Problem schon seit längerer Zeit bekannt, doch weil die Zeit bis zu diesem Release rast, sucht man nun dringend nach Lösungen.

Worum gehts?
Konkret geht es um einige Webseiten-Baukästen oder weitverbreitete CMS, die automatisiert einige Details zum Browser abfragen und darauf reagieren. Namentlich nennt man Duda und Yell Business, aber es dürften noch weitere betroffen sein. Diese werten den vom Browser versendeten User Agent String aus, der unter anderem die genaue Browserversion enthält. Ein solcher String ist heute recht unübersichtlich aufgebaut und könnte so aussehen:

Mozilla/5.0 (Windows NT 10.0; Win64; x64) AppleWebKit/537.36 (KHTML, like Gecko) Chrome/96.0.4664.45 Safari/537.36

Weil sich die CMS normalerweise nur für die Browserversion interessieren, parsen sie den Inhalt und lesen lediglich den Browsernamen und dessen Version heraus. Bei Duda und Yell ruft man dafür allerdings nur die folgenden zwei Ziffern hinter dem Namen ab. Bis Chrome 99 kein Problem, aber aus Chrome 100 würde dann für deren Algorithmen plötzlich Chrome 10 werden. Boom.




Chrome 10 ist natürlich ein uralter Release, der von den Webseiten nicht mehr unterstützt wird, sodass diese den Nutzer aussperren. Obwohl man spätestens seit dem damaligen Jahr 2000-Problem auf so etwas achten und vorausschauend entwickeln sollte, ist das nicht passiert. Nun hat Google die Möglichkeit, viele Webmaster mit diesem Problem zu kontaktieren oder das Problem direkt im Browser zu lösen – was aber gar nicht so einfach ist, ohne unabsichtlich andere Webseiten in den Abgrund zu reißen.

Ein Flag im Browser beschreibt eine einfache Lösung: Man stoppt den Zähler bei Chrome 99 und schreibt die tatsächliche Major-Version hinter den Punkt. Dadurch fiele die ohnehin uninteressante Minor-Version unter den Tisch. Temporär wäre das sicherlich eine Lösung, aber langfristig sehe ich da schon neue Probleme am Horizont, denn auch ein Chrome 99 wird irgendwann veraltet sein. Man kann auf keinen Fall von einer sauberen Lösung sprechen.

Bereinigung des User Agent Strings?
Lest euch einmal diesen Beitrag zur Geschichte des User Agent String durch. Ein Wahnsinn. Vielleicht sollte man das kommende Problem zum Anlass nehmen, diesen String komplett zu überdenken. Anders aufbauen, anders umsetzen und die vielen Zusatzdetails weglassen. Das ist allerdings eine sehr große Sache, die man wohl über Jahre vorbereiten müsste. Aber wenn es einen Anstoß dazu gäbe, dann jetzt…

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[9to5Google]


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