Bing Intelligent Search: Auch Microsofts Suchmaschine wandelt sich zur Antwortmaschine (Video)

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Die großen Suchmaschinen können immer mehr direkte Fragen der Nutzer direkt mit Fakten beantworten und müssen ihn nicht mehr nur an die 10 blauen Links verweisen. Das ist bei Bing nicht anders als bei Google, geht dort nun aber noch einen gehörigen Schritt weiter. Mit den neuen Intelligent Answers bekommt der Nutzer eine aus vielen Quellen aufbereitete Antwort und kann sich den Klick auf die Suchergebnisse somit ersparen.


Viele Webseiten generieren den Großteil ihres Traffics über Suchmaschinen. Davon wiederum stammt der Großteil direkt von Google, aber auch der 9 Prozent Marktanteil von Bing ist nicht zu unterschätzen. In Zukunft dürfte es aber für Webseiten immer schwerer werden, denn mit zunehmender Intelligenz werden die Suchmaschinen allwissender und können den Nutzern direkt alle Fragen beantworten, ohne sie an die Webseiten zu verlieren.

bing intelligent search

Microsoft hat nun ein neues Feature für die US-Version der Websuche angekündigt, dass vielen Webmastern gar nicht schmecken dürfte: Mit den Intelligent Answers bekommt der Nutzer eine ganze Sammlung von Fakten und Informationen direkt über den Suchergebnissen angezeigt, so wie das auf obigem Screenshot sehr gut ersichtlich ist. Diese Informationen stammen nicht mehr nur aus einer Quelle oder direkt aus Wikipedia, sondern sind aus vielen Webseiten zusammengesetzt.

Wie auf dem Screenshot zu sehen ist, können diese Informationen so umfangreich sein, dass die eigentlichen Suchergebnisse gar nicht mehr zu sehen sind und nur noch unter ferner liefen auftauchen. Gibt es erklärungsbedürftige Begriffe, sollen sie ebenfalls direkt von Bing definiert werden. Dazu muss der Nutzer nur mit dem Cursor über den Begriff fahren und erhält eine kurze Erklärung aus der Wikipedia.

Insgesamt verwandelt sich Bing damit in ein Informationsportal und hat mit der reinen Suchmaschine nicht mehr viel zu tun. Das ist schön und praktisch für die Nutzer, aber ein Albtraum für jeden Webmaster, der nur noch zum Content-Lieferanten degradiert und dafür nicht einmal entlohnt wird.



Auch Google neigt immer mehr dazu, dem Nutzer direkt per Onebox und Knowledge Graph zu antworten und diese Info-Sammlungen immer umfangreicher zu gestalten. Erst vor kurzem hat man auch den ersten Schritt dahin getan, gar keine Suchergebnisse mehr anzuzeigen. Noch hat das ganze keine „bedrohlichen Ausmaße“ angenommen, aber ein solcher Wandel von der Suchmaschine zur Antwortmaschine geschieht natürlich nicht von heute auf morgen.

Ab einem bestimmten Ausmaß können solche Features auch zu einem sehr großen Problem werden. Wenn immer weniger Nutzer von den Suchmaschinen auf die Webseiten weitergeleitet werden, wird es auch weniger Webseiten bzw. Informationen im Web geben. Und dann schneiden sich diese Antwortmaschinen ins eigene Fleisch, da sie die Informationslieferanten verlieren. Und selbst für Institutionen wie Wikipedia sind sie, bis auf Google, noch nicht einmal bereit, dafür zu zahlen.

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comment 1 Kommentare zum Thema "Bing Intelligent Search: Auch Microsofts Suchmaschine wandelt sich zur Antwortmaschine (Video)"

  • Interessanter Gedanke, dass wenn Google und Bing den Besuch auf der Webseite, durch direkte Antworten in der Suche, unnötig machen sie die Quelle der direkten Antworten damit abtöten. Den Gedanken finde ich richtig. Vielleicht ist das aktuelle System der Informaionsbeschaffung von Verbrauchern durch das besuchen Websites ein Auslaufmodell. Ich stelle mir vor, dass es stattdessen eine Art Wikipedia/Datenbank gibt aus der die Suchmaschinen (z.B. Google) Informationen beziehen und aufbereiten. Die Autoren dieser Wikipedia, potentiell jeder der Lust hat mitzuwirken, werden dabei entlohnt mithilfe eines Bewertungssystems der eingepflegten Informationen. Je höher die Qualität der Autoreninformation, desto höher die Bezahlung. Neben dieser Datenbank könnten die Suchmaschinen auch noch Informationen aus den eingescannten Büchern beziehen.

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