Spionage per Ultraschall: Mehrere Hundert Android-Apps im Play Store nutzen diese Möglichkeit

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Dass man im Internet auf Schritt und Tritt ausspioniert und im schlimmsten Fall ständig überwacht wird ist bekannt und dürfte kaum noch jemanden überraschen. Doch dass das ganze in Verbindung mit einem Smartphone auch Offline geht – und auch aktiv angewendet wird – zeigt nun eine neue Studie. Diese besagt dass immer mehr Apps auf Signale von Ultraschall-Beacons reagieren und so den Nutzer sehr einfach und unbemerkt ausspionieren können.


Je nachdem in welcher Gegend man wohnt und wie häufig man unterwegs ist, wird jeder Mensch praktisch ständig und unbemerkt überwacht. An jeder Ecke und im ÖPNV hängen Kameras und erfassen alle Menschen. Doch diese Überwachungen sind großteils noch „anonym“ und lassen keinen Rückschluss auf die Identität der Person zu. Doch durch die Smartphones in den Taschen lässt sich das ändern, und das funktioniert sogar relativ leicht und erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

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Wie eine Studie jetzt herausgefunden hat, setzen immer mehr Apps auf die Identifizierung des Nutzers durch Ultraschall. Während im Vorjahr noch sechs Apps auf diese Möglichkeit gesetzt haben, wurden in diesem Jahr schon ganze 234 Android-Apps im Play Store entdeckt die über eine entsprechende API verfügen. Dieser extrem sprunghafte Anstieg dürfte vor allem dadurch begründet sein, dass die meisten Menschen diese Methode noch nicht kennen und so die potenzielle Gefahr der Spionage nicht sehen.

Und so funktioniert das ganze: In Geschäften hängen Beacons die für Menschen unhörbare Ultraschall-Signale aussenden. Die empfindlichen Mikrofone in den Smartphones können diese aber sehr wohl hören und darauf reagieren. Apps können anhand dieser Signale bestimmte Informationen erkennen, und das ganze ohne dass der Nutzer das mitbekommt. So kann eine App etwa erkennen wann ein Nutzer ein bestimmtes Geschäft betritt, ohne dass auf GPS oder andere Möglichkeiten zur Ortung zurückgegriffen werden muss.

Das ganze funktioniert aber auch über das Fernsehen, so dass sich entsprechende auf dem Smartphone installierte Apps ganz einfach per Werbespot kapern lassen.



In dem Dokument zur Studie gibt es leider keine Liste von Apps, beispielhaft wird aber die McDonalds-App erwähnt. Offenbar setzt die Fast-Food-Kette also die Möglichkeit ein, stets zu erkennen wann ein Kunde eine Filiale betritt. Da die App vermutlich auf vielen Smartphones der Stammgäste installiert ist, kann diese so sehr leicht feststellen in welchem Restaurant sich der Nutzer aufhält, wann er es betritt und auch wann er es wieder verlässt.

Natürlich muss sich aber auch der ausspionierte Nutzer selbst fragen, warum er einer App den Zugriff auf das Mikrofon erlaubt, wenn diese es für den normalen Einsatz eigentlich nicht benötigt.

Zur Zeit soll diese Methode vor allem in den USA zum Einsatz kommen, in Europa ist noch kein Fall bekannt. Doch das kann sich natürlich sehr schnell ändern, wenn sich die Möglichkeiten erst einmal herumsprechen. Prinzipiell muss diese Technologie aber nicht schlecht sein, denn natürlich kann es auch dem Kunden nutzen und ihm passende Angebote vorschlagen oder eine Navigationshilfe innerhalb des Geschäfts anbieten – die Möglichkeiten sind vielfältig und am Ende können beide Seiten profitieren.

» Die Studie

[WinFuture]


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