Google Cloud Platform: Vierfacher Blitzeinschlag in belgischem Rechenzentrum sorgte für Datenverlust

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Googles Rechenzentren rund um die Welt sind wahre Festungen und werden gegen alle möglichen Gefahren von Innen und Außen geschützt, doch gegen die Natur ist man natürlich machtlos: Normalerweise sind die Rechenzentren selbst gegen Blitzeinschläge und damit verbundenen kurzen aber heftigen Schwankungen der Stromspannung geschützt, aber im jetzt geschehenen Vorfall konnten auch diese Systeme nichts mehr ausrichten. In einem Rechenzentrum in Belgien hat kurz nacheinander vier mal der Blitz eingeschlagen, woraufhin es in dem Rechenzentrum zu einem unwiderbringlichen Datenverlust gekommen ist.


Am 13. August gab es innerhalb weniger Sekunden vier heftige Blitzeinschläge in dem Rechenzentrum in Belgien, woraufhin viele Server und Festplatten in Mitleidenschaft gerissen worden sind. Zu diesem Zeitpunkt wiesen ganze 5% aller im Rechenzentrum verwendeten Festplatten mindestens einen Schreib/Lese-Fehler aus. Bis zum 17. August hat das Team daran gearbeitet, die beschädigten Festplatten auszutauschen und die verlorenen Daten durch BackUps wieder einzuspielen. In den meisten Fällen ist es auch gelungen, die kurz vor dem Blitzschlag aktiv geschriebenen Daten auf die Festplatte wieder her zu stellen – aber eben nicht alle.

Blitzeinschlag

Am 17. August, nach etwa 4 Tagen der Datenwiederherstellung, musste man dann bekannt geben dass es einen Datenverlust gegeben hat und diese nicht wiederhergestellt werden können. Absolute Zahlen nennt Google dabei zwar nicht, man betont aber, dass nur 0,000001% des gesamten Speicherplatzes des Rechenzentrums betroffen sind. Angesichts der schieren Größe eines solchen Rechenzentrums können dies natürlich immer noch riesige Datenmengen sein, die in dieser Sekunde verloren gegangen sind. Betroffen von diesem Datenverlust sind aber nicht Googles eigene Dienste, sondern die Cloud Platform.

Während Google die eigenen gespeicherten Daten rund um die Welt in Rechenzentren verteilt und auch spiegelt, um einen Datenverlust theoretisch auszuschließen, ist dies bei der Cloud Platform nicht der Fall. Hier werden die Daten standardmäßig nur in einem Rechenzentrum gelagert und sind dann bei einer Störung eben nicht erreichbar bzw. im schlimmsten Falle verloren. Um welche Daten es sich genau handelt, und ob die betroffenen Cloud-Partner darüber informiert worden sind, ist nicht bekannt – bisher hat sich aber noch kein Webdienst zu Wort gemeldet und über Datenverlust geklagt.



Auf der Status-Seite der Cloud Platform wird der ganze Hergang noch einmal detailliert beschrieben und auch teilweise erklärt. Google übernimmt die volle Verantwortung für diesen Vorfall, wird sich aber wohl auch in Zukunft nicht vor Blitzschlägen schützen können. Man arbeitet aber weiter hart daran, die Systeme und die internen BackUp-Lösungen weiter zu verbessern um in Zukunft auch nach einem Schadensfall die Daten noch wiederherstellen zu können.

» Der ausführliche Bericht bei der Google Cloud Platform

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comment ommentare zur “Google Cloud Platform: Vierfacher Blitzeinschlag in belgischem Rechenzentrum sorgte für Datenverlust

  • Ganz schwach von Google.

    Es ist nicht nachvollziehbar und unentschuldbar, dass nicht auch diese Daten in einem anderen Rechenzentrum gespiegelt werden.

    Ich werde meine Konsequenzen ziehen und Google Cloud nicht mehr nutzen.

    • Das wird wohl die VHS gewesen sein, in der die Google-Ingenieure gelernt haben, dass sie für ihre Rechenzentren kein sicheres und zuverlässiges Backup benötigen.

      „99 % monthly availability“ hat mit unwiderbringlichem Datenverlust übrigens nichts zu tun. VHS-Englischkurs?

  • „[…] Google […] wird sich aber wohl auch in Zukunft nicht vor Blitzschlägen schützen können. […]“

    Ach, nicht? Wenn die Menschheit doch nur irgendwann irgendetwas gegen Blitzeinschläge in Gebäude erfunden hätte… Moment! Das haben wir doch! Blitzableiter? Faradayscher Käfig? Also entweder die waren beim Bau des Rechenzentrums unfähig, oder mein Physiklehrer aus der neunten Klasse hat mich angelogen.

    • Und du glaubst dass das Rechenzentrum bisher keinen Blitzableiter oder einen sonstigen Blitzschutz hatte?
      Eine 100%ige Sicherheit dagegen – die das Rechenzentrum nicht in seiner Arbeit behindert – wird es nicht geben.

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