Wegen Missbrauch: Google Map Maker wird (vorübergehend) eingestellt

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Nachdem mit dem Map Maker in der Vergangenheit viel Schindluder getrieben wurde zieht Google nun die Notbremse: Das Tool zum editieren der Google Maps, das eigentlich dafür gedacht gewesen ist um die Karten aktuell zu halten und mit noch mehr Details zu versehen, wird ab Dienstag vorerst komplett eingestellt. Die vorher eingeführten Sofortmaßnahmen seien nicht hilfreich gewesen, so dass es dem Team vorerst unmöglich ist den Map Maker weiter zu betreuen. Wie es weitergeht steht noch in den Sternen.


Der Google Map Maker wurde vor knapp sieben Jahren mit dem Ziel gestartet, die Karten stets aktuell zu halten und vor allem in den Gebieten auszubauen in denen Google selbst nicht genügend Daten zur Verfügung hat. Nach und nach wurde das Tool dann für verschiedene Regionen freigeschaltet und durch die guten Erfahrungen der ersten Jahre hatte sich Google wohl zu sehr auf die Community verlassen. Doch in der letzten Zeit machte das eigentlich sehr praktische Tool eher Negativ-Schlagzeilen.

Google Maps

Erst vor drei Wochen war plötzlich ein Urinierender Android, der sich auf das Apple-Logo erleichtert, auf der Karte zu sehen und hat das Gelächter und den Spott des Netzes auf sich gezogen. Schuld an diesem „Kunstwerk“ war der Map Maker, der mit einfachsten Mitteln überlistet wurde und so das Kunstwerk durch die Kontrollen ließ. Wenige Wochen zuvor war plötzlich Edward Snowden im Weißen Haus zu sehen – auch ein Produkt des Map Makers. Höchste Zeit also, das Tool zu überarbeiten.

Als Sofortmaßnahme hat Google Änderungen nur noch nach der Kontrolle durch das Map Maker-Team zugelassen, doch dieses war damit sehr schnell überfordert – so dass dies auch nicht die Lösung sein kann. Also muss das gesamte Produkt nun zurück auf das Reißbrett und wird schon an diesem Dienstag, dem 12. Mai 2015, eingestellt. Ob und wie es mit dem Projekt weiter geht und ob es noch einmal Online gebracht wird ist derzeit völlig unklar. Da Google keine Auskunft dazu gibt, kann man davon ausgehen dass man selbst noch keine genaue Vorstellung von der Zukunft des Tools hat. Da in der Vergangenheit aber auch Tausende von nützlichen Änderungen und Erweiterungen vorgenommen worden sind, wäre es natürlich schade wenn die Einstellung endgültig wäre. Zwar ist die Rede von „Temporarily“, aber das muss bei Google nichts heißen.

Map Maker will be temporarily unavailable for editing starting May 12, 2015.
 
We are terribly sorry for the interruption this outage might cause to your mapping projects. Please bear with us and plan your activities suitably.



Auch in der Vergangenheit kam es immer wieder, abseits von den beiden populären Fällen der letzten Wochen, immer wieder absichtliche Fehlinformationen auf den Karten – meist zwar nur in Form von Ortsnamen, aber wenn einmal eine Straße verschoben wird ist es natürlich vor allem Ärgerlich für die Nutzer die sich auf das Material als Navi-Grundlage verlassen.

» Ankündigung bei den Google Groups

[futurezone]



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