Android-PDF-Reader und die kommenden 6 Monate mit Android

Android

Derzeit hat Google seinen PDF-Reader für Android vorgestellt. Damit lässt sich nun mittlerweile alles aus dem Web in einem akzeptablen Format darstellen. Aber es geht weiter: „Die nächsten sechs Monate Android werden umwerfend sein!“, so Andy Rubin, CEO von Android.

PDF’s auf Android lesen

Wenn man Android 2.1, 256 MB RAM und 550 Mhz Prozessor in seinem Smartphone sein Eigen nennen darf, ist die neue App von Adobe sicherlich interessant: Es öffnet Multi-Touch mit pinch-and-zoom auf dem Android dem PDF-Format Tür und Tor – und das schneller als die Quickoffice-Konkurrenz. 

Leider unterstützt der Reader dabei nicht die Hauptfunktionen des Desktop-Clients wie Passwortschutz oder Formulare – dafür öffnet die Anwendung aber im Vollbild-Modus.

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Ausblick: Android in den nächsten sechs Monaten

Natürlich ist es eine Frage, wie man die Versionierung gestaltet. Android handhabt es so: Die Hersteller sind darauf angewiesen ihre Anpassungen zu machen – deshalb gibt es kein direktes Upgrade. So halten natürlich auch Hersteller und Vertreiber die Version zurück, solange sie nicht ihre Änderungen gemacht haben. Deshalb gibt es bspw. für einige Telefone kein Upgrade. Sicher wäre es für Android einfacher, wenn sie direkt die Firmware auf die Webseite stellen oder das Phone Remote updaten lassen; dann ist aber die Frage, ob nicht vielleicht ein Detail übersehen wurde oder bei dem einen Gerät dieses oder jenes Feature nicht funktioniert.

So sagt Android-Chef Andy Rubin gegenüber Gizmodo dass sich daran erst einmal nichts grundlegend ändern wird, „Auf der Plattform-Ebene ist es noch immer kompatibel, so dass die Apps im Market Place lauffähig sind. Aber ja, sie müssen sehen, wie schnell sie ihre eigenen, differenzierenden Features auf diese Basis-Plattform setzen, und das ist ein Rennen.“ – dass dabei Leute auf der Strecke bleiben, ist Google schon bewusst. Im aktuellen Beispiel Twitter-App für Android wäre es wie Creative Suite 5: Es würde nicht auf Windows 3.1 laufen. Neue Anwendungen bevorzugen einfach neue Betriebssysteme, so Rubin. Dennoch denkt er, dass es sich ein wenig verlangsamen wird, denn „wir bringen die neuen Versionen saisonal im Mai und September / Oktober“.

Der Android-Chef nimmt kein Blatt vor dem Mund und lässt trotzdem genug Raum um noch zu spekulieren. Er weiß, dass die Tastatur eine der großen Android-Baustellen ist, dennoch ist er ein großer Freund der Spracheingabe. Das Problem hat er aber schon erkannt, wie er mitteilt: „Meine primäre Anwendungsfall ist Stimme, aber ich denke, du hast Recht, ich denke wir brauchen eine Art ‚Wiederbelebung‘“ für die Tastatur, „Ein wenig davon, es ist nicht unbedingt die Software — die meiste Zeit ist es doch der Touch-Screen, der das Problem ist. Du hast all diese Tests gesehen mit dem Droid-Touchscreen oder dem Nexus-Touchscreen — die sind alle ein wenig unterschiedlich und es ist schwer eine Tastatur über alle diese Geschmäcker und Screens anzupassen

Warum macht Android keine Ansagen? Das ist ganz einfach, wie Andy erklärt: „Wir planen nicht eins, zwei oder fünf Jahre vorher, wie es viele andere Leute tun. Es ist mehr so der Weg den eine Internetfirma gehen würde, so gibt es eine Menge Durchlauf und was wir denken ist, dass Innovationen von überall her kommen„, das zeigt ja schließlich das aktuelle Beispiel Simplify Media: Man kann schnell und einfach vor (in dem Fall FroYo) dem OS reagieren und schnell auf Neuerungen einbauen oder Verbesserungen vornehmen. Denn so ist der Verbraucher wirklich sicher, das Aktuellste in der Hand zu halten. Das ist auf einem so schnell wachsenden Markt – wie dem Smartphonemarkt – sehr wichtig.

Die Frage die sich noch aufstellt: Die Lizenzierung. Aktuelles Beispiel ist der MPEG-Pool, welcher jetzt Android und co. genauer beobachten möchte. Allerdings ging es hier eher um MP3 und die Frage, ob und wie Android dafür blechen würde. Andy Rubin sagte dazu nur ganz cool: „Wenn ich einen MP3-Codec verwende, dann wird am Ende derjenige, der das Gerät verkauft und damit das Geld verdient, eine Lizenz an den MPEG-Pool bezahlen müssen […] Wenn ich das ActiveSync-Protokoll verwende und Exchange-Server anspreche, dann muss jemand die Lizenzen an Microsoft bezahlen.„, und „da gibt es keinen Unterschied zwischen Android und Anderen“. Das ist also ganz klar ein Problem, welches sich bei jedem Gerät herausstellt, egal ob frei oder kommerziell.

Der Gizmodo-Autor konnte den Googler auch noch einige Sachen ausquetschen, die ganz spannend klingen: „Ich meine, es ist Game on. Da kommen Sachen, die werden Sie einfach umwerfen. In 6 Monaten. Vorher waren es 18 Monate, jetzt sind es 6 Monate„, so Rubin. Dennoch will er uns nicht den Blick in die Zukunft von etwa 2 Jahren verheimlichen. So sprach Rubin von einem „Spiel mit Zahlen“, „es geht exponentiell in die Höhe mit der Übernahme“ – „Wir sind also quer durch die Produktkategorien vertreten, quer durch die Hersteller, quer durch die CPU-Architekturen, agnostisch, und wir haben all die Dienste, die auf die Plattform zielen, und die Plattform wird bald ziemlich breit sein quer durch diese Produktkategorien. Das gab es noch nie zuvor.“

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