Google verletzte den Datenschutz bei Google Docs

Docs

Google gab gestern bekannt, dass der Datenschutz bei Google Docs verletzt wurde. Einige Dokumente – laut Google weniger 0,05% aller Dokumenten – waren mit anderen geteilt oder sogar öffentlich.

Google hat diese Mail an die Betroffenen Google Account Inhaber geschickt. Hier eine Übersetzung:

Lieber Google Docs Nutzern,
wir wollen Sie über einen kürzlich aufgetretenen Fehler bei Ihrem Google Docs Konto informieren. Wir haben einen Bug gefunden und diesen behoben, der vielleicht dazu führte, dass einige Ihrer Dokumente mit anderen geteilt waren ohne, dass Sie davon wussten. Dieser Fehler trat nur bei Nutzern auf, mit denen Sie oder ein Mitarbeiter ein Dokument vorher geteilt haben. Der Bug trat desweiteren nur auf, wenn Sie oder ein Mitarbeiter mehrere Dokumente über die Startseite von Google Docs ausgewählt haben und diese anderen freigaben. Dabei waren aber nur Textdokumente und Präsentationen betroffen, aber nicht Tabellen.

Um diesen Fehler zu lösen, nutzten wir einen automatisierten Prozess, der Mitarbeiter und Leser von Dokumenten, die von diesem Fehler betroffen waren, entfernte. Daher haben jetzt nur noch Sie Zugriff auf die Dokumente und müssen diese jetzt erneut freigeben werden. Zu Ihrer Information finden Sie unten eine Liste von Dokumenten, die betroffen waren

Wir entschuldigen uns für diesen Vorfall. Wir wollen Ihnen desweiteren mitteilen, dass das Lösen des Fehlers bei uns höchste Priorität hatte.

Auch im Google Docs Blog gibt es ein Posting dazu.

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comment ommentare zur “Google verletzte den Datenschutz bei Google Docs

  • Das finde ich hoch anständig und super, dass Google selbst über solch pikante Fehler die Nutzer und überhaupt die Welt damit informiert. Es macht auf mich einen seriösen Eindruck und passt schön in das Credo „Tue nichts böses“. Ich stelle mir gerade vor, wie wohl die Teufel aus Redmond (MS) auf sowas reagiert hätten. Bloss nichts anmerken lassen, wenn niemand anderes den Fehler aufdeckt, dann nur nichts sagen und eventuell wenn sich eine Lösung gefunden hätte am nächsten PatchDay in einem Monat oder so (Wenn sich da schon ne Lösung abzeichnen würde) die Lücke stopfen.

    Google. Ihr macht das vollkommen richtig. Fehler passieren und wenn sie passieren, dann muss man das genau so handhaben wie Ihr das tut. BRAVO !

  • Da kann ich nur zustimmen! Jedem passieren Fehler, aber dann diesen einzugestehen, das können nur die wenigsten. Diese Mail ist wie in den sauren Apfel zu beißen, aber sie haben es getan und deshalb Hut ab. M$ hätte das Datenleck als neuen Standard erklärt XD

  • Naja. Okay. Fehler können passieren, da gebe ich euch recht. Sie einzugestehen ist die beste möglich.

    @mogli: Wann hatte Microsoft denn das letzte Datenleck ? Du weißt schon, dass Microsoft, was Datenschutz angeht mittlerweile (es war lange nicht so, gebe ich zu) ein hohes ansehen hat und diesen für wichtig hält, oder ?

  • @hans: Ja aber weil es nicht immer so war und ich Linux Nutzer bin kippe ich gerne nochmal Benzin ins Feuer, da es eine weitverbreitete Meinung widerspiegelt. M$ hat gute Leute, das geb ich sogar als M$-Hasser zu, und sie haben sich auch gebessert, aber sie sind mit trotzdem noch immer unsymphatisch ;-).

  • Tolle Erklärung von Google. Genau sowas schafft bei mir wirklich Vertrauen in ein Unternehmen. Passiert aber leider viel zu selten…

  • @65544:
    das ist aber freundlich 😉
    Sind alles auch nur (überaus nette) Menschen.
    Das Problem ist erstmal folgendes (ich kenne diese Einstellung von Verwandten und Freunden, von mir selbst natürlich nicht):
    Wenn man sich nicht mit den Leuten beschäftigt, mit der Technologie, und mit den Zielen von Microsoft, ist diese Meinung oft so. Sobald sich aber Leute ernsthaft damit beschäftigen (vorallem mit der Unterstützung die Microsoft an seine Benutzer (Entwicklerkunden) weitergibt) merkt man recht schnell, dass diese Unternehmen sich bemüht Leute zufrieden zustellen.
    Übrigens: Auch ich verstehe manche Dinge (z.B. Windows Vista) nicht und kritisiere diese.

    Darf ich dich Fragen, was du für eine ehrliche Meinung über die OpenSource Programme und Lizenzen von Microsoft und überdie Zusammenarbeit mit Novell (z.B. Mono) hast ? Ist das auch Unsympathisch ?

  • Nein, eben solche Kooperationen sind das, was mich glauben lässt, das M$ gerade noch so den Anschluss finden kann. Mono zum Beispiel ist das OpenSource Gegenstück zu dem .NET-Framework, eine Entwicklungsplattform zur Betriebssystemunabhängigen Anwendungsentwicklung. Das heißt aber nicht, das man damit einfach so Anwendungen für jedes OS entwickeln kann, erst einmal muss .NET auf Linux angepasst, und das kostet Geld. Warum sollte das M$ machen, wenn es Novell machen kann, die kennen sich ja viel besser aus mit Unix-Systemen. Schön das M$ sich so öffnet, aber die machen das nur, damit sie eben auf jeder Plattform präsent sind. Müssen sie auch, bei den derzeitigen entwicklungen. Bei Silverlight und Moonlight ist das genau so. Und in den letzten Monaten hat man auch gemerkt, das M$ gemerkt hat, das sie nicht mehr mit ihrer alten Strategie weiter kommen, den die OpenSource Community ist ein starker Gegner – wenn man sie sich zum Gegner macht. Ich denke, M$ hat viele kluge Köpfe, aber wenn man dann hört, was Steve Ballmer so sagt, Linux ist ein Feind und so weiter, dann weiß ich auch, diese klugen Köpfe haben den falschen als Geschäftsführer….

    Das ist mein (radikales ^^) Verständnis davon, aber ich gebe zu, ich sehe die Sachen etwas einseitig, aber ausmachen tut mir das nichts. Bin ja auch erst 18, muss also noch einiges lernen ;-).

  • Hast ja auch noch Zeit zum lernen 😉

    Du hast schon recht, Microsoft hat viele Jahre eine Schiene gefahren die nicht gut war. Das hat sicher allerdings in den letzten 5-6 Jahren radikal verändert 😉

    Übrigens: Ich entwickel schon seit langer Zeit an einigen Debian Systempaketen mit (in der Freizeit) als ich noch bei Microsoft gearbeitet hab, hat sich da keiner drüber beschwert 😉
    Und seien wir mal ganz ehrlich:
    Richtige Konkurrenz ist Linux nicht. Dafür fehlt einfach nur die Aufmerksamkeit der professionellen Entwickler. Ich glaube auch das sich das ändert, aber es braucht Zeit, viel Zeit – und es braucht leute die mit viel Geld an die Sache rangehen – und es braucht Partnerschaften (auch wenn sie geld kosten) mit Firmen wie Microsoft, da auch freie Software die Urheberrechte und (leider bestehende) Softwarepatente beachten muss.

    Es ist wirklich alles nicht so leicht 😉

  • Also da kann ich so nich zustimmen. Linux ist technisch gesehen Konkurrenz. Meiner Meinung nach arbeiten die besten der besten in der OpenSource Branche, und wenn sie nicht durch große Firmen bezahlt werden, dann machen sie das in ihrer Freizeit. Die größten Firmen stehen hinter Linux: Intel, IBM (ich denke die wollen auch Rache für das OS/2 Dilemma, als M$ nämlich ausstieg, wurde die Chance auf eine gute Marktposition damit vernichtet), AMD oder auch unser aller Freund und Helfer Google ;-). Die Liste könnte ellenlang werden. Intel zum beispiel lässt durch bezahlte Entwickler die WIMAX-Technologie in den Kernel einfließen so viel ich weiß. Hersteller aller Geräteklassen benutzen Linux, weil es eben perfekt auf die Hardware abgestimmt werden kann, so kann also nicht nur die Hardware, sondern auch die Software perfekt mit dem andern in symbiose arbeiten. Das ist bei einem geschlossenen System nicht möglich. Also technisch gesehen denke ich, es gibt in der Community genug schlaue Köpfe (immerhin gibt es mehr durch die Arbeit an OpenSource Projekten gewordene Promis als bei M$, Allan Cox, Linux Torvalds). Auch stehen die führenden Firmen aller Branchen der IT-Welt hinter Linux, und in absehbarer Zeit wird hier auch der Support besser als für jedes ClosedSource-Programm werden, denn dies ist die einzigste Möglichkeit mit offenliegendem Quellcode Geld zu verdienen.

    Nein, ich denke, das Linux noch nicht so weit verbreitet ist beim Otoo-Normal-Verbraucher hängt nicht an Linux, sondern an zwei sehr wichtigen Sachen: An dem Grad, wie sehr es in der Öffentlichkeit anzutreffen ist. Linux hat bei Pro7 keine Werbung, wenn man sich nicht im Internet bewegt, dann wird man (fast) nie davon hören. Und die zweite Sache: Die Leute selbst sind der Grund, warum Linux (noch) nicht weit verbreitet ist. Die meisten denken zu naiv und konservativ. Wenn ich von der größten Nutzergruppe ausgehe, dann stelle ich sie mir vor als die, die sich nen Aldi PC zulegen, nicht wissen ob sie Vista oder XP drauf haben und die Jahrelang mit dem Konzept gearbeitet haben, das Strg+P den Druckdialog aufruft und unten die Taskleiste mit Fenstern und Startknof ist. Wenn man sie vor Linux setzt, ist es vor dem anschalten Mist, weil es nichts kostet, und was nix kostet kann ja nix gescheites sein ;-). Nach dem Anschalten ist es Mist, weil es „ungewohnt“ ist, obwohl sich Gnome und KDE schon immer versucht haben, größtmöglich anzupassen. Erst in der folgenden Generation könnte Linux beliebt werden, sollte endlich die Sensibilität für die Wahl des OS aufkommen. In meiner jetzigen Generation undenkbar. ICQ+WKW+Sims2 laufen ja alle wunderbar unter XP. Finde ich sehr schade, das 95% so denken, denn meiner Meinung nach hört die Freiheit nicht vor dem Bildschirm auf.

    Ein sehr langer Text, aber ich denke, was hier heute geschrieben wird, ist genau das, was die Community so stark gemacht hat: der freie Austausch von Gedanken und Informationen. Ich habe heute etwas dazu gelernt. Und ich habe meine Horizont erweitert. Wenn man überlegt, dass das Millionen von Entwicklern gemacht haben, ist das schon eine Begründung für die Qualität von OpenSource-Software 😉

  • naja 😉
    Adobe (die für eine der wichtigsten Branchen, die auf linux umsteigen könnte um damit richtig geld zu sparen, software herstellen) macht das das z.B. nicht. Die stellen software für konsumenten, aber nicht für produzenten her.

    Selbstverständlich arbeiten firmen wie intel und amd etc. aktiv an posix systemen (bzw an den Kernels). mir ging es aber mehr um softwarefirmen, die den erfolg anderer Produkte ausmachen. (der Mac lebt im grunde von der professionellen nutzung durch den CTP, Grafik und Designbereich, s.o. Adobe).

    Und ich muss dich korrigieren: Bei Windows steht den Herstellern auf Antrag der Code offen. Aber Sie müssen Ihre software an den windows code anpassen und können es nicht anders herum machen. Im grunde ist das auch „die echte welt“.

    Ich finde das Prinzip der freien Software auch Spitze, und habe schon viele Projekte unter deR GPL und der BSD Lizenz veröffentlicht.
    Jedoch ist ja auch klar: Wenn ich ein einmaliges Konzept habe, ist freie Software einfach nicht das mittel der wahl. 😉

    Noch dazu ist freie software (bzw. technologie die unter einer freien lizenz steht) in einigen bereichen teuer: Die Schulung muss dediziert für dich ausgeführt werden. Bei standard technologien (wie z.B. das .NET Framework und seine abkömmlinge) gibt es eine firma die sich als professioneller partner zur verfügung stellt, weil die das interesse haben das eine solche software genutzt wird. neben dieser firma gibt es dann viele weitere technologie berater. Am beispiel .NET stehen einem alleine in deutschland eine handvoll developer evangelists direkt bei microsoft zur verfügung.

    Man merkt übrigens: Auch bei proprietärer Software geht der trend klar dazu, das die community genau beeinflusst wie sich ein projekt entwickelt (durch CTPs und kritik an diesen z.B.)

    Aber (und das gilt im grunde für beide bereiche): Jeder Entwickler zählt 😉 (wir setzen in meiner neuen firma übrigens auch auf beide welten, auf windows und linux, beide sowohl im client als auch im server)

    Ich wünsch dir einen schönen Abend 😉

  • Achso:
    Ich habe schon länger den traum: irgendwann gibt es ein vollständig offenes und absolut plattformunabhängiges Framework für professionelle entwicklung.

    Bis dahin ist noch ein langer weg, aber ich glaube daran das irgendwann der weg in richtung geldverdienen durch anwendungen und nicht primär durch betriebssysteme gegangen wird, und dadurch die gesamte branche erneut einen umschwung kriegt.

    Erste möglichkeit ist das software-as-a-service zeitalter, welche zur zeit ja eindeutig anbricht 😉

    Ich habe fertig. 🙂

  • Ok, ich muss zugeben, du weißt einfach mehr, aber ich denke, mit der zeit bekomme ich mehr und mehr den Überblick. Ich muss jetzt einfach mal Danke sagen, du hast mir sicher die Augen geöffnet ;-). Solche Gespräche machen mir nun einfach mal sehr viel Spass, denn jeder hat was davon :-).

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