Android: Google kündigt große Änderungen an – neue Ära mit mehr mehr Offenheit und niedrigeren Gebühren

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Das Betriebssystem Android könnte sich in den nächsten Monaten und Jahren stark wandeln, denn man befindet sich mitten im Umbau zur Multiplattform sowie zum KI-Betriebssystem. Doch auch an anderer Stelle gibt es großen Wandel, denn Google wird das Betriebssystem aus aktuellem Anlass deutlich mehr öffnen, die Gebühren senken und den Entwicklern mehr Flexibilität einräumen.


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Im jahrelangen Rechtsstreit zwischen Google und Epic gibt es jetzt laut Google einen „Friedensschluss“, der nicht nur die Streitigkeiten beilegt, sondern auch bei Android umfangreiche Änderungen mitbringt. Man will den App-Entwicklern nun viel mehr Freiraum geben, die Gebühren senken, neue Zahlungsmethoden akzeptieren, externe App Stores neben dem Play Store stärken und mehr. In der Gesamtbetrachtung ergibt sich damit die größte Änderung, die es je im Android-Ökosystem gegeben hat.

Google reagiert mit diesen Änderungen nicht nur auf das Verfahren mit Epic, sondern auch auf weitere Untersuchungen und anstehende Kartellverfahren in mehreren Ländern. Man will den Verfahren, möglichen Strafzahlungen sowie erzwungenen Änderungen zuvorkommen – was man in dieser Deutlichkeit aber natürlich nicht sagt. Die Ankündigungen, die geschaffenen Fakten sowie die Formulierungen sind aber recht eindeutig darauf zugeschnitten, eine ganz neue Offenheit zu unterstreichen.

Nicht nur App-Entwickler sollen von den neuen Regeln profitieren, sondern mittelfristig auch die Nutzer. Die sinkenden Gebühren würden App-Entwicklern die Möglichkeit geben, ihre Preise zu senken. Das ist zwar in der Masse nicht zu erwarten, doch mit diesen Aussagen kann Google den schwarzen Peter an die Entwickler weiterschieben. Schauen wir uns die einzelnen Punkte einmal etwas genauer an.




Mehr Freiheit bei Zahlungsmethoden
App-Entwickler erhalten künftig deutlich mehr Spielraum bei der Abwicklung von Transaktionen. Sie können ab sofort eigene Abrechnungssysteme direkt in der App – parallel zu Googles eigenem System – anbieten. Alternativ wird es erlaubt sein, Nutzer für einen Kauf einfach auf die eigene Website weiterzuleiten.

„Registered App Stores“: Sideloading wird einfacher
Google macht die Installation von alternativen App-Stores wesentlich komfortabler. Mit dem neuen Programm für „registrierte App-Stores“ erhalten Plattformen, die definierte Qualitäts- und Sicherheitsstandards erfüllen, einen vereinfachten Installationsprozess. Die Warnhinweise beim sogenannten Sideloading werden für diese Stores reduziert. Das Programm startet zunächst außerhalb der USA und soll bis Ende des Jahres mit einem großen Android-Release ausgerollt werden.

Niedrigere Gebührenstruktur für Entwickler
Das alte Gebührenmodell wird aufgebrochen: Google entkoppelt die Kosten für das eigene Abrechnungssystem von den allgemeinen Servicegebühren und senkt die Preise teils drastisch:

  • Abrechnungsgebühr:
    Wer Googles Zahlungssystem nutzt, zahlt künftig eine separate, marktspezifische Rate (im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), UK und den USA liegt diese bei 5 %).
  • Servicegebühren (In-App-Käufe):
    Für Neuinstallationen wird die Gebühr auf 20 % gesenkt.
  • Abonnements:
    Für wiederkehrende Abos fällt künftig nur noch eine Servicegebühr von 10 % an.
  • Neue Förderprogramme:
    Über das Apps Experience Program und ein überarbeitetes Google Play Games Level Up-Programm können Entwickler die Gebühren für neue App-Installationen sogar auf bis zu 15 % drücken.

Streit mit Epic Games beigelegt
Ein enorm wichtiges Detail, das sicherlich aus gutem Grund nur nebenbei erwähnt wird: Im Zuge dieser massiven strategischen Neuausrichtung hat Google offiziell alle weltweiten rechtlichen Streitigkeiten mit Epic Games (den Machern von Fortnite) beigelegt.




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Der Zeitplan für die Umsetzung
Die neue Gebührenstruktur, die für die App-Entwickler wohl die wichtigste Änderung in diesem Bereich sind, wird weltweit schrittweise eingeführt und je nach Region noch etwas länger auf sich warten lassen. EU-Entwickler haben Glück, denn sie sind in der ersten Welle mit dabei, die schon in den nächsten Monaten starten wird. Google verspricht sich davon einen reibungslosen Übergang, lässt sich damit aber auch überraschend viel Zeit.

  • Bis 30. Juni 2026: EWR, Großbritannien und USA
  • Bis 30. September 2026: Australien
  • Bis 31. Dezember 2026: Südkorea und Japan
  • Bis zum 30. September 2027 sollen die neuen Regelungen den Rest der Welt erreichen.

Warum sich Google jetzt darauf einlässt und sich praktisch einen wichtigen Umsatzbringer in der mobilen Welt gefährenden lässt, dürfte sich auch mit dem folgenden verlinkten Artikel erklären lassen: Google wird sich wohl langfristig von den Android-Apps verabschieden.

» Android & Gemini: Google formt ein KI-Betriebssystem – nächstes Kapitel bringt KI-Agenten und ‚amazing things‘

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[Android Developers Blog]




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