Google setzt Apple unter Druck: iMessage soll endlich RCS unterstützen – das könnte nach hinten losgehen

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Hinter den Kulissen schwelt zwischen Google und Apple schon seit mehreren Jahren ein Streit um die RCS-Unterstützung von iMessage, der von Google jetzt in die Öffentlichkeit getragen wird. Man lässt sich die Aufforderung an Apple, den Kommunikationsstandard endlich zu unterstützen, einiges kosten. Doch wie kann die Geschichte für Google weitergehen, wenn Apple nicht oder völlig anders als erhofft reagiert?


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Normalerweise ist Google das Unternehmen, das Partnern und Nutzern manchmal das Leben schwer macht und bei Problemen oder Spezialfällen nicht zu erreichen ist. Doch rund um RCS befindet man sich selbst an einem sehr kurzen Hebel und versucht das Gegenüber mit der Marketing-Brechstange auf die eigene Spur zu bringen. Allerdings heißt der Kontrahent in diesem Fall und lässt sich weder auf Spielchen ein, noch ist man als kompromissbereiter Kooperationspartner bekannt.

In diesen Tagen startet Google eine an Apple gerichtete Werbekampagne, um das Unternehmen zur Unterstützung von RCS in iMessage zu motivieren. Das ist alles nett aufbereitet, kann aber auch als letzter Schritt vor der Verzweiflung bzw. der Aufgabe der Ambitionen gewertet werden. Die meisten Beobachter sind sich darin einig, dass sich Apple davon nicht beeindrucken lässt und selbst der dadurch aufgebaute mögliche mediale Druck der nächsten Tage dürfte am Unternehmen abprallen. Wohlwissend, dass sich innerhalb kürzester Zeit nach Ende der Kampagne niemand mehr dafür interessiert.

Es ist also anzunehmen, dass Googles Kampagne ins Leere laufen wird. Spannender als diese Tatsache ist es, welche Möglichkeiten Google dann noch hat, ob und wie man das Ganze fortführt oder ob man sich sogar von Apple überrumpeln lässt. Eigentlich gibt es nur drei mögliche Ausgänge, wobei die aus Google-Sicht positive Variante unwahrscheinlich ist.




Apple wird RCS unterstützen
Variante #1: Apple wird sich dem Druck beugen bzw. den eigenen Nutzern und dessen Kommunikationspartnern etwas Gutes tun wollen und RCS unterstützen. Technisch wäre das nur ein kleiner Schritt, den Apple problemlos umsetzen kann. Allerdings würde das Google als Sieger hinstellen und Apples Ruf als nicht-beeinflussbares Unternehmen ankratzen. Es wäre das versöhnliche Ende, von dem schlussendlich die ganze mobile Welt profitiert, aber dazu kommen wird es wohl nicht.

Apple schaltet auf Durchzug
Variante #2: Apple bleibt bei der Haltung und wird sich auch nicht öffentlich zu diesem Thema äußern. Nutzer von iMessage würden nicht direkt von RCS profitieren, sondern lediglich deren Kommunikationspartner auf der Konkurrenzplattform. Und weil es den eigenen Nutzern keinen konkreten Vorteil bringt, wäre die Unterstützung nichts, was Apple umsetzen würde. Apple weiß, dass Google irgendwann die Puste für eine solche Kampagne ausgeht und kann das einfach abwarten. Noch dazu zeigt man, wer auf der eigenen Plattform das Sagen hat. Spätestens seit dem damaligen Start von Apple Maps weiß Google, wer auf dem iPhone am längeren Hebel sitzt.

Apple entwickelt eine Alternative
Variante #3: Apple entwickelt eine eigene Alternative zu RCS oder bietet eine iMessage Lite-App für Android. Schon vor Jahren hatte man iMessage für Android angedacht, es aber niemals veröffentlicht. Es wäre für Google das absolute Worst Case-Szenario, denn man würde jegliche Argumente verlieren und noch dazu den einzigen mehr oder weniger vielversprechenden eigenen Messenger-Anlauf des letzten Jahrzehnts einbüßen. Tatsächlich halte ich das für ein sehr wahrscheinliches Szenario und würde es mit Variante #2 50/50 einstufen.


Was denkt ihr, wie Apple reagieren wird?


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comment 1 Kommentare zum Thema "Google setzt Apple unter Druck: iMessage soll endlich RCS unterstützen – das könnte nach hinten losgehen"

  • Man kann bereits seit letzem jahr über einladungslinks versenden…. über den webbrowserrwird dann auc. unterandroid eine verbindung audgebaut

Kommentare sind geschlossen.