Google Maps: Bei Streetview verpixelte Gebäude werden in den Luftaufnahmen wieder sichtbar

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Als Google die Straßenaufnahmen von Streetview im Jahr 2010 nach Deutschland gebracht hat, war der Aufschrei von Datenschützern und der Bevölkerung riesig. Google musste daraufhin ein Formular zur Pixelung von Gebäuden anbieten und Millionen von Gebäuden praktisch von den Aufnahmen verschwinden lassen. Doch das ganze war wohl umsonst, denn direkt in den Google Maps lassen sich alle Gebäudefronten problemlos wieder anzeigen – und das sogar detaillierter als zuvor.


Streetview als Erweiterung für Googles Kartendienst erfreut sich weltweit großer Beliebtheit, und auch die deutschen Nutzer dürften wohl ihre Freude daran haben, virtuell durch die USA zu wandern, den nächsten Spanien- und Italien-Urlaub zu planen oder einfach durch fremde Städte und Länder zu schlendern. Doch als dann Aufnahmen in Deutschland angefertigt wurden, gab es plötzlich einen riesigen Aufschrei, der sich über Wochen hingezogen hat – befeuert von unzähligen Datenschützern. Das hat dazu geführt, dass Deutschland bis heute ein riesiger digitaler Flickenteppich ist.

google maps streetview birds eye verpixelt

Um sich eine Gegend in Google Maps genauer ansehen zu können, ist man nicht unbedingt nur auf die Streetview-Aufnahmen angewiesen. Durch eine zwar seit langer Zeit bestehende, aber nicht ganz so bekannte, Funktion lassen sich auch die sogenannten „Birds Eye“-Aufnahmen anzeigen. Diese zeigen schräg aufgenommene Fotos aus dem Flugzeug, und zwar aus allen vier Himmelrichtungen. Die Aufnahmen lassen sich nicht nur frei drehen, sondern auch wie gewohnt heranzoomen. Dadurch werden alle Fassaden, und Häuserfronten auch die normalerweise in Streetview gepixelten, wieder sichtbar.

Aber nicht nur die von der Straße sichtbaren Vorderseiten sind in diesen Aufnahmen enthalten, sondern eben auch alle anderen drei Seiten. Und so kann es sehr gut sein, dass zwar die Hausfront nicht so gut sichtbar und in Streetview verpixelt ist, dafür aber ein direkter Blick in den Garten / auf den Balkon oder andere Dinge gegeben ist. Dadurch wird die Verpixelung natürlich Ad Absurdum geführt, und es zeigt sich wieder einmal, dass das ganze damals vielleicht etwas überzogen gewesen ist.

Auf dieses „Problem“ angesprochen teilte Google mit, dass solche Aufnahmen auch bei vielen anderen Kartendiensten zu finden sind. Da die Aufnahmen auch nicht von Google angefertigt wurden, keine Kennzeichen oder Personen zu erkennen sind, besteht rechtlich auch keine Möglichkeit, diese Aufnahmen entfernen zu lassen.



So lassen sich die 3D-Ansichten aufrufen

Browser
1. Öffnet die gewünschte Position auf der Karte
2. In die Satellitenansicht wechseln
3. Jetzt unten rechts auf den 3D-Button klicken oder alternativ STRG gedrückt halten und die Karte nach unten verschieben
4. Per Pfeil-Buttons lässt sich die Ansicht nun drehen, alternativ die STRG-Taste gedrückt halten und die Karte nach links oder rechts verschieben

Smartphone
1. Öffne die gewünschte Position auf der Karte
2. In die Satellitenansicht wechseln
3. Jetzt mit zwei Fingern gleichzeitig nach oben über das Display swipen
4. Mit zwei Fingern lässt sich die Karte nun frei in der Ansicht drehen

Einige Menschen, die damals ihre Häuser verpixelt haben, sind nun natürlich sauer, da ihnen dieses Feature wohl großteils gar nicht bewusst gewesen ist. Wieder andere dürften wohl froh sein, dass damit zumindest teilweise die Pixelung zurückgenommen werden konnte und somit auch wieder Geschäfte sichtbar sind – denn was für Privatpersonen wohl in Ordnung ist, kann für Geschäfte negative Auswirkungen haben.

Da Google schon 2011 angekündigt hatte, keine Streetview-Aufnahmen mehr in Deutschland anzufertigen und auch die Original-Aufnahmen löschen musste, wird das Land wohl noch auf ewig ein digitaler Flickenteppich bleiben. Zumindest lässt sich das aber mit der 3D-Ansicht etwas umgehen.

P.S. Die Funktion ist nicht neu, aber bisher war mir das auch selbst gar nicht bewusst, dass sich die Pixelung damit umgehen lässt

Siehe auch
» Autos machen Leute: Forscher können aus Streetview-Fotos Rückschlüsse auf das Einkommen ziehen
» Google Maps: Die Streetview-Fahrzeuge sind noch in diesem Monat wieder in Deutschland unterwegs
» Google Maps: Streetview-Aufnahmen aus Österreich gehen ab Juni 2018 Online

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