Geleakte Mails aus Sony-Hack: Hollywood-Studios verbünden sich gegen „Goliath“ Google

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Die Beziehungen zwischen Google und der Medien-Industrie waren noch die Besten, zu oft hatte man sich in der Vergangenheit vor Gericht gegenüber gestanden bzw. nur über Anwälte miteinander kommuniziert. Doch in den letzten Jahren schienen sich die Wogen geglättet zu haben, aber dieser Frieden ist offenbar nur trügerisch – denn hinter den Kulissen bereiten die großen Hollywood-Studios scheinbar eine großangelegte Offensive gegen Google vor. Dies geht aus jetzt veröffentlichten Mails aus dem Sony-Hack hervor.


Schon seit dem Aufstieg von Google zur weltweit größten Suchmaschine gab es erste Differenzen zwischen dem damals noch kleinen Unternehmen und den Hollywood-Studios, da sich Google schon damals geweigert hat die Suchergebnisse zu umfangreich zu manipulieren und etwas gegen die Filehoster zu unternehmen. Spätestens mit der Übernahme von YouTube stand man dann aber komplett auf Kriegsfuß mit der gesamten Industrie. Doch seitdem Google auch in großen Massen Musik und Filme über den Play Store verkauft, ging man eigentlich davon aus dass nun Frieden herrscht – aber falsch gedacht.

Hollywood

Wie aus jetzt veröffentlichten Mails aus dem Sony-Hack hervorgeht, haben die sechs größten Hollywoodstudios sich gegen einen gemeinsam Feind „Goliath“ zusammengeschlossen. In dieser Allianz befinden sich neben Sony Pictures auch Universal, Fox, Paramount, Warner Bros und Disney – die allesamt hohe Verluste durch Raubkopien zu beklagen haben. Als eine Ursache für dieses Problem sieht man nun den Feind „Goliath“, der nichts gegen die Verbreitung unternimmt. Auch wenn der Feind niemals beim Namen genannt wird, kann es sich dabei nur um Google handeln – ein anderes Unternehmen hätte derzeit nicht die Macht die Verbreitung zumindest etwas einzuschränken.

Das Ziel dieses gemeinsamen Projekts soll es unter anderem sein, neue Gesetzgebungen zu erreichen um Webseiten einfacher sperren lassen zu können – denn das derzeitige System mit der Löschung jedes einzelnen Links über einen Antrag ist nicht nur ein endloses Katz- und Maus-Spiel sondern auch extrem wirkungslos. Wie der Transparency Report zeigt, muss Google mittlerweile mehr als 1 Million Anfragen pro Tag bearbeiten. Wenn man also die Verbreitung nicht einschränken kann, möchte man nun die Macht haben das Übel gleich an der Wurzel zu packen und ganze Webseiten und Server einfach sperren zu können.

Zusätzlich möchte man aber auch weiter gegen Google vorgehen: Die weltweit größten Film-Produzenten haben ganze 70.000 Dollar gesammelt, um Beweise gegen Google zu sammeln und auch dem Unternehmen neue Probleme zu bereiten. Welche Leichen man in Googles Keller genau finden möchte ist nicht bekannt, aber mit der lächerlichen Summe dürfte man da wohl keine großen Ergebnisse erwarten.



Ob diese jetzt bekannt gewordenen Informationen die Beziehungen zwischen Google und den Studios nun wieder trüben wird bleibt abzuwarten, Google dürfte sich ein solches Vorgehen aber sicher nicht gefallen lassen. Interessant ist unter anderem auch die Bezeichnung des Feindes „Goliath“ – offensichtlich sehen sich die Filmstudios also selbst einem übermächtigen Feind ausgesetzt. Dabei hätten sie es doch selbst in der Hand, gemeinsam eine Plattform mit vernünftigen Preisen zu schaffen – was die Nutzer und „Zwangs-Piraten“ schon seit Jahren fordern.

[heise]



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