Wettbewerbsmissbrauch? EU bereitet Untersuchung gegen Android vor

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In den vergangenen Jahren hatte die EU-Kommission gegen Google wegen Wettbewerbsmissbrauchs im Markt der Suchmaschinen ermittelt, und konnte dennoch nur sehr geringe Zugeständnisse des Unternehmens erreichen. Jetzt haben die EU-Kartellwächter einen neuen Markt gefunden und bereiten angeblich eine große Untersuchung gegen Android vor, weil Google dessen Verbreitung zu Lasten der Konkurrenz ausnutzt.


Sobald ein Unternehmen einen hohen Marktanteil in der eigenen Branche erreicht hat, sehen die Kartellwächter ganz genau hin und haben immer ein offenes Ohr für die Beschwerden der Konkurrenz. Ob es auch in diesem Fall auf Druck von Konkurrenten oder Hardware-Partnern von Google zu Ermittlungen kommen könnte ist derzeit noch nicht bekannt. Derzeit soll die EU-Kommission noch Nachforschungen anstellen und erst später entscheiden ob ein Verfahren eingeleitet wird.

Android Figur
Bild: dpa

Google wird laut mehreren Berichten vorgeworfen, die Verbreitung von Android – die mittlerweile 85 Prozent erreicht hat – zum eigenen Vorteil und zur Verdrängung von Konkurrenten auszunutzen. Tatsächlich bestätigt auch Google selbst, dass man den Hardware-Partnern – in diesem Falle die Produzenten von Smartphones und Tablets – die Installation von mehreren Google-Services vorschreibt. Wer sich weigert, darf die neueste Android-Version nicht vorinstallieren.

Dies ist noch nicht der springende Punkt, sondern viel mehr die Tatsache dass Google auch in die andere Richtung Vorschriften machen soll: Angeblich soll man es den Smartphone-Produzenten untersagen, ähnliche Dienste die mit Google-Angeboten konkurrieren vorinstalliert auszuliefern. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, nutzt Google seine Position tatsächlich aus und unterdrückt die Konkurrenz – was ein langes Verfahren zur Folge haben dürfte.


Derzeit befindet sich die Kommission noch im Evaluierungsstatus und hat an mehrere Unternehmen, die von Googles Vorgehen betroffen sind, Briefe verschickt und um Stellungnahme gebeten. Diese haben nun bis Ende September Zeit ihre Stellungnahmen abzugeben. An welche Unternehmen die Briefe konkret verschickt worden sind ist derzeit noch nicht bekannt. Laut vergangenen Berichten soll Google aber selbst dem wichtigsten Partner Samsung untersagt haben, die Google-Dienste durch eigene Kopien zu ersetzen.

[heise]



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