OpenOffice goes LibreOffice – Google sichert Unterstützung zu

Oracle lässt an einer Seite nicht nur Google hängen, sondern auch die Open Source-Community. Und da es nicht unter den Fittichen von Oracle mit OpenOffice.org weitergegangen ist – mangels Interesse seitens Oracle – haben die Entwickler sich nun mit dem „The Document Foundation“-Projekt ihr eigenes Süppchen gekocht und wollen mit „LibreOffice“ (ehemals OpenOffice) nun wieder ihre Energie in das großartige Projekt stecken. 

Oracle kauft Sun. Diese Meldung hatte wohl jeden überrascht, der Java, VirtualBox und co. kennt. Aber nicht nur da hatte Sun viel zu tun. Oftmals ging es um das selbstständige Projekt OpenOffice, welches Sun immer zu decken versuchte und Mitarbeiter auch dort beschäftigte. Nach der Übernahme von Oracle passierte wohl gar nichts: Oracle lies das Projekt einfach verrotten und kümmerte sich lieber um Patent-Klagen oder ehrgeizige Projekte, wie Insider berichten. So soll Oracle an einem Web-Office (ähnlich wie MS Office Online oder Google Docs), welches aber ausschließlich gegen Bezahlung zu haben ist. Auch auf der OpenOffice-Konferenz vor einem Monat soll Oracle nichts dergleichen gesagt oder getan haben.

So sahen die Entwickler wohl keinen Ausweg, als sich von Oracle vorerst zu verabschieden. Damit es nicht auch da noch zu Marken-Streit kommt, wurde die Open Source Office-Suite kurzerhand in „LibreOffice“ umbenannt. Unter dem großen Projektnamen „The Document Foundation“ (weiter: TDF) entwickeln sie nun in Eigenregie. Ganz von Oracle trennen will man dann sich aber doch nicht, denn gerne, so der TDF-Gründer, kann Oracle die Lizenzen für den Namen „OpenOffice.org“ beisteuern und Mitarbeiter für LibreOffice abstellen.

Mitarbeiter abstellen möchte auch Google, Novell, Red Hat Canonical, GNOME und viele weitere Open Source-Unterstützer und -Projekte. So wird von Google beispielsweise Chris DiBona als Open Source Programm-Manager von Google Inc. für die Weiterentwicklung der Open Source Office-Suite bereitgestellt. Er schreibt auf der TDF-Seite:

Die Gründung von The Document Founcation ist ein großer Schritt für die weitere Förderung der Entwicklung von Open Source Office-Suiten. Gleiche Wettbewerbsbedingungen zu haben ist ein wichtiger Baustein, wenn man eine breite, aktive Community um ein Open Source-Projekt schaffen möchte. Google ist stolz darauf, ein Unterstützer der Document Founcation zu sein und sich am Projekt beteiligen zu dürfen.

Die vielen Projekte hinter TDF zeigen aber nicht nur, dass es wichtig ist, damit eine Community am leben bleibt, sondern auch dass sich viele Projekte aktiv dafür einsetzen, dass es weiterhin so viele und großartige Open Source-Software gibt. Auch Mark Shuttleworth (Gründer von Canonical und damit von Ubuntu) erklärt, dass in Zukunft in Ubuntu OpenOffice durch LibreOffice abgelöst wird und das Projekt auf jeden Falll Unterstützung findet. Auch ein ehemaliger Sun-Mitarbeiter für Open Source-Software hat sich diesem tollen Pakt angeschlossen.

Quellen: heise, chip

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comment ommentare zur “OpenOffice goes LibreOffice – Google sichert Unterstützung zu

  • „Toller Pakt“ – das sehe ich weitaus kritischer. Das sind Flagschiffprojekte mit Entwicklern großer Unternehmen. Die wirklich freie Community ist da eher rar gesät.

    Zudem ist OOo GUI-mäßig ja wohl mehr als angestaubt.

    Da gibt es wesentlich bessere OpenSource-Projekte.

  • Das ist ja das Problem. Da hat man mit OOo eine Alternative zu dem überfrachteten und durch Ribbons mittlerweile unbenutzbaren und verwirrenden MS Office und dann ziehen die Ooos diesen Mist nach 🙁
    Von wegen „angestaubte Oberfläche“. Ich würde das eher „hierarchisch“, „logisch“ und „benutzbar“ nennen.

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