Quartalszahlen beweisen: Hersteller verdienen kein Geld mit Android-Smartphones

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Smartphones haben sich im Laufe weniger Jahre extrem stark gewandelt: Während sie am Anfang ein wahres „Wunderding“ waren, wurden sie kurz darauf zum Statussymbol, dann zum teuren Hobby und mittlerweile sind sie nur noch ein Alltagsgegenstand. Und obwohl gefühlt jeder Mensch ein Smartphone besitzt, können nur sehr wenige Unternehmen mit ihnen Geld verdienen. Eine neue Statistik zeigt nun, dass die meisten Hersteller mit der Produktion von Android-Smartphones nur Verluste einfahren – aber dennoch daran festhalten.


In den letzten Wochen haben alle großen Hersteller ihre Quartalszahlen vorgelegt, die nun von einem Verge-Redakteur zerpflückt und analysiert worden sind. Dabei wurde klar, dass es praktisch nur vier Unternehmen gibt, die mit Smartphones Geld verdienen: Apple mit seinem eigenen Ökosystem, Samsung mit seiner schieren Masse an verfügbaren Geräten und Google indirekt über den Play Store sowie Microsoft über Lizenzzahlungen. Alle anderen fahren Verluste ein, aber halten dennoch aus diversen Gründen daran fest.

Android-Money

Unternehmen wie LG und Sony oder auch Lenovo haben es niemals geschafft, aus ihren verkauften Smartphones Profit zu schlagen – und das obwohl sie große Marken drumherum aufgebaut und einiges an Werbebudget investiert haben. Und auch wenn sich das in absehbarer Zukunft nicht ändern wird, werden sie an ihrem Smartphone-Business festhalten – denn dieses wird von vielen Unternehmen mittlerweile als Werbeausgabe angesehen. Smartphones binden sowohl Menschen an eine bestimmte Marke, und sind auch wichtiger Werbeträger für die Industrie. Denn beide Unternehmen produzieren auch Komponente für andere Hersteller, so wie LG seine Displays und Sony seine Kameras.

Und dann gibt es noch die anderen Hersteller wie HTC oder BlackBerry, die vor einem riesigen Problem stehen. Diese produzieren selbst keine Komponenten, und haben auch keine andren Produkte als Smartphones in ihrem Sortiment. Beide schreiben seit langer Zeit Verluste oder nur extrem geringe Gewinne, die der Mühe kaum wert sind. Andere wie Nokia haben sich bereits zurückgezogen, Motorola wurde als Zweitmarke praktisch eingestellt und selbst Subventionierungs-Gigant Amazon hat seine Pläne für ein eigenes Smartphone bekanntlich beerdigt.



Da laut The Verge praktisch jeder heutzutage ein Android-Smartphone entwickeln und produzieren lassen kann, ist der Preiskampf mittlerweile so enorm, dass wohl noch einige andere Hersteller in Zukunft ihr Geschäft aufgeben werden. Doch die Hersteller haben kaum eine andere Wahl, denn die Entwicklung eines eigenen Betriebssystems ist teuer und würde jahrelange Investitionen verschlingen, um auch nur annähernd mit den Platzhirschen mitzuhalten. Windows ist für die meisten keine Option, da die Kunden es (derzeit) nicht annehmen.

Folgende Aussage fasst die ganze Entwicklung perfekt zusammen:

The profits in the mobile business have shifted away from manufacturing and toward software and services — and most companies are still struggling to deal with this new reality

[The Verge @ Yahoo!]



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