Kostenlose Chromebooks und mehr: So wollte Google Kinder und Jugendliche an die eigenen Produkte binden
Google ist mit vielen Produkten sehr erfolgreich, kann Millionen oder gar Milliarden Nutzer erreichen und möchte natürlich, dass das so bleibt. Wir vor einigen Tagen bekannt wurde, setzt man zu diesem Zweck auch gezielt darauf, Kinder und Jugendliche anzusprechen, um diese zu zukünftigen loyalen Nutzern zu machen. Das sorgt in den USA für Empörung, ist in der bekannt gewordenen Form aber eigentlich gang und gäbe.
Kinder sind nicht nur die Erwachsenen von morgen, sondern natürlich auch die Kunden von morgen. Das ist gerade Unternehmen mit einer bekannten Marke bewusst und wird je nach Strategie entsprechend adressiert. Wir hatten erst vor wenigen Tagen berichtet, dass Google mit kostenlosen Chromebooks die Kinder binden und zu loyalen Nutzern machen möchte. Diese sollen sich schon früh an die Produkte gewöhnen und diese dann auch in Zukunft verwenden (wollen).
Kinder sollen an Chromebooks und Google-Dienste gebunden werden
Konkret geht es darum, dass man seit Jahren Hunderttausende Chromebooks für eher symbolische Preise an US-Schulen verteilt. Das Kalkül ist es, dass die Kinder und Jugendlichen mit den Chromebooks aufwachsen, mit Chrome, mit GMail, der Websuche und den vielen weiteren Google-Diensten. Sie lernen ihren digitalen Alltag auf Basis dieser Produkte kennen und im besten Fall werden sie dabei bleiben. Sowohl im Erwachsenenalter als auch vielleicht schon im Elternhaus. Wer in der Schule vom Chromebook überzeugt ist, wird diese Produkte vielleicht auch im Elternhaus „bewerben“.
Aus Google-internen Unterlagen geht hervor, wie man sich das damals vorgestellt hat: „In Schulen zu investieren, hilft den Kindern beim Einstieg in das Google-Ökosystem“., „Die Marke der Schul-Laptops beeinflusst die spätere Nutzung der Plattformen“. Aber auch sehr langfristig: „Überzeugt man eine Person frühzeitig von einem Betriebssystem, wird diese der Plattform loyal bleiben – vielleicht ein Leben lang“. Ganze 80 Prozent der Kaufentscheidung werden auf der Basis einer Marke getroffen.
Kinder sollen YouTube bewerben
Aber nicht nur mit Chromebooks und den darauf verfügbaren Google-Diensten sollen Kinder gebunden werden, sondern auch bei YouTube hatte man schon frühzeitig solche Pläne. In einer weiteren Präsentation aus dem zweiten Jahrzehnt dieses Jahrtausends heißt es recht euphorisch:
- Stell dir vor: Eltern fragen ihre Kinder ‚warum schaust du nicht mehr YouTube?‘
- Stell dir vor: Lehrer können ihren Unterricht mit YouTube-Videos aufwerten
- Stell dir vor: Schulleiter verlagern ihr Budget für den Kauf von Schulbüchern auf ein YouTube-Abo
Nicht ohne Grund gibt es Dienste wie YouTube Kids. Zu glauben, dass das Produkt nur zum Vorteil der Eltern geschaffen worden ist, wäre bei einem gewinnorientierten und börsennotierten Unternehmen vielleicht etwas zu naiv.
Ich denke, dass in vielen größeren Unternehmen mit bekannter Marke solche Strategien existieren. Diese kommen normalerweise nicht an die Öffentlichkeit und auch in diesem Fall sind sie eher durchgesickert. Bekannt geworden ist das ausgerechnet im Rahmen einer US-Untersuchung zu süchtig machenden digitalen Diensten. Google behauptet, dass diese Folien falsch interpretiert werden, aber das ist natürlich Blödsinn. Man wird auch weiterhin solche Strategien fahren, es aber vielleicht deutlicher verstecken…
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