San Francisco: Google baut angeblich schwimmendes Rechenzentrum

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In der Bucht von San Francisco liegt seit einigen Wochen ein Containerschiff, auf dessen Deck ein immer höher werdender Container-Aufbau entsteht. Dahinter steht allerdings keine Reederei oder ein Schifffahrts-Gigant, sondern allem Anschein nach Google mit seinem neuesten Projekt.


Das Schiff selbst hat eine Länge von 76 Metern, ist 22 Meter breit und ragt etwa 5 Meter aus dem Wasser heraus. Darauf entsteht derzeit ein Container-ähnlicher Aufbau mit einer Höhe von aktuell 10 Metern und einem Stahlgerüst mit einer Höhe von 12 Metern. Was sich dahinter verbirgt ist von Außen nicht zu erkennen.

Google Containerschiff

Auch wenn sich kein Hinweis auf den Bauherr findet, soll es in der Bay ein Offenes Geheimnis sein, dass Google hinter diesem Projekt steckt. Auf Nachfragen wollte Google eine Beteiligung weder bestätigen noch dementieren, das Millionen-Projekt wird aber dennoch mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Internetkonzern gesteuert.

Laut diversen Medienberichten soll Google hinter der Container-Fassade derzeit ein mobiles Rechenzentrum errichten, das bei Bedarf seinen Standort wechseln kann. Ein entsprechendes Patent hat Google bereits 2007 zugesprochen bekommen. Damals war es vor allem für die Verarbeitung von riesigen Datenmengen an einem bestimmten Ort geplant.

Ein weiterer Vorteil eines schwimmenden Rechenzentrums wäre die praktisch unendlich verfügbare Wasserkühlung. Dagegen spricht, dass das gesamte Rechenzentrum auf einem Schiffsrumpf nur sehr eingeschränkt platziert werden kann und lange Transportwege auf sich nehmen müsste. Ob hier nun also tatsächlich ein Rechenzentrum entsteht, darf zumindest kritisch hinterfragt werden.


Ein Google Glass Store?
Ein weiteres Gerücht besagt, dass Google hinter der Fassade einen Store extra für Google Glass einrichtet und diesen pünktlich zum geplanten Erscheinungstermin in wenigen Monaten eröffnen kann. Warum man diesen Store nicht auf einem festen Untergrund baut, bleibt als offene Frage wieder einmal im Raum stehen.

Aktuell hat Google, sofern es denn hinter dem Projekt steht, den Bau übrigens gestoppt. Als Grund wird vermutet, dass das Unternehmen derzeit gar keine Berechtigung dafür hat, etwas über dem Wasser zu transportieren. Ohne die Lizenz ist das Schiff also in seinem Dock gefangen und kann nicht zu seinen Einsatzorten gebracht werden.

Was glaubt ihr, was Google auf diesem Kahn baut?

[The Verge]

UPDATE:
» BAL0001: Googles schwimmende Container sind Technik-Showrooms



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comment ommentare zur “San Francisco: Google baut angeblich schwimmendes Rechenzentrum

  • [Als Spam markiert von Antispam Bee | Spamgrund: Server IP]
    Ein schwimmendes Rechenzentrum halte ich aus mehreren Gründen für unwahrscheinlich:

    * Die Internetanbindung eines Rechenzentrums muss gut und möglichst ausfallsicher sein. Auf einem Boot dürfte das schwer sein.
    * Ein Rechenzentrum benötigt viel Energie.
    * Welchen Mehrwert hätte ein schwimmendes Rechenzentrum für einen so großen Konzern, der sowieso schon weltweit vertreten ist?

  • Die Idee mit dem Rechenzentrum zwecks günstiger Kühlung klingt plausibel.

    Was aber auch ein Grund sein kann, ist dass es irgendwelche rechtlichen Gründe gibt. Vielleicht kann Google dadurch irgendeine Grauzone nutzen, weil die Daten nicht auf amerikanischem Boden liegen.

    Kann aber natürlich gut sein, dass es damit auch garnichts zutun hat..

  • Sofern das Schiff sich in amerikanischen Hoheitsgewässern befindet, gilt es rechtlich als auf amerikanischem Boden.

    Um amerikanisches Recht umgehen zu können, muss das Schiff in jedem Fall in internationale Gewässer fahren, bzw. gezogen werden.

    • Naja… es gibt in einigen US-Bundesstaaten sehr abstruse Gesetze, wie zum Beispiel dass Casinos nicht auf dem Land gebaut werden dürfen. Da hat man dann die Casinos halt über Wasser gebaut. (Vermutlich war dies nicht die Intention des Gesetzgebers…)
      Aber ich denke nicht, dass dies hier der Grund für Google wäre – vorrausgesetzt dieses Machwerk stammt von Google.

      • Ok, das Gesetz kannte ich noch nicht. Bei den Amis entdeckt man halt immer neue Kuriositäten… 😉

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