HTTPS bevorzugt: Google Chrome warnt Nutzer schon bald vor unverschlüsselten Verbindungen

chrome 

Google hat den unverschlüsselten HTTP-Verbindungen schon vor längerer Zeit den Kampf angesagt und setzt dazu auf zwei der eigenen mächtigsten Werkzeuge: Die Websuche und der Chrome-Browser. Schon vor langer Zeit hatte man laut darüber nachgedacht, in Zukunft unverschlüsselte Verbindungen als unsicher zu markieren und den Nutzer praktisch schon vor dem Aufruf solcher Seiten zu warnen. Jetzt hat man das ganze konkretisiert und hat erstmals gezeigt, wie diese negative Markierung aussehen wird.


Man kann nicht sagen dass Google den Webmastern keine Zeit für einen langsamen Übergang auf HTTPS gegeben hat, doch wenn die gesetzten Fristen erst einmal abgelaufen sind, dann wird man den Kampf gegen die unverschlüsselten Verbindungen auch knallhart durchziehen: In der Websuche werden HTTPS-Verbindungen seit einiger Zeit bevorzugt und sind schon ein sehr gewichtiges Argument für alle Webmaster, ihre Seiten nun auf eine sichere Verbindung umzustellen. Als nächstes dürfte nun der Chrome-Browser an der Reihe sein.

chrome ssl warning x

Schon vor gut einem Jahr wurde in die Canary-Version des Chrome-Browsers eine Warnung vor unverschlüsselten Verbindungen integriert, um die Reaktionen der Nutzer auf eine solche Funktion zu testen. Statt wie früher den Nutzer darauf hinzuweisen, dass es sich um eine sichere Verbindung handelt, wird das ganze dann also umgedreht. Die verschlüsselte Verbindung gilt dann als Standard und alle anderen sind dann die Ausnahme statt die Regel und werden mit einem eigenen Symbol versehen.

Auf einer Sicherheitskonferenz in San Francisco haben Googles Entwickler nun erstmals gezeigt, wie diese neue Warnung aussehen wird. Wie auf obigem Screenshot zu sehen ist, bekommen die Webseiten ein großes rotes X auf das Favicon und stechen dem Nutzer damit schon die Augen. Eine offensichtlichere Warnung, etwa über eine rote Adresszeile, wird es vorerst wohl nicht geben – aber der erste Schritt hin zu einer Warnung vor dem Besuch ist damit getan. Auch hier dürfte man wieder eine lange Übergangsphase gewähren, bevor man die Warnung eventuell noch größer darstellt.



Wann genau diese Funktion in die stabile Version des Chrome-Browsers integriert wird, ist bisher nicht bekannt und wurde auch auf der Konferenz nicht verraten. Die Entwickler ließen sich aber soweit in die Karten blicken, dass es „bald“ eine Ankündigung mit näheren Details geben wird. Das ganze kann also in den nächsten Wochen schon eingeführt werden, und setzt den Webmastern dann wieder einmal die Pistole auf die Brust.

Wahrscheinlich dürften bei einer solchen Änderung auch andere Browser mitziehen und eine solche Warnung zum Standard erklären. Zwar wird sich wohl kein Nutzer von so einer Warnung vom Besuch seiner Lieblingsseiten abhalten lassen, aber im Hinterkopf soll eben absichtlich ein ungutes Gefühl aufgebaut werden. Da Chrome der dominierende Browser ist, kann eine solche Änderung schon große Auswirkungen haben und viele Webmaster zum umdenken bewegen.

[futurezone]



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