Google für Windows: Zwei neue Apps bringen Gemini und Google auf den Desktop – mit Überschneidungen
Nach vielen Jahren der Konzentration auf mobile Plattformen will sich Google jetzt auch am Desktop mit seinen Kernprodukten etablieren – allen voran natürlich auf Microsoft Windows. Dazu hat man erst vor wenigen Tagen die neue Gemini-App veröffentlicht, die der wenige Monate zuvor veröffentlichten Google-App recht ähnlich ist und auch große Überschneidungen mit Chrome und Loom aufweist. Warum?
Wenn Google einen neuen Bereich für sich entdeckt hat, fährt man oft nach dem Motto „viel hilft viel“ und schaut erst nach einer gewissen Zeit, welches der Produkte oder Funktionen den größten Erfolg erzielt hat. Das gilt jetzt offenbar auch für den Desktop, denn innerhalb von nur wenigen Monaten hat man gleich zwei Windows-Apps veröffentlicht, erprobt eine Dritte und könnte alle drei eigentlich mit dem Chrome-Browser abdecken. Schauen wir uns das einmal an.
Im April wurde die Google-App für Windows gestartet, mit der die Websuche fest an der Windows-Oberfläche verankert werden soll. Die Nutzer können mit einer schwebenden Suchleiste im Web suchen, erhalten KI-Zusammenfassungen, können lokale Dateien durchsuchen, den Bildschirminhalt analysieren und einiges mehr. Die App lässt sich sehr leicht per Tastenkombination aufrufen. Ich hatte die App hier im Blog schon von Beginn an gelobt und auch provokant gefragt, warum Microsoft der Google-App nichts entgegenzusetzen hat.
Nur zwei Monate später ist mit Google Loom eine interessante Chrome-Entwicklung aufgetaucht, die wichtige Teile der neuen Google-App ersetzen könnte. Es soll eine schwebende Suchleiste geben, die Adressleiste soll stets zugänglich sein, Fragen beantworten und mehr. Es klang ganz danach, dass man die Google-App eher temporär geschaffen hat und diese sehr langfristig im weit verbreiteten Chrome integrieren könnte.
Erst vor wenigen Tagen ist die neue Gemini-App für Windows gestartet, die den KI-ChatBot am Desktop etablieren soll. Dieser lässt sich mit einer Tastenkombination aufrufen und bietet die vollständige Gemini-KI sowie die Möglichkeit zur Auswertung des Displayinhalts. Es fühlt sich an wie eine schwebende Web-App, würde für den schnellen Zugriff aber sicherlich nicht gleich den gesamten KI-ChatBot benötigen.
Jetzt kommt es zu großen Überschneidungen: Beide Apps bieten Zugang zur Gemini-KI, beide Apps liefern Informationen, beide Apps können den Displayinhalt analysieren und beide Apps werden über exakt dieselbe Tastenkombination aufgerufen. Hat man beide installiert, gewinnt die zuletzt installierte oder aktualisierte. Die enge Verzahnung des KI-ChatBot mit der Google-Suche sollte eigentlich dafür sorgen, dass es nur eine der beiden Apps benötigt.
Die Überschneidungen zwischen Google, Gemini und Loom sind im Such- bzw. KI-Prompt-Bereich so groß, dass es nur eine dieser drei Apps benötigen würde. Noch dazu betreibt man mit Google Chrome ohnehin die mutmaßlich am häufigsten und längsten genutzte Windows-App überhaupt, die solche schlanke Suchleisten durchaus selbst mitbringen könnte. Es wird spannend, wie und in welche Richtung sich die einzelnen Apps weiterentwickeln werden.
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