Interaktives Google-Doodle: 117. Geburtstag von Oskar Fischinger & Audiovisuelles Musikinstrument

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Am heutigen 22. Juni hätte der Künstler und Filmemacher Oskar Fischinger seinen 117. Geburtstag gefeiert. Anlässlich dieses nicht ganz so runden Jubiläums hat Google heute ein ganz besonderes Doodle auf nahezu allen Startseiten weltweit geschaltet, das sich nicht nur optisch von vielen anderen abhebt: Im Doodle enthalten ist ein komplettes Spiel bzw. Tool mit dem man sowohl visuelle als auch audiovisuelle Effekte ganz einfach erstellen und zusammenklicken kann.


google doodle 117 Geburtstag von Oskar Fischinger

Das heutige Doodle zeigt das Google-Logo in einer zwar abstrakten aber dennoch gut erkennbaren Form: Die Buchstaben formen sich aus einzelnen geometrischen Formen und Figuren und sind zum großen nur angedeutet – auch die Farben passen nicht ganz, aber dennoch ist es eindeutig als Google-Logo zu erkennen. Die einzelnen Formen sind in dem Logo animiert, wobei sich der wichtigste Teil im zweiten O mit dem großen Play-Button befindet. Einmal draufklicken, und schon geht es in die Audiovisuelle Welt von Oskar Fischinger.

oskar fischinger game1

Mit einem Klick auf das Doodle öffnet sich eine neue Ansicht in der ein Spiel bzw. Tool im Vollbild geladen wird. Die ganze Webseite ist dann praktisch ein abstraktes und audiovisuell dargestelltes Instrument: Man hat eine Art Gitternetz und kann dort einzelne Punkte Ein- oder Ausschalten. Von Links nach Rechts verläuft dann eine vertikale Linie die die Musik in der jeweiligen Spalte abspielt. Durch die Höhe und Menge der Punkte wird der Ton bestimmt.

oskar fischinger game2

Mit etwas Übung kann man schon sehr schnell eine kleine Melodie zusammenklicken und diese, wenn gewünscht, auch per direktem Link teilen. Interessanter wird es aber mit einem Klick auf die Tools am unteren Rand oder das Instrument am oberen Rand: Es stehen verschiedene Instrumente und Optionen zur Auswahl, mit denen der Klang, die Geschwindigkeit oder auch der Start der Tonleiter angepasst werden kann. Außerdem finden sich dort drei fertige Musikstücke. Klickt euch einfach mal durch 🙂



oskar fischinger

Wie Google auf der Doodle-Website verrät, waren an diesem Produkt mehrere Organisationen und Einzelpersonen beteiligt, die sowohl Ideen als auch die Effekte geliefert haben. Auch die jüngste Tochter des Künstlers, Angie Fischinger, war daran beteiligt und ist auch heute noch – mehr als 50 Jahre nach seinem Tod – unglaublich stolz auf ihren Vater, wie sie in folgenden Zeilen über das Lebenswerk ihres Vaters noch einmal ausdrückt:

My parents were German immigrants. They were forced to leave Germany in 1936 when it became clear that my father could not pursue his work as a filmmaker there (art films were declared „degenerate“). But many people who had already seen his films recognized his greatness. He received an offer to work at MGM and stayed in Hollywood after the war.
 
My father was incredibly dedicated to his art — some even called him stubborn. His passion and honesty were part of his brilliance, but they could also make him a bit difficult to work with. Sometimes our family struggled financially as a result, so everybody pitched in — the kids got paper routes or did babysitting. We were raised in a healthy, hard-working environment. We were happy, intellectually stimulated, and dedicated to education. Thanks to my family’s support and encouragement, I graduated from San Jose State and taught in the public school system for 30 years.
 
I feel incredibly proud of my family and am delighted to be the daughter of Oskar and Elfriede Fischinger. It means so much to me to see this celebration of my father’s art. It’s wonderful to know that his work, which has been steadily praised since the 1920s, will continue to receive worldwide recognition.



Oskar Fischinger wurde am 22. Juni 1900 geboren und ist vor allem in den späten 20er- und frühen 30er-Jahren durch seine Filme und künstlerischen Animationen aufgefallen. In einer Zeit in der es noch längst keine Computer gab, hatte er Animationen und Effekte erschaffen, die auch heute noch schwer nachzuahmen sind und ihn viele Monate oder gar Jahre Zeit gekostet haben. Zu seinen bekanntesten Werken zählen unter anderem Effekte in Walt Disneys Film Fantasia.

Im Februar 1936 emigrierte Fischinger in die Vereinigten Staaten, wo er unter Fürsprache von Ernst Lubitsch ein Angebot der Paramount in Hollywood erhielt. Unterstützt wurde die mittellose Familie von Paul Kohner und Charlotte Dieterle, die 1938 den European Film Fund gründeten. Im Dezember 1936 unterschrieb Fischinger einen Vertrag mit Metro-Goldwyn-Mayer.Später entwarf er für Walt Disney die Verfilmung der Toccata und Fuge in D-Moll für dessen Film Fantasia (1939).
 
Fischinger war seinerzeit einer der wenigen Filmemacher, die sich schon zu Beginn des Tonfilms in den 1920er Jahren Gedanken machten über die Verbindung von Musik und visuellen Effekten. In Filmen wie ‘‘Studien‘‘ beispielsweise ordnete er in den Eröffnungssequenzen den visuellen Rhythmus dem auditiven unter. Fischingers Arbeiten und die seiner avantgardistischen Kollegen (Walter Ruttmann, Hans Richter, Viking Eggeling u. a.) gelten als Vorläufer des modernen Videoclips.

Fischinger wurde nur 66 Jahre alt und starb am 31. Januar 1967 in Los Angeles, aber sein Werk ist bis heute unvergessen und beeindruckt auch nach einem halben Jahrhundert noch immer. Und spätestens mit diesem Google-Doodle wird auch sein Name wieder in Erinnerung gerufen – und genau das ist ja auch der Sinn hinter den Doodles 🙂

[Oskar Fischinger]



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