Project Ara: Geistiger Vater des modularen Smartphones kritisiert Googles Konzept

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Vor wenigen Tagen hat Google nach längerer Funkstille die endgültigen Details zum Project Ara bekannt gegeben und hat auch Informationen über den Vertrieb und die Module des modularen Smartphones veröffentlicht. Während viele Beobachter von dem Konzept begeistert sind und sich eine kleine Smartphone-Revolution erwarten, zeigt sich der geistige Vater dieser Idee wenig beeindruckt.


Im Oktober 2013 hat die damalige Google-Tochter Motorola mit der Ankündigung begeistert, ein modulares Smartphone entwickeln zu wollen. Auch nach dem Verkauf von Motorola an Lenovo hatte Google das Projekt im eigenen Haus behalten und weitergeführt. Doch die Idee stammt nicht etwa von einem Google- oder Motorola-Mitarbeiter, sondern von einem Designer aus Holland: Dave Hakkens hatte im Jahr 2013 mit dem Phonebloks-Konzept für Furore gesorgt und die gesamte Entwicklung so erst angestoßen.

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Google hat nicht nur die Spezifikationen und die genaue Funktionsweise des Ara-Smartphones bekannt gegeben, sondern hat auch angekündigt dass man einen Marktplatz für Module eröffnen wird. Das Smartphone wird nur von Google autorisierte Module annehmen, was für einige Kritik gesorgt hat. Aber auch die Tatsache dass nur die Zusatzelemente und nicht die Systemkomponenten ausgetauscht werden können, stieß bei einigen Beobachtern auf wenig Begeisterung.

Der geistige Vater des Smartphones hat sich das Project Ara nun ebenfalls genauer angesehen und hat in einem Blogbeitrag seine Meinung kund getan und dem Google-Team auch gleich einige weitere Tipps mit auf den Weg gegeben.

Zum Modul-Marktplatz:

…it isn’t truly open. Everything happens under the umbrella of Google. They are in charge, they make the rules. They can decided to suddenly change the connectors, or design. Making all previous modules you have obsolete. It’s a powerful ecosystem which shouldn’t be in the hands of one organisation.



Zu den Modulen:

It means your phone still gets obsolete after a while. What if your screen breaks? Well you still need to replace the entire phone. And after a couple of years it gets slow and you need to replace your entire skeleton.

Zur Vermarktung des Smartphones:

Don’t focus on making the next phone that sells, but focus on making the future phone. Truly a phone for the entire world…

Google wird sicherlich nicht auf die Einschätzung von Hakkens antworten, aber in seinen angesprochenen Punkten hat er natürlich Recht. Allerdings muss man natürlich auch sehen dass Google eben ein Unternehmen und kein Wohlfahrtsverein ist. Irgendwie muss das für die lange Entwicklung ausgegebene Geld natürlich wieder eingespielt werden, und genau darauf ist das Project Ara in der jetzigen Form ausgelegt.

» Blog-Beitrag von Dave Hakkens



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comment ommentare zur “Project Ara: Geistiger Vater des modularen Smartphones kritisiert Googles Konzept

  • Er hat völlig Recht, allerdings ist das gerade Mal die erste Version und Apples erstes Smartphone war bis auf den einen Button und das große Display auch kein riesiges Ding im Vergleich, was danach kam.

    • Aber das Handy soll ja von Anfang an nur durch Modulle ersetzt werden und nicht immer durch den Grundsatz (also das ganze Handy).

  • Ich glaube da wird sich gewaltig verrannt. Kein Interesse außer bei Geeks.

  • Google schafft ein Geldsümpf an. Anstatt jeden zweiten Jahr ein neues Handy, lieber jeden Monat ein neuer Bauteil. Und nach zwei Jahren; dann kommen die neue Bauteile herraus, die aber nur mit dem neusten Google Ara Plattform kompatibel sein werden.

    Bei dem originalen Konzept ging es auch um die Beschaffung von marktübergreifenen Standards, damit alle Herstellern davon profitieren können, und nicht nur einen Monopol. (Beispiel USB)

  • Bei einem Displayschaden muss man zwar den Rahmen austauschen, was bereits als (zu heutigen Standards abgespecktes) Smartphone gilt, aber die Module bleiben.
    Ich hätte das Ursprungskonzept auch besser gefunden, wo die Grundkomponenten (hier Display) wie ein Modul austauschbar sind.
    Darüber wird in den Kommentaren auch hier diskutiert: googlewatchblog.de/2016/05/project-ara-google-smartphones

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