Deepmind: Googles Künstliche Intelligenz-Tochter wertet Millionen Patientendaten aus

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In den letzten Monaten hat sich die Google-Tochter Deepmind vor allem durch den Sieg gegen den Go-Weltmeister einen Namen gemacht und hat sich auch in der Vergangenheit auf das Einstudieren von (Computer)-Spielen konzentriert. In Großbritannien geht man nun einen ganz anderen Weg um die eigene KI zu trainieren und auszutesten: Das Unternehmen bekommt Millionen von Patientendaten von Krankenhäusern und wertet diese aus.


Natürlich ist das intelligente Lösen von Computerspielen und das Besiegen des Go-Weltmeisters sehr eindrucksvoll für eine Künstliche Intelligenz, aber auf lange Sicht ist das natürlich nicht das eigentliche Ziel des Unternehmens. Zwar hatte man erst vor wenigen Tagen eine neue Herausforderung angekündigt und plant wieder mit einem Computerspiel, aber natürlich laufen nebenher auch noch andere Projekte.

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In Großbritannien konnte Deepmind jetzt eine Vereinbarung mit einem großen Krankenhausbetreiber erreichen, das dem Unternehmen den Zugang zu Millionen von Patientendaten ermöglicht. Diese sollen nun von der KI ausgewertet werden, um in Zukunft Krankheitsverläufe besser vorhersagen zu können, Erkrankungen früher zu erkennen und vielleicht auch bessere Behandlungsmethoden vorschlagen zu können. Auf Grundlage von mehr als 1 Million Patienten lassen sich von einer starken KI möglicherweise bessere Entscheidungen treffen als von einem Arzt.

Die Vereinbarung wurde mit dem Betreiber Royal Free NHS Trust getroffen, der drei Krankenhäuer in London betreibt. Es werden die Daten aller Patienten der vergangenen fünf Jahre zur Verfügung gestellt, so dass Deepmind insgesamt 1,3 Millionen Patientendaten auswerten kann. Da es sich dabei aber um sehr sensible Daten handelt, werden diese Deepmind nicht direkt zur Verfügung gestellt. Die Daten sollen bei einem noch nicht benannten Partner gespeichert werden, der sich verpflichtet die Daten im September 2017 wieder restlos zu löschen.



Dass eine intelligente Auswertung solcher Daten in Zukunft möglicherweise Leben retten oder Patienten durch bessere Behandlungen viele Leiden ersparen können steht bei den meisten Experten außer Frage, doch natürlich wird ein solcher Schritt sehr kritisch beäugt – vor allem wenn sich ein Privatunternehmen dem annimmt. Für Google/Alphabet ist das ganze ein wichtiger Schritt, denn das erklärte Ziel solcher Systeme ist es schon lange, Menschen langfristig zu helfen und nicht irgendwelche Computerspiele zu lösen. Und genau das könnte man nun mit diesem ersten Schritt erreichen.

Kurios ist übrigens auch, warum Deepmind gleich den vollen Datenumfang bekommt: Eigentlich hatte man nur nach Daten von Nierenpatienten angefragt und diese auswerten wollen – was ein deutlich kleinerer Kreis gewesen wäre. Doch da das Krankenhaus diese nicht getrennt speichert, und offenbar nicht in der Lage ist die Daten zu filtern, gibt man Deepmind bzw. dem Zwischenpartner gleich den Vollzugriff auf alle Daten.

[heise]



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