ChromeOS vor dem Aus: Google zieht den Stecker – das Betriebssystem war seiner Zeit weit voraus (Meinung)
Vor weit über einem Jahrzehnt hat Google das Betriebssystem Chrome OS vorgestellt, das damals wie heute sehr innovativ aufgetreten ist und viele neue Ideen in einen bis dahin eher verschlafenen Bereich brachte. Doch jetzt steht es vor dem Aus, denn die Plattform soll durch das neue Betriebssystem Aluminium OS abgelöst werden, das die großen Vorhaben endlich umsetzen soll. Chrome OS war seiner Zeit einfach weit voraus.
Google steht vor dem großen Desktop-Neustart, der die Googlebooks mit ihrem neuen KI-Betriebssystem Aluminium OS mitbringen wird, das schon jetzt die aktuellen Produkte in die Vergessenheit drückt. Denn es ist bekanntlich nicht Googles erster Anlauf, sondern wird auf das bisherige Duo Chrome OS und Chromebook folgen, das den Weg bereitet hat – aber selbst nie wirklich abheben konnte.
Jetzt steht das Betriebssystem vor dem Aus. Das letzte große Update mit wirklich erwähnenswerten neuen Funktionen außerhalb des Browsers liegt viele Monate zurück. Die Chromebooks sind längst im Zombiemodus und erst vor wenigen Tagen hat man auch das Aus von Chrome OS bei Google Meet bekannt gegeben. Zwar hat man noch Garantien zu erfüllen und muss das Update-Versprechen für Millionen auf den Markt befindlichen Chromebooks einhalten – aber dieses „Problem“ löst sich im Laufe der Zeit von selbst.
Ich habe hier im Blog schon vor einigen Tagen ausführlich berichtet, wie es mit den Chromebooks weitergeht, die sich tatsächlich zu Googlebooks upgraden lassen werden. Damit lassen sich diese noch jahrelang weiter verwenden, doch für Chrome OS ist das Aus längst besiegelt. Aus Google-Sicht war es die richtige Entscheidung, mit Aluminium OS einen sauberen Neustart zu wagen, doch für das Vermächtnis von Chrome OS ist das natürlich nicht gerade förderlich.
Chrome OS war seiner Zeit weit voraus
Als Google vor mittlerweile 15 Jahren das „Cloud-Betriebssystem“ ChromeOS angekündigt hat, das ohne aktive Internetverbindung kaum nutzbar ist, war die Begeisterung verhalten. Tech-Freaks waren sehr interessiert, sind aber keine ausreichend große Zielgruppe. Bis heute gilt, dass Chrome OS sehr stark auf die Cloud ausgelegt ist. Zwar sind im Laufe der Jahre lokale Anwendungen eingezogen, aber am Browserkonzept hatte man stets festgehalten.
Google dürfte damals unterschätzt haben, wie behäbig die Verlagerung in die Cloud verläuft. Auch heute noch kommt ein Chromebook für viele Menschen nicht in Frage, obwohl sie an ihrem Windows-Laptop nichts anders tun, als den Browser zu öffnen. Das weiß man auch bei Google, hält daher mit Aluminium OS grundsätzlich an diesem Konzept fest, betont es aber nicht mehr so sehr. Stattdessen legt man den Fokus auf KI-Unterstützung – die ohne die Online-Anbindung ebenfalls deutlich weniger leisten kann.
Auch wenn Aluminium OS noch gar nicht offiziell vorgestellt worden ist, kann man schon heute sagen, dass Chrome OS seiner Zeit weit voraus gewesen ist und im Rückblick als Wegbereiter gelten wird. Google hat über viele Jahre gezeigt, dass ein „Cloud-Betriebssystem“ möglich ist, auch wenn es in den ersten Jahren viele Einschränkungen mit sich brachte. Dennoch: Wer ein Chromebook gekauft hat, hat es nur selten bereut und auch für den Nachfolger nicht selten erneut zu einem Chromebook gegriffen.
Vielleicht zu früh, aber dennoch: RIP, Chrome OS.
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