EU-Behörden ermitteln gegen Googles Datenschutzbestimmungen

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Die europäischen Datenschutzbehörden nehmen Google wegen der im letzten Jahre eingeführten neuen Datenschutzbestimmungen in die Mangel: Gemeinsam mit fünf weiteren europäischen Behörden hat Hamburgs Datenschutzbeauftragter eine Kontrolle des Unternehmens und dessen Praktiken angekündigt.


Einen ersten Warnschuss gegen die Datenschutzbestimmungen hat Google bereits vor einem halben Jahr, im Oktober 2012, bekommen und hat die zu dieser Zeit vereinbarte Frist verstreichen lassen – jetzt machen die Behörden ernst und überprüfen die Rechtmäßigkeit der grundlegenden Bestimmungen zur Nutzung aller Google-Dienste.

Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar will die Verarbeitungspraxis der Nutzerdaten kontrollieren und prüfen, ob diese auf einer zulässigen Grundlage erfolgen. Das Hauptproblem besteht aus der Verknüpfung der Daten der verschiedenen Angebote und der dadurch entstehenden Profilbildung. Was Google als Vorteil für den Nutzer anpreist, sehen die Datenschutzbehörden in einem ganz anderen Licht.

Alle Google-Nutzer geben dem Unternehmen durch die Bestimmungen eine umfassende Erlaubnis zur Auswertung und Verknüpfung der Daten – wobei für den Nutzer nicht ersichtlich wird welche Daten an welcher Stelle genutzt und verknüpft werden. Für den Nutzer ist es nicht absehbar in welchem Umfang Google tatsächlich Daten über ihn sammelt und wie groß und umfangreich das daraus entstehende Profil ist.

Hamburgs Datenschutzbeauftragter arbeitet bei den Untersuchungen gemeinsam mit den Behörden aus Frankreich, Italien, Großbritannien, Spanien und den Niederlanden. Sollten Unrechtmäßigkeiten in den Datenschutzbestimmungen festgestellt werden, wird Google diese wohl überarbeiten oder mit harten EU-Sanktionen rechnen müssen.

[heise]



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comment ommentare zur “EU-Behörden ermitteln gegen Googles Datenschutzbestimmungen

  • So so – da zeigen die mit dem Finger auf Google wegen Datenschutz, peitschen aber hier ein Gesetz durch, dass man auf meine Zugangsdaten bei meinem Mailfach wie Nutzername und Passwort zugreifen darf – Natürlich nur zur Terrorabwehr – ist klar. Und die Funkzellenüberwachung, bei der in kompletten Stadtvierteln (wie bspw. in Berlin) Gespräche, sms und Bewegungsprofile getrackt werden ist ja auch vollkommen ok. Die sollen erst mal bei sich selbst anfangen. Da haben sie genug zu tun

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