Android: Googles neues Update-System ist wohl schon wieder Geschichte – veröffentlicht eine Flut an Fixes
Google hat im vergangenen Jahr ein neues Update-System für Android eingeführt, das deutlich spürbare Auswirkungen auf die monatlichen Sicherheitsupdates hatte und zu kuriosen Situationen führte. Jetzt scheint man dieses schon wieder zu den Akten gelegt zu haben, denn in den letzten beiden Monaten rollte eine regelrechte Flut an Android-Fixes aus, die es laut diesem System gar nicht hätte geben dürfte. Was steckt dahinter?
Android ist nicht nur ein sehr beliebtes Smartphone-Betriebssystem, sondern vor allem eine gigantisch große Plattform, die auf mehreren Milliarden Geräten läuft und daher ein lohnendes Angriffsziel sein kann. Das weiß man auch bei Google und ist daher permanent und mit Hochdruck beschäftigt, Sicherheitslücken zu finden und sehr schnell zu stopfen. Der Erfolg gibt dem Unternehmen Recht, denn in Relation zur hohen Verbreitung gab es in all den Jahren noch keine massive Lücke, die aktiv ausgenutzt wurde.
Das ist/war das neue Update-System
Umso überraschender war es, als Google im vergangenen Jahr das neue Android Update-System eingeführt hat, das ich hier im Blog mehrfach kritisiert hatte (auch im verlinkten damaligen Beitrag). Das System besteht darin, dass man nur noch alle drei Monate ein großes Android-Sicherheitsupdate veröffentlicht – nämlich im März, im Juni, im September und im Dezember. In den Monaten dazwischen werden nur die Sicherheitslücken angegangen, die den Status kritisch aufweisen.
Dieses System hat in den letzten 14 Monaten dazu geführt, dass es mehrfach Leermeldungen gegeben hat (monatliche Updates ohne jeglichen Bugfix) oder nur zwei bis drei kritisches Fixes enthalten waren. Im darauffolgenden Update für den Quartalsabschluss gab es dann meist eine dreistelligen Anzahl an Fixes, zu denen auch die liegengebliebenen der Vormonate gehörten. Weil Google die Fixes zwar weiterhin zeitnah entwickelt, aber erst mit großer Verzögerung ausgerollt, hat, ergab das aus Security-Sicht kaum Sinn.
Rolle Rückwärts?
Eigentlich hätten die letzten beiden Monate ebenfalls Leermeldungen angestanden, doch dazu kam es nicht. Schon mit dem Android-Update für Oktober gab es 25 gestopfte Sicherheitslücken, im Android-Update für November waren es gar 217 behobene Sicherheitsprobleme. Eine hohe Anzahl, die selbst so manches Quartal-Ende-Monat übertroffen hat.
Die Lücken sind natürlich nicht alle „kritisch“, sondern überwiegend „hoch“ oder auch Mittelmaß. Nach der Definition des vergangenen Jahres hätten sie daher bis Dezember warten können – doch man hat sich dagegen entschieden. Das könnte aufgrund der Flut der Patches sein (sonst wären wir im Dezember wohl im Bereich von 300, 400, 500 oder gar noch mehr Fixes, oder es hat einen anderen Grund. Ich gehe davon aus, dass das neue System ein Jahr lang getestet und für ungut (?) befunden wurde. Die Nachteile überwiegen schlicht.
Gut möglich auch, dass man Angst vor großen KI-Lücken hat. Wie wir in den letzten Wochen mitbekommen haben, tauchen Sicherheitslücken durch KI-Analysen jetzt deutlich schneller und in sehr viel höherer Zahl auf. Selbst der Chrome-Browser bringt alle paar Wochen eine dreistellige Anzahl mit. Es wäre ein Wunder, wenn es bei Android anders wäre. So lange sich Google nicht offiziell äußert, kennen wir den Grund für die temporäre oder dauerhafte Änderung nicht.
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