Warum findet Google meine Adresse?

Google Search

Immer wieder erhalte ich Mails von Nutzer, die entweder ihre Mails in den Suchergebnissen sehen oder ihre Adresse aus den Ergebnissen entfernen wollen. Daher möchte ich mit diesem Posting einfach verständlich erklären, wie die Suchmaschine von Google funktioniert und einige Tipps geben, wie man seine Daten aus den Ergebnissen bekommt. Dieses Posting ist wohl für den einen oder anderen uninteressant, aber einigen wird es sicherlich nützlich sein.

Bei einigen Rechnern ist Google Desktop vorinstalliert. Diese Software hat zwar schon länger keine Updates mehr erhalten, wird aber nach wie vor von Nutzern verwendet. Google Desktop legt selbst einen Index der Dokumente auf dem Rechner an. Hierzu zählen auch Mails aus Outlook (Express), Thunderbird oder Windows Mail. Diese Daten sind aber vollkommen lokal und werden nicht an Google übertragen. Sucht man nun im Browser nach einem Begriff kann es vorkommen, dass in den Ergebnissen eine Mail erscheint. Dies bedeutet aber nicht, dass diese Mail für alle anderen Google Nutzer sichtbar ist, sondern sie ist auf dem Rechner verfügbar und wird auch nur dort angezeigt.

Wer dies nicht möchte, kann Google Desktop einfach über die üblichen Wege von Windows deinstallieren und schon sind die Mails aus den Ergebnissen verschwunden.

Während es dazu bisher erst einige, wenige Mails gab, kommen deutlich mehr zu diesem Thema. Gibt man seinen Namen in die Suchmaschine ein, findet man seine Adresse u. ä. Oft wird dann noch gefragt, wie man das entfernen kann. Dies ist relativ schwer und auch eine Anfrage an Google dürfte hier nicht weiterhelfen. Der Grund ist folgender.

Google und andere Suchmaschinen präsentieren in ihren Ergebnissen ausschließlich Inhalte von anderen Webseiten. Google legt hier für einen Index an, der mithilfe von Links aufgebaut wird. Der Google-Bot – so heißt der Computer von Google, der das macht – ruft eine Seite auf und speichert die Texte auf der Webseite zwischen. Gibt es nun einen Link zu einer anderen Seite und ist dieser nicht mit ‚rel=“nofollow“‘ markiert, ruft Google die nächste Webseite auf und das Spiel beginnt von Neuem.

Wird nun etwas gesucht, geht Google seine Liste durch und präsentiert die Treffer. Sucht man nun nach einem Namen und auf irgendeiner Webseite steht seine Adresse, ist es oft so, dass diese dann im Auszug präsentiert wird. Diese Daten hat nicht Google irgendwie – etwa über Google Mail – erhoben, sondern hat sie auf einer anderen Webseite gefunden. Daher ist hier eigentlich nicht Google der Ursprung des „Übels“, sondern die Webseite, die dies durch die Veröffentlichung in die Ergebnisse gebracht hat. Und genau an dieser Stelle muss man sich einklinken.

Will man verhindern, dass eine Webseite in den Index aufgenommen wird, muss man dies Google bzw. dem Google-Bot mitteilen. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten. Entweder man verhindert, dass die Webseite irgendwo verlinkt wird, man blockiert Bots über die robots.txt oder man fügt den meta-Tag „noindex“ hinzu. Dies kann aber nur der Webmaster machen.

In mehreren Fällen war es sogar so, dass der Nutzer selbst seine Adresse, Telefonnummer ins Netz gestellt hatte und sich jetzt darüber beschwert hat, wieso man diese findet. Bei den meisten Foren kann man seine Postings ändern und kann die Daten dann selbst löschen. Sollte dies nicht möglich sein, muss man den Webseitenbetreiber bitten, dies zu tun. Ist man hierbei freundlich, hat man meistens sehr gute Erfolgschancen.

Ist ein Betrag entfernt, wird es meistens noch einige Tage oder gar Wochen dauern bis es auch Google mitbekommen hat. Dies kann der Webmaster aber beschleunigen, indem er entweder der einen Seite eine höhere Priorität über die Sitemap gibt oder er die Webseite aus Google über die Webmaster Tools entfernen lässt. Es ist hier aber nötig, dass die betroffene Webseite mit „noindex“ versehen ist. Ist die Seite aus den Ergebnissen entfernt, kann man den noindex wieder entfernen und Google nimmt die Seite nach einigen Tagen wieder in den Index auf. Vorher sollte aber die Änderung erfolgen.

Mit den hier beschriebenen Methoden kann man Adressen und andere Daten aus relativ gut entfernen.

Eine freundliche Kontaktaufnahme mit dem Webmaster reicht meistens schon aus. Schildert Euer Problem und bittet ihn die Adresse oder sonst etwas zu löschen. Diese Kontaktaufnahme über einen Anwalt machen zu lassen, ist oft unnötig und somit kann man sich das Geld sparen.

An dieser Stelle auch eine Bitte: Einige von Euch verwenden beim Kommentieren ihren kompletten Namen (Max Mustermann). Euch sollte bewusst sein, dass diese Seite – mit einigen Ausnahmen – komplett von Google abgegrast und in den Index aufgenommen werden darf. Sucht man nun nach Eurem Namen kann es sein, dass man diese Kommentare findet. Wenn ihr das nicht wollt, verwendet bitte nur Euren Vornamen, ein Pseudonym oder kürzt den Nachnamen mit einem Zeichen ab (Max M). Es ist zwar möglich die Namen zu ändern, aber bei vielen Kommentaren, ist dies dann schon ein wenig umständlich und aufwendig.

Google selbst nimmt Anpassungen an den Suchergebnissen nur bei Urheberrechtsverletzungen vor, wenn es hierzu ein Urteil gibt. Andernfalls werden Ergebnisse nicht gezielt entfernt.

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comment ommentare zur “Warum findet Google meine Adresse?

  • Schöner Artikel, aber mit der Überschrift hat das recht wenig zu tun, oder? Dachte jetzt eigentlich, etwas darüber zu erfahren, wie Google die Websites mit dem Bot findet, wie es ermöglicht wird, Suchanfragen in Sekundenbruchteilen zurückzugeben, und wie Google dies auf der ganzen Welt schafft.

    Schade.

  • Es ist zwar möglich die Namen zu ändern, aber bei vielen Kommentaren, ist dies dann schon ein wenig umständlich und aufwendig.

    Es ist zwar richtig, dass es umständlich ist (und vor allem auch einfach den Ablauf stört), auch aufwendig mag es sein (wobei schon mit wenig Fachwissen in einer gewöhnlichen Datenbank idR eine sehr einfache Abfrage genügen sollte) – nur das mit den „bei vielen“ ist unnötig, denn dafür genügt eine regelmäßig ziemlich simple Query 😉

    Wie gesagt, die Kernaussage stimmt natürlich: Besser ist, man überlegt es sich vorher und zieht nicht eine Spur der Mühe durch das ganze Internet.

    Was aber auch jedem Webseitenbesitzer klar sein muss (und manchen, selbst großen, wie zB chefkoch.de nicht zu sein scheint): Auf Nachfrage müssen Name oder E-Mail-Adresse jedenfalls gelöscht werden. Ich frage mich deshalb, warum nicht mehr Blogsoftware eine einfache Funktion dafür von Haus aus anbietet… Das wäre fast so wichtig wie das gesetzlich vorgeschriebene Opt-In bei Newslettern.

    • Klar, aber es gibt auch solche:
      Angenommen einer heißt Maxi Mustermann.
      Mal kommentiert er mit Max Mustermann und mal mit Maxi Mustermann. Soweit wäre es ja kein Problem, aber wenn er jetzt noch seine Mail-Adressen variiert, ist es schon aufwendig dann alle Kommentare zu finden.

      Problematisch ist es dann auch noch, wenn einer genauso heißt, was bei Müller, Meier, Schmitt ja häufig vorkommen kann.

      Übrigens ich hatte mal so einen Fall. Da waren es zwar nur zwei unterschiedliche Mail-Adressen, aber einige nutzen auch 5 oder sogar mehr. (@Google Mail.com, @googlemail.com, @facebook.com, dann vllt noch was von @hotmail.com) Andere fügen bei ihren mail-Adressen täglich das aktuelle Datum mit + bei @Google Mail.com ein und oder ändern die punkte in einer Google Mail-adresse….

      • Ich weiß… Aber die müssen dann eh sagen, aus WELCHEN Kommentaren sie entfernt werden wollen. Also her damit: Name? und Adresse?

        Wenn es andere gibt, die Max Müller heißen (und sich das durch die E-Mail wegen der erwähnten Problematik nicht ausfiltern lässt) würde ich notfalls alle Max Müller anonymisieren. Heißen dann eben alle Max M. – Löschen darf ich die Daten auch der anderen eh 😉

  • ich denke es ist vielen immer noch nicht ganz bewusst, das google in dieser hinsicht nunmal nur eine suchmaschine ist. sie sucht… die menschen müssen lernen was es bedeutet daten im internet anzugeben!

    • Ich denke google hat sich zu einer weltweit bekannten Marke entwickelt.
      Mit den Daten mach ich mir persönlich keine sorgen, denn es liegt ja in unsere Hand wie viel wir von uns preisgeben.

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