Gesetzesänderung: FBI bekommt vollen Zugriff auf GMail & Co.

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Durch eine Gesetzesänderung hat die US-Bundespolizei FBI nun die Möglichkeit, eine Echtzeit-Überwachung für diverse Google-Dienste, allen voran GMail zu starten. Da die Server in den USA stehen, hat Google keinen Einfluss aus diese Maßnahmen und auch der Nutzer bemerkt nichts von der eventuellen Spionage.

Das FBI hatte schon immer die Möglichkeit Kommunikationsleistungen abzuhören und die aufgefangenen Daten auszuwerten, doch in Zeiten von verschlüsselten Verbindungen ist das nur noch wenig erfolgsversprechend. Nach einer Gesetzesänderung wurde die Behörde nun mit mehr Befugnissen ausgestattet, und kann die verschickten Daten direkt an der Quelle mitschneiden.

Google muss dem FBI auf Anfrage eine Hintertür zu jedem beliebigen Account einrichten, mit dem die Nutzung in Echtzeit nachverfolgt werden kann. Das gilt nicht nur für GMail, sondern auch für das Google Drive und alle weiteren amerikanischen Cloud- und Kommunikationsdienste. Die Überwachung von GMail soll in diesem Jahr allerdings die höchste Priorität bekommen.

Auch Social Networks sollen in Zukunft mit einem direkt Zugriff vom FBI überwacht werden können. Das FBI setzt hierbei auf die Suche nach bestimmten Schlüsselwörtern, die bei Verdacht ein Alarmsystem auslösen und dann einzeln überprüft werden. Erst vor wenigen Wochen hat Google damit begonnen, Anfragen des FBI teilweise offenzulegen

[WinFuture]



comment ommentare zur “Gesetzesänderung: FBI bekommt vollen Zugriff auf GMail & Co.

    • Oh prima, gut zu hören.
      Dann lass uns doch bitte wissen wie hoch so Dein jährliches Einkommen ist, wann Du das letzte Mal zu schnell gefahren bist und wie Du Deine Steuererklärung ‚aufgewertet‘ hast. Ausserdem würden wir gerne wissen wann Du das letzte Mal online nach Pornos gesucht hast und was genau. Und dieser Arzt-Termin nächste Woche..schon der Zweite diesen Monat..was war denn da los?
      Und bitte gleich noch Ein Bild Deiner Frau/Freundin und Deine Kontonummer..und wir würden auch gerne wissen was denn da letzte Weihnachtsfeier so mit der Kollegin/dem Kollegen gelaufen ist..
      Das sind viele Fragen. Am besten bitte gleich die Zugangsdaten posten, das macht es allen Beteiligten leichter.
      Danke für die Kooperation!

      (p.s.: sorry, auch wenn ich jetzt klassisch drauf reinfalle und Trolle füttere, aber immer wenn ich dieses unreflektierte ’nichts-zu-verbergen‘-Gedöns lese löst das eine automatisierte, allergische Reaktion aus. Vor Allem weil ich der Meinung war dass die Leute inzwischen mal mehr nachdenken. Da kann man wohl nichts machen..).

      Zum Thema: gibt es eigentlich eine Möglichkeit, ausser einen eigenen Mailserver eventuell, die auf dem Server gespeicherten Mails zu verschlüsseln? Dropbox etc. sind ja dank Truecrypt/Boxcrypt kein Problem..aber was ist mit den Mails?

        • War er auch, aber es gibts halt immer wieder Trolle die darauf herein fallen. 😉

      • motzen allein bringt aber auch nix und auf dem Sofa nur wieder ein „Sch… Politiker, machen was se wollen“ den heimischen Angehörigen ins Ohr zu drücken, verhindert das auch net. Ich finde es eher sehr bedenklich, wie viel wenige an Demos gegen sowas teilnehmen im Gegensatz zu denen, die so im Netz dagegen motzen 😉 Politik & Behörden reagieren eben nur, wenn Massen auf der Strasse zeigen, dass sie sich das nicht gefallen lassen.

        Aber dafür sind ja insbesondere die Landsleute viel zu bequem, sich mal von ihrem Sessel zu erheben… und motzen lieber vor dem TV, Monitor und/ oder Stammtisch 😉

        • Die USA Leute müssten in diesen Fall auf die Straße gehen, wenn wir auf die Straße gehen nutzt das nichts.

      • Ja, die Möglichkeit die Mails zu verschlüsseln gibt es: Die nennt sich PGP. Alternativ kann man auch S/MIME nutzen.

        • Versuch mal eine signierte Email z.B. von Web.de an Gmail zu schicken…
          Kommt nie an. Warum wohl?

  • „Gut, dass ich nichts zu verbergen habe.“ Mit diesen Satz argumentieren die befürworter solcher Überwachungsmöglichkeiten ebenfalls.

    Langsam wirds es eng mit der Privatsphäre im Internet.

    Sehr bedenklich!

  • Lest ihr eure Quellen eigentlich auch bevor Ihr Artikel schreibt?

    Eine solche Gesetzesgrundlage gibt es noch nicht, aber das FBI will sich darum bemühen entsprechende Rechte zu bekommen, also ihre Lobbyarbeit in diese Richtung zu lenken.

  • Am einfachsten wäre es doch, wenn wir gleich alle Passwörter abschaffen. Dann muss man sich keine ausdenken und merken, welches man wo verwendet hat. Wer hat so einen Quatsch wie Passwörter überhaupt ausgedacht? 😉

  • Achja, ich gehe übrigens davon aus, dass NSA & Co schon lange auf die Postfächer zugreifen (können). Die Meldung klingt eher ein bisschen danach, als ob das im Nachhinein „offizielliesiert“ werden soll. Aber warum eigentlich?

  • Lt Slate will das FBI diese Rechte haben, hat sie aber noch nicht. Das FBI fordert daher für 2013 ein entsprechendes Gesetz:

    „Despite the pervasiveness of law enforcement surveillance of digital communication, the FBI still has a difficult time monitoring Gmail, Google Voice, and Dropbox in real time. But that may change soon, because the bureau says it has made gaining more powers to wiretap all forms of Internet conversation and cloud storage a “top priority” this year.“

    • Genau! (will reply in English, sorry!) I find that this imprecision is pretty important. If you want to carry firewood to the german scaremongering fire, by all means, but getting your facts straight is pretty important if you want to be seen as a credible source.

  • Nichts mit „hat […] nun die Möglichkeit“! Folgt man den Quellen, auf die sich dieser Beitrag bezieht, landet man bei Winfuture und schließlich bei Slate. Die wiederum führen nur an, dass „real-time spying powers [für das FBI]“ ein Vorhaben für 2013 sind und die Arbeit an einem dahingehenden Gesetzesentwurf beabsichtigt sind.

    Was offiziell seitens des FBI bereits geht wird in der Quelle angerissen: CALEA Schnittstelle (Spiegeln/Abschnorcheln von Datenverkehr, mit SSL als Unannehmlichkeit), »“Title III” order under the “Wiretap Act”« um praktisch Geräte im RZ zwischen Datenleitungen aufzustellen. Unerwähnt ist die klassische Einsicht in gespeicherte Emails über einen richterlichen Beschluss samt der notorischen „Gag-Order“ (der Provider wird zum Stillschweigen verpflichtet). Unerwähnt ist auch der „Foreign Intelligence Surveillance Act“ (FISA) der US-Geheimdiensten den Zugriff auf Daten von Nicht-US–Bürgern gestattet — ohne jedweder externe Kontrolle.

    Aber das alles ist nicht neu.

  • Die Amis sind eben paranoid. Ups! … Das haben die jetzt bestimmt gelesen! 😉 Ich bleibe trotzdem dabei!
    Geheimdiensttätigkeit ist ja nichts neues und auch berechtigt. Wird in DE ja auch gemacht. E-Mails werden fleissig mitgelesen. Der BND hat 2010 ca. 37 Mio E-Mail überprüft und öffentlich zugegeben. Trotzdem ist es sehr bedenklich, wie das FBI hier zu einer Datensammlung ohne Gleichen übergeht. Kann man dem Widersprechen? 😉 #Einverständniserklärung

    • Inzwischen ist aber bekannt, dass die Zahl von 2010 ein Ausreißer nach oben war. Das Gros war Spam. Die Schlapphüte haben sich also viel unnötige Arbeit gemacht, weil sie nicht schlau genug waren, ein Spamsieb vorzuschalten. Der normale Wert ist um >90 % niedriger, zuletzt IMHO 2,9 Mio. Das sind dann maximal ein paar Tausend Überwachte (wenn man unterstellt, dass jede Zielperson über eine längere Zeit unter Beobachtung steht).

  • Wie bei http://gwb.me/WVYfTS
    bereits beschrieben ist das Gesetzt erst geplant, „…Nun machen die USA gerade einen weiteren Schritt und planen eine Gesetzesänderung, …“. Die wurden doch schon öfters gekippt! Populismus!

  • Vor allem bzgl Google drive halte ich das für bedenklich, für unternehmen dürfte das dann ein no-go sein. Aber: stehen die Server wirklich in den USA? Ich dachte, sie wären weltweit in kalten, unbesiedelten gebieten verteilt. Und darf das FBI dann auch europäische Nutzer abhorchen?

  • Hey leute nicht aufregen – erst mal vor der eigenen Haustüre kehren… Stichwort vorratsdatenspeicherung…. Hir in deutschland ist das was da ins usa geplant ist schon gang und gebe!

  • Wer nicht verschlüsselt, dem ist eh nicht zu helfen. Glaubt hier wirklich jemand, dass in Deutschland nicht alles aufgezeichnet wird? Es fängt beim Provider an der alle Mails im Klartext sehen kann über jeden Server über den die Mail geschickt wird und seit 10 Jahren hat BKA und Co. Vollzugriff auf Kundendaten inkl. Mails und Chat und anderen Logs.

    Also nichts besonderes diese „Neuigkeit“.

    PS: Auch ohne richterlichen Beschluss geben ISP Kundendaten raus.

  • Die Lösung nur noch Hosting made in Germany. Hab keine Lust das die ganze Welt meine Konversionen sieht – auch wenn ich nix zu verbergen hab. Big Brother is watching you

    • In Deutschland gilt seit ungefähr 2002 die Telekommunikations-Überwachungsverordnung (TKÜV). Kraft ihr können selbst kleine Polizeipräsidien die „Aufzeichnung und Weitergabe [an sie]“ deines, beispielsweise, Email-Verkehrs durch deinen Provider erwirken. Ja, korrekt: Was das FBI will, das ist schon in Deutschland möglich!

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