Samsung baut Atomreaktoren für Google: Energiebedarf für Gemini-KI ist wohl nur durch Atomstrom zu decken

Die Künstliche Intelligenz rund um Gemini benötigt nicht nur sehr viel Rechenpower, sondern steigert damit verbunden natürlich auch den Energiebedarf des Unternehmens enorm – zum Teil um ein Vielfaches. Um eine drohende Energieknappheit abzuwenden, hat Google schon vor zwei Jahren den Bau von mehreren Atomkraftwerken bzw. Atomreaktoren angekündigt. Jetzt beteiligt sich auch Samsung an dem Projekt.


atomkraftwerk

Während die Energiekosten hierzulande immer weiter steigen und bald zu explodieren drohen, hat man bei Google und den großen KI-Unternehmen ganz anders Sorgen – nämlich, wie man den eigenen Energiebedarf überhaupt decken soll. Es ist seit langer Zeit bekannt, dass die Künstliche Intelligenz einen enorm hohen Energiebedarf hat und dieser in den nächsten Jahren wohl noch einmal ganz massiv ansteigen wird. Bei einem solch breit aufgestellten und tief in den digitalen Alltag integrierten Unternehmen wie Google kommt so etwas natürlich massiv zum Tragen.

Google hatte schon 2024 verkünden müssen, dass der Energie- und Wasserverbrauch durch Gemini um 50 Prozent angestiegen ist. Mit den in den Startlöchern stehenden KI-Agenten, dem KI-Betriebssystem oder auch den Smart Glasses mit ständiger Cloud- und KI-Anbindung dürfte das noch deutlich weiter steigen. Längst hat man die grünen Ziele und den Klimaschutz im eigenen Unternehmen in den Wind geschossen und setzt stattdessen auf stetiges Wachstum – und damit verbunden auch der Suche nach immer neuen Energiequellen.

Schon vor gut zwei Jahren hatte Google außerdem verkündet, bei einem kalifornischen Startup gleich mehrere Atomreaktoren bestellt zu haben. Dabei handelt es sich aber nicht um „Geräte“, sondern um kompakte Atomkraftwerke, die exklusiv für Google errichtet und betrieben werden sollen. Wie weit das Projekt bisher fortgeschritten ist, hat man nicht verkündet, doch jetzt gibt es einen interessanten neuen Partner, der den Bau unterstützen soll.




Samsung steigt ein
Jetzt hat Samsung C&T angekündigt, in das Projekt einzusteigen. Samsung investiert in Kairos Power und hat eine strategische Zusammenarbeit vereinbart, die auch für dieses Atomkraftwerk-Projekt gilt. Samsungs Bau-Expertise und finanzielle Unterstützung sollen Kairos Power dabei helfen, ihre fluorsalzgekühlten Hochtemperaturreaktoren (KP-FHR) schneller zur Marktreife zu bringen und die Kraftwerke, die den Strom für Googles Infrastruktur liefern sollen, erfolgreich zu errichten.

Wohlgemerkt handelt es sich dabei nicht um Samsung Electronics, mit dem Google bekanntlich beste Geschäftsbeziehungen pflegt, sondern um ein anderes Unternehmen aus dem Samsung-Kosmos. Beide Unternehmen gehören zur Samsung Group. Ob der Einstieg Samsungs etwas am Projekt ändert, es zuvor Probleme gab und wie weit Google mit diesen Plänen verwoben ist, wissen nicht.

Insgesamt sollen Kairos Power und Samsung für Google sechs bis sieben Mini-Atomreaktoren bauen, die ab 2030 eingesetzt werden und bis 2035 eine Leistung von 500 Megawatt erreichen sollen. Eine Besonderheit der modular aufgebauten Reaktoren von Kairos ist es, dass diese mit geschmolzenen Flourid-Salzen gekühlt werden. In herkömmlichen Generatoren kommt Wasser zum Einsatz, sodass allein dadurch die Konstruktion und der Betrieb deutlich sicherer als bei herkömmlichen Reaktoren sein soll.

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[heise]

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