EU-Energielabel für Smartphones: Was Falltest und IP-Schutz über Pixel & Co. verraten
Seit dem 20. Juni 2025 muss jedes neu in der EU angebotene Smartphone ein Energielabel tragen. Bei Kühlschränken und Waschmaschinen kennt man die farbige Skala seit Jahrzehnten, beim Handy wirkt sie noch ungewohnt. Dabei steckt auf dem kleinen Etikett weit mehr als eine Effizienzklasse. Es zeigt, wie lange der Akku pro Ladung durchhält, wie viele Ladezyklen er verkraftet, wie gut das Gerät Stürze übersteht und wie leicht es sich reparieren lässt.
Der Falltest: bis zu 270 Stürze aus einem Meter
Die meiste Aufmerksamkeit bekommt die Klasse für die Fallfestigkeit. Getestet wird in einer rotierenden Trommel, einem sogenannten Tumbler. Darin fällt das Gerät immer wieder aus einem Meter Höhe auf eine harte Fläche, mal auf eine Kante, mal auf Rückseite oder Display. In festen Abständen prüft das Labor, ob Bildschirm, Tasten, Kameras und Ladebuchse noch einwandfrei funktionieren.
Ein Detail im Produktdatenblatt wird oft übersehen. Dort ist vermerkt, ob das Smartphone ab Werk mit einer Schutzhülle ausgeliefert wird. Liegt eine bei, wird sie im Test berücksichtigt. Ein „A“ bedeutet also nicht bei jedem Modell dasselbe. Der Laborwert bildet zudem nur einen Ausschnitt des Alltags ab: Stürze aus Brusthöhe auf Pflaster, Kratzer durch Schlüssel oder Druck im Rucksack kommen im Prüfverfahren nicht vor. Für solche Situationen bleibt eine passende Hülle für das Smartphone die naheliegende Ergänzung, idealerweise mit erhöhtem Rand um Display und Kameramodul.
Die Einstufung erfolgt nach der Zahl der Stürze ohne Defekt:
- Klasse A: mindestens 270 Stürze
- Klasse B: 180 bis 269 Stürze
- Klasse C: 90 bis 179 Stürze
- Klasse D: 45 bis 89 Stürze
- Klasse E: weniger als 45 Stürze
Für Foldables gelten eigene Vorgaben. Sie müssen 35 Stürze im zugeklappten und 15 im aufgeklappten Zustand unbeschadet überstehen.
Was die Pixel-Geräte auf dem Label zeigen
Hersteller müssen ihre Werte vor dem Marktstart in der EU-Datenbank EPREL hinterlegen. Bei Google war das schon Tage vor der Präsentation der Pixel-10-Serie einsehbar. Alle drei Modelle erreichen in der Fallfestigkeit die Bestnote A. Bei der Energieeffizienz liegt das Pixel 10 Pro mit A vorn, Pixel 10 und Pixel 10 Pro XL landen bei B. Bemerkenswert: Das Pro-Modell kommt laut Label auf 51 Stunden und 9 Minuten pro Ladung, obwohl seine Nennkapazität unter der des Basismodells liegt. Software und Chip-Effizienz wiegen hier offenbar mehr als reine Milliamperestunden.
Bei der Reparierbarkeit haben sich Pixel 10 Pro und Pro XL verbessert, von C beim Vorgänger auf B. Das Pixel 10a erreicht ebenfalls Fallklasse A und Reparaturnote B, dazu IP68 und eine Laufzeit von 53 Stunden und 14 Minuten. Sein Akku soll 1.000 Ladezyklen schaffen, bevor die Kapazität unter 80 Prozent fällt.
IP-Code, Kratzfestigkeit und Akkuzyklen richtig lesen
Der IP-Code besteht aus zwei Ziffern. Die erste beschreibt den Schutz gegen Fremdkörper und Staub, bis Stufe 6 für staubdicht. Die zweite steht für den Schutz gegen Wasser. IP68 bedeutet dauerhaftes Untertauchen, wobei Tiefe und Dauer der Hersteller festlegt. Das Datenblatt zum Label nennt die Tiefe, häufig 1,5 Meter. Geprüft wird mit Süßwasser. Salz- oder Chlorwasser greifen Dichtungen stärker an, und die Abdichtung lässt mit den Jahren nach.
Die Kratzfestigkeit des Displays wird auf der Mohs-Skala angegeben. Ein praktischer Anhaltspunkt: Quarz, ein Hauptbestandteil von Sand, hat die Härte 7. Displays mit niedrigerem Wert können durch Sandkörner in der Hosentasche Kratzer bekommen.
Beim Akku verlangt die Ökodesign-Verordnung mindestens 800 volle Ladezyklen, nach denen noch 80 Prozent der Ursprungskapazität vorhanden sein müssen. Viele aktuelle Modelle geben 1.000 Zyklen oder mehr an. Bei einer Ladung pro Tag entspricht das knapp drei Jahren Nutzung.
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