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Der Display-Wahnsinn geht weiter: Samsung bekommt Patent für ein Smartphone-Display mit Löchern

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Wenn den Smartphone-Herstellern nichts innovatives mehr einfällt, dann müssen die Displays herhalten und wieder einmal um einige Millimeter in der Größe wachsen. Doch diesem Trend ist irgendwann auch ein Ende gesetzt, denn die Smartphones selbst haben mittlerweile ihre maximale Größe erreicht und sollten nicht noch weiter wachsen. Im Kampf um die letzten Millimeter zeigen die Hersteller nun einiges an Kreativität, wie nun ein neues Patent von Samsung demonstriert.


Um immer größere Displays zu ermöglichen, sind auch die Smartphones selbst vor einigen Jahren immer weiter in der Größe gewachsen und haben dafür gesorgt, dass die „Phablets“ längst zum Standard geworden sind. Spätestens seit dem vergangenen Jahr geht es dem Rahmen um die Displays an den Kragen, die nun immer weiter schrumpfen. An der Seite ist der Rahmen bei einigen Modellen längst verschwunden, und jetzt werden die Bereiche Oben und Unten in Angriff genommen, mit teilweise abenteuerlichen Ideen.

Samsung hat nun ein Patent zugesprochen bekommen, in dem eine Technik beschrieben wird, die es ermöglicht dass das Display tatsächlich über die gesamte Vorderseite verläuft. Die normalerweise auf der Front befindlichen Elemente werden aber nicht eingespart, sondern bekommen ihren Platz direkt im Display. Dieses hat an den entsprechenden Stellen jeweils eine Aussparung. Oben gibt es Löcher für die Kamera, den Abstandssensor, den Lichtsensor und den Lautsprecher. Am unteren Rand befindet sich sogar eine Aussparung für den physischen Home-Button, auf den Samsung offenbar nicht verzichten möchte.

Was bei dem Patent-Antrag noch so praktisch aussieht, dürfte im Alltag aber wohl eher störend sein. Wenn sich genau an den Aussparungen wichtige Inhalte befinden, können diese nicht gesehen oder genutzt werden – das können vor allem Status-Informationen von Apps oder Spielen sein, die gerne mal an den Rand verfrachtet werden. Aber selbst daran haben Samsungs Ingenieure gedacht und präsentieren eine mehr als kuriose Lösung, die auf folgendem Bild zu sehen ist.



Befindet sich ein Text unter einem der Aussparungen, wird das vom Smartphone erkannt und die einzelnen Zeichen der Wörter werden getrennt und um die Lücken herumgeführt. Damit das so funktioniert müssen Apps das vermutlich unterstützen, aber spätestens bei anderen Inhalten als Text wird das nicht mehr funktionieren – insbesondere beim großen Home-Button. Und wenn ohnehin keine wichtigen Dinge an dieser Stelle dargestellt werden können, muss man sich auch schon wieder fragen welchen Sinn das Ganze überhaupt macht.

Meiner Meinung nach ist die Notch-Lösung von Apple oder auch vom Essential Phone deutlich vorteilhafter – wenn auch längst nicht perfekt. Viel eher sollten die Hersteller Technologien entwickeln, um all die Dinge tatsächlich in das Display zu verfrachten. Fingerabdruckleser im Display sind mittlerweile möglich, werden bisher aber noch nicht verbaut. DIe Licht- und Abstandssensoren können vielleicht auch mit der Kamera vereint werden und so zwei weitere Plätze einsparen.

Gerade erst hat sich Google durch eine Übernahme eine Technologie gesichert, mit der das gesamte Display zum Lautsprecher werden kann und auch in der Lage ist haptisches Feedback zu geben. Möglicherweise kann so also auch der Front-Lautsprecher eingespart werden, auch wenn das vielleicht noch etwas dauert. Am Ende bleibt nur noch die Kamera übrig, die man dann vielleicht nicht mehr Notch-üblich zentral sondern an einem Rand platziert. Und fertig. Das sind natürlich alles Gedanken aus meiner naiven Laien-Sicht, aber ich denke die Usability wäre deutlich höher als die derzeitigen Experimente.

» Das Patent von Samsung (PDF, 70 Seiten)

[9to5Google]


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