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GMail, Google Fotos & Google Drive: Warum teilen sich die Plattformen noch immer dasselbe Kontingent?

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Google bietet zahlreiche Apps und Dienste an, in denen die Nutzer ihre Daten verwalten und viele verschiedene Dateitypen hochladen können. Je nach Produkt und Plattform gelten dafür völlig unterschiedliche Limitierungen und schon vor Jahren wurde das merkwürdige Konstrukt aus Google Fotos, Google Drive und GMail geschaffen. Mit einem Blick auf das große Ganze muss man sich fragen, ob diese Aufteilung nicht längst überholt ist und angepasst werden müsste.


Die Internetgiganten wie Google, Facebook, Microsoft oder auch Amazon haben gefühlt unendlich viel Speicherplatz – zumindest bekommt man als Nutzer in den meisten Fällen immer wieder das Gefühl. In vielen Google-Diensten, auf den Facebook-Netzwerken und auch bei den Microsoft-Produkten können Milliarden Nutzer ihre Daten zum Teil ohne Einschränkungen hochladen. Und Amazon ist ohnehin Cloud-König. Natürlich ist der Speicherplatz an irgendeiner Stelle endlich, aber diese wird wohl nie erreicht werden.


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Google hat den Freemailer GMail vor mittlerweile knapp 16 Jahren gestartet und allen Nutzern einen kostenlosen Speicherplatz von einem Gigabyte angeboten. In der damaligen Zeit war das wahrlich gigantisch, sodass es kein Wunder war, dass viele Nutzer dieses Produkt für einen Aprilscherz gehalten haben. Bei der versammelten Konkurrenz waren 20 MB oder sogar noch weniger der Standard und es war vollkommen normal, dass E-Mails entweder lokal gesichert oder ständig gelöscht werden mussten. So ähnlich wie der damalige begrenzte SMS-Speicher auf den Handys – die Dinosaurier unter unseren Lesern (so wie ich) werden sich noch erinnern 😉

GMail bot aber nicht nur 1 Gigabyte Speicherplatz, sondern hatte von Beginn an einen Zähler, der immer weiter nach oben lief und den kostenlosen Speicherplatz immer weiter vergrößerte. Auf dieses Marketing-Gimmick hatte man irgendwann verzichtet und mittlerweile bietet die Mail-Plattform jedem Nutzer 15 Gigabyte kostenlosen Speicherplatz – der allerdings geteilt werden muss. Irgendwann wurden Google Drive und Google Fotos aus dem Boden gestampft, mit denen GMail diese 15 Gigabyte Speicherplatz teilen muss.

Alle drei Apps greifen auf dasselbe Kontingent von 15 GB zu und können es theoretisch voll nutzen, bis es verbraucht ist. Wer also zu viele Fotos in Originalgröße oder Dateien bei Google Drive hochlädt, kann plötzlich keine E-Mails mehr empfangen. Das ist kein Geheimnis und wird an vielen Stellen kommuniziert, aber dennoch muss man sich fragen, ob das noch zeitgemäß ist.

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Wem die 15 Gigabyte nicht ausreichen, der kann den Speicherplatz jederzeit mit Google One erweitern und sich so weitere Gigabyte oder gar Terabyte freischalten lassen. Natürlich ist Google kein Wohlfahrtsverein und will Geld verdienen, aber die Gruppierung von GMail, Drive und Fotos scheint in vielen Punkten nicht nachvollziehbar zu sein. Vor allem dann nicht, wenn man den Blick auf andere Google-Produkte richtet.

Andere Google-Dienste kennen keine Limits
Bei YouTube kann jeder Nutzer beliebig viele Videos ohne jegliches Speicherplatz-Limit hochladen – zumindest ist ein solches bisher nicht bekannt. In diesen Tagen erhält auch YouTube Music eine neue Uploadfunktion und dürfte den Nutzern das Hochladen von mehreren Tausend Musikdateien in bester Qualität ermöglichen. Wer zu viele PDF-Dateien herumzuliegen hat, kann diese problemlos und vollkommen privat bei Google Play Books hochladen.

Es gibt auch noch andere Google-Dienste von Keep über Sites bis zu Google Docs, in denen Mediendateien ohne jedes Limit hochgeladen und dauerhaft gespeichert werden können. Natürlich wäre das als echter Speicher weniger komfortabel, aber der Unterschied zwischen diesen Angeboten und den obigen dreien mit der Limitierung ist kaum auszumachen. Das einzige echte Argument wäre wohl die Zugänglichkeit der Daten, obwohl das auch nicht auf die zuletzt erwähnten Produkte zutrifft.

Natürlich: GMail, Drive und Fotos speichern die privaten Dateien der Nutzer, die nicht monetarisiert werden und bei denen es keine Werbung in den Produkten gibt. Man stelle sich nur die Reaktion der Nutzer vor, wenn Fotos oder Drive plötzlich Werbung anzeigen würden. YouTube hingegen verbraucht Unmengen Speicherplatz, monetarisiert die Videos aber durch Werbung und holt sich somit die Umsätze zur Finanzierung der gesamten Plattform – aber auch das lässt sich nicht als Faustregel verwenden.

Die kostenlosen Varianten der drei Dienste
Wer seine Fotos bei Google Fotos nur in „hoher Qualität“ speichert, erhält tatsächlich unbegrenzten Speicherplatz ohne jedes Limit – mit diesen Milliarden von Bildern kann Google auf direktem Wege also keinen Cent verdienen. Mehr zu den Google Fotos-Beschränkungen findet ihr in diesem Artikel. Google Drive ist zu allen Docs, Sheets- und Slides-Nutzern sehr großzügig und berechnet den von den Dokument-Apps belegten Speicherplatz überhaupt nicht ein. Das Kontingent schrumpft also nur durch externe Dateien. Und wer bei GMail keine großen Anhänge verschickt oder erhält, bekommt die 15 GB im Leben nicht voll.

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Natürlich muss Google an irgendeiner Stelle Grenzen setzen und den Cloudspeicher finanzieren, aber das Konstrukt aus GMail, Fotos und Drive ist meiner Ansicht nach aus den oben genannten Gründen überholt. Dazu kommt die Möglichkeit, dass Nutzer eine Familie erstellen und Speicherplatz teilen können – was über Google One sehr leicht möglich ist und einige Vorteile mit sich bringt. Legt man also die 10 Euro im Monat für 2 Terabyte im Monat zusammen, haben alle Ruhe. Das kann sich lohnen, dürfte für Google aber ein eher Minugsgeschäft sein.

Sollte GMail überhaupt ein Limit haben?
Meine Überlegungen rund um den Sinn und Unsinn dieses Systems richtet sich vor allem an GMail und weniger an Google Fotos und Google Drive. Diese beiden Produkte sind 1A-Cloudspeicher, die es nunmal unbegrenzt nicht kostenlos gibt. GMail hingegen ist ein Dienst zur Kommunikation, so wie es z.B. auch jeder andere Messenger ist, und keine Plattform zum Ablegen von Daten. E-Mail sollte immer zur Verfügung stehen, selbst wenn der eigentlich zugeteilte Speicherplatz am Limit ist.

Vielleicht ist es etwas viel verlangt, aber das Limit in GMail sollte zumindest für E-Mails aufgehoben und der Speicherplatz auf unbegrenzt erweitert werden. Das kann dann gerne nur für E-Mails ohne Anhänge gelten, sodass lediglich E-Mails mit Anhängen abgewiesen werden – damit kann jeder leben. Natürlich nehmen in der gigantischen Masse auch simple E-Mails viel Speicherplatz ein, aber wenn Google schon an vielen anderen Stellen so spendabel ist, warum dann nicht auch bei GMail? Eine Alternative könnte es auch sein, ab überschreiten des Limits einfach vermehrt Werbung in GMail anzuzeigen – wobei das natürlich wieder eine ganz andere Diskussion auslösen würde…

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