In den letzten Monaten sind die Abo-Plattform Google One und das KI-Modell Gemini enger zusammengerückt, um den Nutzern umfassenden Zugriff auf die KI-Dienste zu geben. Doch während die KI-Zugänglichkeiten ausgebaut worden sind, hat man einen Bereich bisher nicht angetastet – aber das könnte sich ändern: Schon bald könnte Google den KI-Speicherplatz vom Kontingent der Nutzer abziehen.
Google-Nutzer erhalten standardmäßig 15 Gigabyte Speicherplatz, der nach Abschluss der Registrierung von den drei Diensten Google Fotos, Google Drive und GMail verwendet werden kann. Wird mehr benötigt, können sich die Nutzer jederzeit zusätzlichen Speicherplatz durch eines der zahlreichen Google One-Abos sichern – seit einiger Zeit auch verstärkt mit den Google One KI-Paketen. Diese bringen sowohl Speicherplatz als auch zahlreiche Gemini-Vorteile mit sich. Das Ziel ist klar: Die Nutzer sollen Gemini noch umfangreicher als bisher verwenden.
Bisher ist es so, dass ein Google One-Abo den Zugang zur erweiterten Gemini-Welt stellt. Wer mehr Gemini möchte, muss ein höheres Google One-Abo abschließen – obwohl diese Brücke in die andere Richtung nicht besteht. Die Nutzer erhalten zwar mehr Speicherplatz, aber sie müssen diesen nicht für die Gemini-Dienste verwenden. Die Nutzer bezahlen also die Funktionalität und die Rechenpower, aber nicht den Speicherplatz. Dieses Modell ist nachvollziehbar und in der Form auch bei anderen Anbietern zu finden – doch es widerspricht ziemlich genau den geltenden Bedingungen der anderen Google-Apps. Es ist genau umgekehrt.
Google One-Abonnenten bezahlen für mehr Speicherplatz, der in Google Fotos, Drive und GMail genutzt werden kann, während die funktionelle Nutzung bzw. die benötigte Rechenpower für jegliche Dienste vollkommen kostenlos und unbegrenzt angeboten wird. Bei Gemini zahlen die Nutzer hingegen die Rechenpower und erhalten den Speicherplatz kostenlos. Kann man natürlich machen, doch durch die Zusammenführung der Dienste ergibt sich ein konträres Modell, das bald verändert werden könnte.
Gemini-Speicherplatz bald nicht mehr kostenlos?
Die Gemini-KI benötigt vor allem in den medialen Bereich nicht nur gewaltige Rechenpower, sondern auch sehr viel Speicherplatz. Denn die Nutzer können im Rahmen der Gemini-Limits unbegrenzt Bilder hochladen, Videos hochladen, Medien bearbeiten und jegliche erstellte Medien jederzeit wieder herunterladen. Dadurch entstehen große Datenmengen, die dauerhaft auf den Google-Servern gespeichert bleiben. Warum sollten diese Medien bei Gemini kostenlos sein, wenn die Nutzer bei Drive oder Fotos dafür bezahlen?
Daher ist anzunehmen, dass der von den persönlichen Gemini-Daten belegte Speicherplatz schon bald vom Google One-Kontingent abgezogen wird. Rein faktisch hätte man das von Beginn an tun sollen, doch gerade in der Aufbauphase will man Nutzer nicht mit Limits belasten, sondern sie ins rosarote KI-Schlaraffenland ziehen. Doch jetzt, wo bereits die Gemini Nutzungslimits eingeführt wurden und erst vor wenigen Tagen die Android-Backups vom Kontingent abgezogen werden, dürfte auch eine solche Änderung nicht mehr weit entfernt sein.
Die Situation ist vergleichbar mit dem kostenlosen unbegrenzten Speicherplatz bei Google Fotos, den man im Rahmen des Auto Backup viele Jahre allen Nutzern angeboten hat. Als alle Nutzer geködert wurden, zog man die Daumenschrauben an. Dasselbe Schicksal könnte schon bald den Gemini-Speicherplatz ereilen. Ich sehe auch den kürzlichen Google One Speicherplatz-Boost als klares Signal dafür, dass diese Umstellung nicht weit entfernt ist. Warum sonst sollte man den Nutzern einfach so ein Upgrade von 2 TB auf 5 TB spendieren?
Gerade im Bereich des Pro-Abos dürfte es so sein, dass die Nutzer viele Medien erstellen, sodass der Speicherplatz benötigt wird. Härter treffen würde es eher die Standardnutzer mit 15 GB oder 100 GB, die bei regelmäßiger Gemini-Nutzung noch schneller als mit GMail, Drive oder Fotos an ihre Grenzen stoßen.
Hinweis: Dieser Artikel ist reine Spekulation, doch die Indizien mehren sich.
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