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Smartphone-Kameras im Blindtest: Google Pixel 6 Pro fällt durch und Pixel 5a als Überraschungssieger (Video)

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Der Markt der Smartphone-Kamera ist seit Jahren hart umkämpft und zählt zu den Bereichen, in denen sich die Geräte am meisten unterscheiden und von der Konkurrenz abheben können. Auch Google konzentriert sich bei den Pixel-Smartphones seit jeher auf die Kamera und konnte schon den einen oder anderen Erfolg feiern. In einem wirklich interessanten Kamera-Blindtest erweisen sich das Pixel 5a und Pixel 6 Pro als Gewinner und Verlierer. Aber in welcher Reihenfolge?


Smartphone-Kameras dürften der Bereich bei den mobilen Geräten sein, der in den vergangenen zehn Jahren die größte Entwicklung durchgemacht hat. Mussten in den ersten Jahren nur die Megapixel-Zahlen immer weiter nach oben geschraubt werden, werden heute regelmäßig die gedachten technischen und physikalischen Grenzen verschoben. Die meisten Nutzer machen mit dem Smartphone bessere Schnappschüsse als mit teuren Kameras und können sowohl die extrem weit entfernten Mondkrater als auch das Sandkorn vor der Linse fotografieren. Ein wahnsinniger Schritt, wenn man nur ein Jahrzehnt zurückblickt.

Um dies zu erreichen, müssen die Hersteller aber nicht nur bei der Hardware ständig nachlegen und die Dutzendste Kamera auf der Rückseite verbauen, sondern auch massenhaft Softwaretricks anwenden, die mit Künstlicher Intelligenz noch das letzte Quäntchen aus den Pixeln herausholt. Das hat dazu geführt, dass das exakt gleiche Motiv mit verschiedenen Smartphone-Kameras völlig anders aussehen kann. Objektiv lässt sich somit kaum bewerten, welche Aufnahme die bessere ist.

Und weil das ein Punkt ist, an dem die langen Testtabellen an ihre Grenzen stoßen und weit in den Bereich des persönlichen Geschmacks des Nutzers reicht, führt der bekannte YouTube-Kanal MKBHD (Marques Brownlee) jedes Jahr den Blindtest durch, der häufig auf völlig andere Ergebnisse als die professionellen Tester kommt.




Der Blindtest
MKBHD lässt für diesen Test insgesamt 16 Smartphones gegeneinander antreten, die jeweils in Zweiergruppen aufeinandertreffen und somit in vier Runden einen Gewinner küren. Auf obigem Bild seht ihr, welche Smartphones in diesem Jahr teilgenommen haben. Die Auswahl der Geräte basiert natürlich auf konkurrenzfähigen Produkten und umfasst alle populären Hersteller. Mit diesen 16 Smartphones wurden jeweils die exakt gleichen Motive fotografiert und den Blindtestern das jeweilige Bild präsentiert, aus dem sie einen Gewinner auswählen sollten – natürlich ohne zu wissen, mit welchem Gerät es geschossen wurde.

Ein fairer Test, bei dem es nicht auf die reinen Zahlen oder Meinungen der Fachpersonen, sondern auf die Meinung der Menschen ankommt, die die Geräte schlussendlich verwenden wollen. Und so wird schon nach einer Runde von 16 auf nur acht Geräte reduziert – was für manche Hersteller sehr schmerzlich gewesen ist. Google konnte in der ersten Runde nur verlieren und auch nur gewinnen, denn das Pixel 5a trat gegen das Pixel 6 Pro ein. Man sollte meinen, dass der Sieger von Beginn an feststeht – aber weit gefehlt. Das Pixel 6 zieht den Kürzeren und muss das Pixel 5a ziehen lassen.

Anschließend bekommt es das Pixel 5a mit dem nächsten harten Gegner zu tun, gegen das es vermeintlich ohne jede Chance ist: Das iPhone 13 Pro. Doch man mag es kaum glauben: Das Google-Smartphone, das nur ein Drittel vom iPhone kostet, gewinnt. Anschließend schmeißt man auch noch das Realme GT aus dem Wettbewerb und steht anschließend im Finale gegen das OnePlus 9 Pro. Ein nicht weniger harter Gegner. Und was soll man sagen – schaut euch das Ergebnis einfach auf dem folgenden Bild an:




Aus Sicht der Tester bzw. Konsumenten hat tatsächlich das Pixel 5a die Nase vorn und ist somit in dieser Rangliste das Smartphone mit der weltbesten Kamera. Hätte man in der Form sicherlich auch nicht erwartet, wenn man sich die Liste der Gegner betrachtet, gegen die es antreten musste. Google darf sich freuen, aber tatsächlich dürfte es das Unternehmen wohl schmerzen, dass das Pixel 5a den neuen Darling Pixel 6 Pro geschlagen hat. Fast so, als würde man den Konstrukteurs-Titel bei der Formel 1 gewinnen und dem Fahrertitel lautstark hinterhertrauern.

Das Pixel 5a ist ausgerechnet das Smartphone, das die seit vielen Jahren schlechteste Verfügbarkeit aufweist. Es ist nur in den USA und Japan auf den Markt gekommen, in Europa ist es niemals aufgeschlagen und wird das wohl auch nicht mehr tun. Aber es zeigt, dass man sich vielleicht umso mehr auf das Pixel 6a freuen darf und es gerade bei Google nicht immer das teure Flaggschiff sein muss.

Schaut euch obiges Testvideo an, das angenehm kurz gehalten ist und einige Erklärungen enthält.

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