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Google Fotos: So könnt ihr alle Fotos herunterladen und vernünftig sortieren – Takeout allein schafft nur Chaos

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Auf der Fotoplattform Google Fotos hat es kürzlich größere Änderungen bezüglich des Speicherplatzes gegeben, die in der nächsten Zeit einige Nutzer zum Umzug auf eine andere Plattform bewegen könnten. Das ist allerdings gar nicht so einfach, wie man denken würde, denn Googles Takeout-Tool hilft nur bedingt. Mit einem kostenlosen Python-Skript könnt ihr wieder für Ordnung sorgen.


Google Fotos bot seit dem Start der Plattform allen Nutzern kostenlosen unbegrenzten Speicherplatz, der zwar an eine gewisse Qualitätsgrenze gebunden war, aber für die allermeisten Nutzer ausreichend gewesen ist. Doch damit ist es seit einigen Wochen vorbei (Hier alle Details), sodass alle hochgeladenen Bilder und Videos unabhängig von ihrer Größe und den Einstellungen vom verfügbaren Kontingent abgezogen werden. Das könnte für viele Nutzer in den nächsten Monaten, wenn der Speicher vollläuft, ein Grund für den Wechsel zur Konkurrenz sein.

Wer Google Fotos den Rücken kehren möchte, die Plattform aber vielleicht als einziges Backup verwendet hat, steht vor der Mammutaufgabe, alle Daten herunterzuladen und umzuziehen – was je nach Intensität der Nutzung riesige Datenberge sein können. Allerdings bietet Google Fotos keine echte Download- oder Umzugsfunktion, sondern verweist dafür auf das Tool Google Takeout. Mit Takeout lassen sich die Daten von fast allen großen Google-Diensten in verschiedensten Formaten herunterladen.

Google Fotos zeigt sich allerdings wenig flexibel und lässt den Nutzern keine Möglichkeit, ein Datenformat festzulegen. Die Daten können nur nach den Regeln auf folgendem Screenshot heruntergeladen und lokal gespeichert oder auf einen anderen Cloudspeicher übertragen werden. Das kann zu einer sehr unschönen Ordner- und Dateischlacht werden.




Google Takeout erstellt ein Dateichaos
Google Fotos verwendet ein Ordnersystem, das für jeden einzelnen Tag, an dem mindestens ein Bild oder Video hochgeladen wurde, einen eigenen Ordner erstellt. Nutzt ihr Google Fotos schon sehr lange und sehr regelmäßig, erhaltet ihr mehrere Tausend Ordner, in denen in vielen Fällen nur ein Foto oder Video enthalten ist. Dazu gibt es dann noch JSON-Dateien mit Metadaten für alle Bilder, Videos und Alben. Darin ist zwar alles enthalten, aber nutzerfreundlich ist was anderes. In manchen Fällen erstellt Google Fotos auch nur noch Jahres-Ordner, aber das macht es nicht unbedingt besser.

Nicht nur die Ordnerstruktur ist ein Problem, sondern auch die Einzeldateien: Ihr erhaltet jedes einzelne Bild als Bilddatei sowie zusätzlich eine JSON-Datei mit den Metadaten. Die Metadaten befinden sich zum größten Teil nicht in der Bilddatei – das gilt selbst für das Aufnahmedatum. Habt ihr euch für den Upload in Hoher Qualität entschieden, gehen sogar die Original-Dateinamen verloren. Ihr habt dann zwar alle eure Bilder wieder, aber auch ein riesiges Chaos auf eurer Festplatte oder im alternativen Cloudspeicher.

Python-Skript hilft euch
Weil in den nächsten Monaten sehr viele Nutzer umziehen könnten, hat ein Bastler vor einiger Zeit das Projekt Google Photos Takeout Helper gestartet, das Ordnung in diese Ordner- und Dateiflut bringen soll. Das Skript analysiert alle verfügbaren Daten und sortiert diese wahlweise nach zwei verschiedenen Methoden, die im privaten Umgang sehr viel gängiger sind: Entweder kommen ALLE Fotos chronologisch sortiert in einen Ordner oder sie werden nur nach Jahr und Monat sortiert. Was besser ist, ist eine persönliche Vorliebe. Die Tagweise Sortierung von Google Fotos dürfte jedenfalls nur den wenigsten Nutzern zusagen.

Das Skript lässt sich nur lokal ausführen und benötigt den vollständig Ordnerinhalt von Google Fotos inklusive aller Bilder, Videos und den JSON-Daten. Ihr müsst also die Möglichkeit haben, ein Python-Skript auszuführen, was dank einiger Gratis-Downloads keine große Hexerei ist – das würde an dieser Stelle aber zu weit führen. Habt ihr ein solches Tool gefunden, kann das Skript innerhalb kürzester Zeit aufräumen.




Es wird aber nicht nur die Ordnerstruktur aktualisiert und aufgeräumt, sondern auch die Metadaten aus den JSON-Dateien werden mit einbezogen. Sind dort Meta-Angaben zu finden, werden sie in die Dateien integriert und auch die Zeitangaben daraus entnommen. Gibt es dort keine Zeitangaben, werden sie aus den gespeicherten EXIF-Daten der Bilddatei extrahiert. Gibt es dort ebenfalls keine, dann werden die Datumsangaben aus der Ordnerstruktur verwendet. In jedem Fall habt ihr am Ende eine sortierte Ansicht aller Bilder und Videos.

Das Skript wird vom Entwickler recht regelmäßig aktualisiert und mit neuen Möglichkeiten und Feinheiten ausgestattet ist noch in einem frühen Stadium und bis zum „Not-Umzug“ sind ja noch einige Monate Zeit. Derzeit arbeitet der Entwickler daran, die Umsetzung der Alben zu verbessern und die Bilder entsprechend nach Alben sortiert auf dem Computer zu speichern. Ich denke, dass das die populärste Variante sein dürfte. Es lohnt sich, das Projekt im Auge zu behalten und vielleicht einmal mit einem kleinen Schwung an Bildern auszuprobieren.

Weil mich in den letzten Wochen einige Mails von regelrecht genervten bzw. verzweifelten Nutzern erreicht haben, denke ich, dass der Bedarf für ein solches Tool sehr hoch ist. Teilt es also gerne 🙂

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[XDA Developers]


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