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Feuer am Dach: Das Vertrauen der Nutzer in das Unternehmen Google ist deutlich gesunken (US-Studie)

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Google verdient den überwiegenden Teil des Geldes mit Werbung, die den mehreren Milliarden Nutzern in den eigenen Produkten und an vielen anderen Stellen im Web angezeigt wird. Dass die Nutzer so viele Google-Angebote bereitwillig nutzen und dem Unternehmen ihr Daten anvertrauen, hat vor allem auch mit einem Grundvertrauen der Menschen in das Unternehmen zu tun. Doch dieses Vertrauen ist in jüngster Zeit heftig ins Wanken geraten, was nun auch von einer US-Statistik untermauert wird.


Es gab eine Zeit, in der die Masse der Nutzer dem Unternehmen Google und dessen Produkten geradezu blind vertraut haben, was zwar bei einem gewinnorientierten Unternehmen immer etwas Blauäugig ist, aber dennoch wohl gerechtfertigt war. Doch diese Zeit ist längst vorbei: Don‘ be evil ist Geschichte, die kleinen Skandälchen häufen sich und schlussendlich werden den Nutzern auch noch einige ihrer geliebten Dienste genommen. Das rächt sich irgendwann.

Eine US-Studie zeigt nun, dass das schwindende Vertrauen in Google nicht nur ein subjektiver Eindruck ist, sondern auch objektiv in Zahlen ausgedrückt werden kann: In der Erhebung der 100 vertrauenswürdigsten Unternehmen kommt Google nur auf Platz 41 und muss Konkurrenten wie Amazon auf Platz 2, Samsung auf Platz 7 oder sogar Microsoft auf Platz 9 und Sony auf Platz 10 den Vortritt lassen. Aber auch LG, Netflix und sogar Apple und HP.

Aber nicht nur die Platzierung ist besorgniserregend, sondern auch die Entwicklung: Google hat innerhalb eines Jahres 13 Plätze eingebüßt und befindet sich noch knapp im Bereich „very good“, während man in den Vorjahren auch schon „excellent“ war. Da die Daten der Nutzer eines der kostbarsten Güter des Unternehmens sind und diese wiederum ein Vertrauen voraussetzen, sollte die Chefetage diese Entwicklung durchaus als Grund zur Besorgnis nehmen – auch wenn es bei den aktuellen Werten noch Jammern auf hohem Niveau ist.

In der unmittelbar verwandten Tech-Welt sind von den großen Namen nur Twitter und Facebook weniger vertrauenswürdig als Google, während gerade Dauerrivalen wie eben Apple, Amazon oder Microsoft einen besseren Job machen.



Die Gründe sind vielfältig
Über die Gründe für diesen Vertrauensverlust muss man nicht viel spekulieren, sondern einfach nur überlegen, was im vergangenen Jahr so alles vorgefallen ist. Die Einstellung vieler Google-Dienste spielt mit Sicherheit eine Rolle, der danach folgende schlechte Umgang mit den Nutzern vielleicht eine noch größere. Wer ständig umziehen muss und sich bei einem Google-Dienste nicht mehr sicher sein kann, hat eben kein großes Vertrauen. Auch das jahrelange Messenger-Chaos sorgt dafür, dass man das Gefühl hat, dass das Unternehmen in einigen Bereichen planlos ist.

Aber auch nach außen getragene Querelen bessern das Bild des Unternehmens nicht unbedingt: Im vergangenen Jahr war das unter anderem das Militärprojekt Maven aber auch die geplante zensierte chinesische Suchmaschine Dragonfly. Beides betrifft den Endnutzer nicht, verwässert aber das eigentlich gute Image des Unternehmens. Nicht zu vergessen die öffentlich gewordenen Fälle sexueller Belästigung mit wenig Konsequenz von oben. Der große Facebook-Datenskandal ging aber ebenfalls nicht spurlos an Google vorüber, da beide Unternehmen eben ähnliche Geschäftsmodelle haben.

Nun darf man nicht zu viel in diese Erhebung interpretieren, aber ich denke, dass sie auch sehr gut die Grundstimmung widerspiegelt, die man an vielen Stellen im Web und auch in unseren Kommentaren lesen kann. Erst in der vergangenen Woche hat der ehemalige Google-Mitarbeiter Matt Cutts vor einem Vertrauensverlust gewarnt und lag damit nicht ganz falsch. Kurz zuvor kam eine interne Mitarbeiterumfrage an die Öffentlichkeit, die gezeigt hat, dass die Mitarbeiter das Vertrauen in CEO Sundar Pichai verlieren.

Siehe auch
» Feuer am Dach: Google-Mitarbeiter sind zunehmend unzufrieden mit CEO Sundar Pichai & verlieren Vertrauen

» Matt Cutts: Ehemaliger bekannter Google-Mitarbeiter warnt vor Vertrauensverlust in die Google-Produkte

[WinFuture]


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