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Google plant KI-Rechenzentren im Weltraum: Project Suncatcher soll in Kürze die Machbarkeit testen (Video)

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Google betreibt seit vielen Jahren eine gewaltige Infrastruktur für die Bereitstellung der eigenen Dienste, die zwar immer weiter wächst, aber dennoch bereits Probleme hat, mit der Entwicklung Schritt zu halten – das gilt sowohl für Rechenpower als auch Energie. Jetzt hat Google den sehr baldigen Start des Project Suncatcher angekündigt, das in einem Pilotprojekt den Betrieb von Rechenzentren im Weltraum erforschen soll.


Wir hatten hier im Blog schon vor gut einem Jahr erstmals über das Project Suncatcher berichtet, das im wahrsten Sinne des Wortes ein Moonshot-Projekt ist und sich noch in einer sehr frühen Phase befindet. Im Sommer dieses Jahres wurde es durch eine enge Kooperation zwischen Google und SpaceX etwas konkreter und jetzt steht man vor dem Start des ersten Prototypen: Google will Rechenzentren im Weltraum erproben.

Die Idee kam in den letzten Jahren mehrfach auf und wird von vielen Beobachtern aufgrund der zu erwartenden Probleme belächelt: Der Aufbau und Betrieb von Rechenzentren im Weltraum – und das natürlich in finanziell lohnender Form. Auch bei Google weiß man, dass die Idee sehr ambitioniert ist, hält es aber dennoch für umsetzbar. Daher hat man mit „Project Suncatcher“ ein entsprechendes Moonshot-Projekt gestartet. Dabei handelt es sich um langfristige Forschungsprojekte, von denen nicht alle erfolgreich werden (müssen). Auch Waymo ist vor vielen Jahren als ein solches Projekt gestartet.

Das Project Suncatcher soll untersuchen, ob sich skalierbare Infrastruktur für maschinelles Lernen (KI) im Weltraum betreiben lässt. Die Idee dahinter ist einfach: In einer niedrigen Erdumlaufbahn haben Satelliten fast ununterbrochen Zugang zu Sonnenlicht und können so bis zu achtmal mehr Solarenergie erzeugen als auf der Erde. In einem ersten Praxistest schickt Google wohl in den nächsten Tagen einen Prototyp-Satelliten ins All (an Bord einer SpaceX-Rakete). Das Ziel ist es herauszufinden, wie die hauseigenen KI-Chips, die Tensor Processing Units, unter den extremen Weltraum-Bedingungen funktionieren.




Es sind einige Herausforderungen zu bewältigen:

  • Physische Belastung: Die Hardware muss die enormen Vibrationen und Beschleunigungskräfte (teilweise bis zu 50–100 G auf einzelne Komponenten) während des Raketenstarts überstehen.
  • Strahlung: Außerhalb der Erdatmosphäre sind elektronische Bauteile kosmischer Strahlung ausgesetzt, die Fehler verursachen kann. Vorab-Tests am Boden zeigten bereits, dass die neuesten Trillium-TPUs von Google einer Strahlendosis standhalten können, die einer fünfjährigen Weltraummission entspricht.
  • Kühlung im Vakuum: Da es im All keine Luft gibt, kann keine herkömmliche Luftkühlung verwendet werden. Die Chips produzieren jedoch auf kleinem Raum enorme Hitze, die nun über ein völlig neues System aus Wärmerohren (Heat Pipes) und Radiatoren abgeleitet werden muss.
  • Satelliten-Vernetzung (für 2027 geplant): Zukünftig sollen Satelliten in Clustern fliegen und über hochpräzise Laser miteinander kommunizieren. So sollen die enormen Bandbreiten erreicht werden, die für große KI-Rechenprozesse nötig sind.

Sollte das Projekt erfolgreich verlaufen, wäre es eine Revolution und könnte sehr langfristig die Energieprobleme für Rechenzentren lösen – zumindest in den Extrembereichen. Und wenn es ein Fehlschlag ist, dann hat man es wenigstens versucht…

» Samsung baut Atomreaktoren für Google: Energiebedarf für Gemini-KI ist wohl nur durch Atomstrom zu decken

[Google-Blog]

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