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Google One wird zur Backup-Lösung: Der erste Schritt zum wichtigen Voll-Backup des Android-Smartphones

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Google One wurde im vergangenen Jahr als neue Lösung zur Speicherverwaltung in der Google-Welt eingeführt und erfreute sich vom Start weg großer Popularität – das hatte verschiedenste Gründe. Doch seitdem ist nicht viel passiert – bis vor wenigen Tagen. Google One ist nun die neue Anlaufstelle für Smartphone-Backups und vereint die bisherigen Lösungen unter einem Dach. Doch nun sollte Google auch dranbleiben und ein vollständiges Backup anbieten.


Google steht wie kein zweites Unternehmen dafür, dass die Nutzer alle ihre Daten in der Cloud ablegen sollen und am besten keine lokalen Apps mehr benötigen. Das dafür notwendige Ökosystem wurde in den vergangenen zwei Jahrzehnten sehr erfolgreich aufgebaut und durch mächtige Plattformen wie Android oder auch Chrome OS weit verbreitet. Vor allem die beiden an Google One angeschlossenen Dienste Google Drive und Google Fotos spielen dafür eine große Rolle.

Viele Menschen kaufen Smartphones heute seltener als früher und verwenden die Geräte deutlich länger. Das bedeutet, dass auch der Umstieg von einem Smartphone auf das Andere nicht mehr ganz so häufig stattfindet – der gerade für Android-Nutzer ohnehin nicht immer so einfach ist. Ein Smartphone-Wechsel will gut vorbereitet sein – und kann es in der Regel auch. Aber was ist, wenn das Smartphone plötzlich den Geist aufgibt oder gestohlen wird? Dann wäre ein Cloud-Backup natürlich eine feine Sache.

Googles Backup-Lösungen
Google bietet schon seit langer Zeit diverse Backup-Dienste an, wobei der lebenslange Google Fotos-Speicher das bekannteste Produkt ist und vermutlich auch von sehr vielen Nutzern verwendet wird, denen das Backup gar nicht bewusst ist. Als Nächstes gibt es das System-Backup auf dem Google Drive, das alle paar Tage im Hintergrund durchgeführt und ständig aktuell gehalten wird. Dann gibt es noch das WhatsApp-Backup auf dem Google Drive und die vielen Synchronisierungen der Cloud-Dienste. Und der Play Store merkt sich, welche Apps auf dem Smartphone installiert waren.

Möchte man aber ein vollständiges Smartphone-Backup haben, ist man nach wie vor auf externe Apps und Dienste angewiesen, die alle Daten und Einstellungen des Nutzers sichern und bei Bedarf auch wiederherstellen können. Das ist aber nicht Massen-tauglich und sollte deswegen von Google dringendst in Angriff genommen werden.



Google One wird nun zur ersten Anlaufstelle für Backups, ist derzeit aber nur eine Fernbedienung für die ohnehin schon vorhandenen und beschriebenen Dienste. Die Sicherung der Daten (wobei es sich da nur um Fotos u kand Videos handelt), werden von Google Fotos übernommen und über Google One lediglich aktiviert oder deaktiviert. Die Geräte-Daten sind das ohnehin in Android enthaltene Backup auf dem Google Drive. Lediglich SMS und MMS kamen neu dazu, sind aber eher nicht relevant.

Der neue Weg ist mit Sicherheit der richtige, denn Fotos und Drive sind an Google One angeschlossen und Speicherplatz wird für die vollständigen Backups ebenfalls benötigt. Es ist also sinnvoll, das Backup in die App zu verschieben, die einzig und allein für die Cloud-Speicherverwaltung geschaffen wurde und dies nicht in der Galerie-App oder eben dem Google Drive zu verteilen. Diese hatten den Nachteil, dass sie nur die jeweils unterstützten Medien aufnehmen konnten.

Jetzt muss mehr kommen
Doch die neue Organisation sorgt immer noch nicht dafür, dass die Nutzer ein Voll-Backup erhalten. Gut, alle Fotos und Videos sind gesichert und lassen sich wiederherstellen – aber was ist mit Dokumenten, APKs und vielen anderen Dateitypen? Smartphone-Einstellungen werden auch gespeichert, aber App-Einstellungen nur in Ausnahmefällen oder nicht in vollem Umfang. Anruflisten sind ebenfalls (soweit ich weiß) nicht Teil des Backups. Von einem Voll-Backup kann also noch längst nicht die Rede sein.

Weil Google den Abschied von SD-Karten in Smartphones propagiert und diese noch nie offiziell unterstützt hat, muss eben die Cloud genutzt werden – und hier sollte Google als Entwickler des Betriebssystems, als Betreiber der wichtigsten Apps und Plattformen und als Betreiber des Cloud-Dienstes aktiv werden. Google One wäre genau die richtige Stelle, um tatsächlich ein Voll-Backup anzubieten, das ständig aktualisiert wird und während der Einrichtung eines neuen Smartphones wiederhergestellt werden kann.

Weil die Nutzer ohnehin für diesen Speicherplatz bezahlen, ist es eigentlich merkwürdig, dass es das bisher noch nicht gibt. Selbst in der Google One-App heißt es, „Warum nutzt du nicht einach den zusätzlichen Speicherplatz, um die Daten auf deinem Gerät zu sichern?“ – Ja, warum eigentlich nicht?



Wird Google One endlich zum VIP-Dienst?
Ein solches Voll-Backup benötigt natürlich sehr viel Speicherplatz, den Google verständlicherweise nicht in vollem Umfang kostenlos zur Verfügung stellen kann – ein weiterer Punkt, der dafür spricht, diese Lösung direkt in die Google One-App zu verlagern. Würde man dieses Voll-Backup über Google One dann noch in den System-Einstellungen verknüpfen, könnte Google vermutlich auch mit sehr viel mehr zahlenden Kunden rechnen, denen die ständige Sicherheit ihrer Daten – selbst bei Geräteverlust – die 1,99 Euro im Monat wert sind.

Immer wieder war die Rede davon, dass die Google One-Kunden zu VIP-Nutzern werden, doch mal abgesehen von der sehr genialen Aktion mit den kostenlosen Google Home Mini Smart Speakern war davon noch nicht viel zu sehen. Ein Voll-Backup wäre ein erster sehr guter Vorteil, den die zahlenden Nutzer den normalen Nutzern voraus sind. Das Smartphone-Backup auf dem Google Drive, das ohnehin nur wenige Hundert KB benötigt, sowie das Google Fotos-Backup blieben davon unberührt, sodass auch alle anderen weiterhin die wichtigsten Daten ständig in der Cloud zu liegen hätten.

Das Android- bzw. Google One-Team müsste sich in diesem Fall ein Beispiel an Chrome OS dem kommenden Google Fuchsia nehmen, denn dort ist genau das möglich, was bei Android bisher fehlt: Der Nutzer kann sich bei jedem beliebigen Chromebook einloggen und bekommt dank Synchronisierung stets die gleiche Oberfläche zu sehen. Dank App-Streaming und Cloud-Anbindung wäre das theoretisch auch bei Android-Smartphones möglich. Ein Voll-Backup wäre der erste Schritt in diese Richtung.

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