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Gemini: Neue Live-KI erstellt lange Texte, zweite KI fasst sie wieder zusammen – Ressourcenverschwendung

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Geht es nach Googles Vorstellungen, sollen die Nutzer ihre Inhalte nur noch mit Gemini erstellen und sich Medien jeder Art von der KI zusamenstellen lassen. In dieser Woche wurden viele Neuerungen angekündigt und Beispiele gezeigt, doch eines ist für mich besonders herausgestochen: Google Docs Live. Die neue Funktion ist geradezu ein Paradebeispiel für Ressourcenverschwendung.


Google hat in dieser Woche das neue Google Docs Live angekündigt, das den Nutzern eine große Erleichterung verspricht: Durch das Diktieren einiger Gedanken zu einem Thema soll die von Gemini bereitgestellte Docs-KI in der Lage sein, umfangreiche Dokumente zu erstellen. Aus wenigen Sekunden Textdiktat entstehen eine handvoll Seiten, die von den Nutzern nachträglich ebenfalls per Sprachbefehl umformuliert, neu strukturiert oder in sonstiger Form bearbeitet werden können. Schaut euch einmal das Video im verlinkten Artikel an.

Die Gemini-KI bastelt lange Texte…
Die Logik sagt uns, dass ein 5-seitiges Dokument mit Hunderten Zeilen, das von einer KI auf Basis weniger Informationen erstellt worden ist, nicht gehaltvoll sein kann. Der Nutzer hat die wichtigsten Informationen diktiert und die KI bläst sie zu einem seitenlangen Roman auf, mit unzähligen Wiederholungen, Füllwörtern, aufwendigen Ausformulierungen und mehr. Klar, das Ergebnis sieht gut aus und vielleicht hätte es der Nutzer in langer Handarbeit auch selbst so geschrieben.

…und die zweite Gemini-KI staucht es wieder zusammen
Doch was passiert mit diesem Text? Der Nutzer wird ihn speichern und an einen oder mehrere Empfänger senden. Diese sehen den mehrseitigen Text und jagen diesen erneut durch eine Gemini-KI (oder die eines anderen Anbieters), um die wenigen wirklich wichtigen Punkte übersichtlich präsentiert zu bekommen. Mehr noch: Google Docs, GMail und Co bieten die Möglichkeit einer schnellen Zusammenfassung schon auf Knopfdruck an.




Paradebeispiel für Ressourcenverschwendung
Sehen wir der Tatsache ins Auge: Der erstellende Nutzer, den man wohl als „Autor“ bezeichnen muss, wird das volle Dokument niemals lesen. Hätte er ein ernsthaftes Interesse am Inhalt, hätte der Nutzer das selbst geschrieben. Auch der Empfänger wird das Dokument in der heutigen Zeit nicht mehr lesen, sondern sich die wichtigsten Punkte von einer KI vortragen lassen. Die Hunderten Füllsätze gehen verloren und hätte man sich sparen können.

Die Rechenpower für das Erstellen des Textes war verschwendet. Der Speicherplatz für das lange Dokument statt der kurzen Liste ist verschwendet. Der Traffic für den Versand und den Empfang ist verschwendet. Die Rechenpower beim Empfänger für das Zusammenfassen ist verschwendet. Und vielleicht wird es noch ganz wild und der Nutzer druckt es sogar aus, um auch noch Papier und Tinte zu verschwenden.

Natürlich ist mir bewusst, dass das in der heutigen Zeit absolut keine Bewandnis mehr hat. Aber es ist auch nur eine Funktion von Tausenden. Es wird schon bald von Millionen Nutzern verwendet werden. So ähnlich läuft es mit sehr sehr vielen Dingen im KI-Bereich. Über die Sinnhaftigkeit von endlosen Spaßbildern und Videos müssen wir gar nicht erst sprechen, doch wenn der größte KI-Anbieter diese sinnlose Verschwendung mit einer solchen Funktion vorlebt, muss man sich nicht über die aktuellen Entwicklungen wundern.

Letzte Aktualisierung am 7.05.2026 / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Affiliate Links, vielen Dank für eure Unterstützung! Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.


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