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Revolution: Google Chrome OS soll schon bald Linux Desktop-Apps ausführen können

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Mit dem Start von Chrome OS vor gut sechseinhalb Jahren hat sich Google weit aus dem Fenster gelehnt und hat alle Hoffnungen für das Betriebssystem auf die Web-Apps gesetzt. Daran hat sich trotz vieler Änderungen bis heute grundlegend nichts geändert, aber viele Menschen können sich ein Leben ohne „echte“ Anwendungen einfach nicht vorstellen. Aus diesem Grund könnte bei Chrome OS schon bald die nächste Revolution anstehen, die nun schon ihre Schatten voraus wirft.


Viele Nutzer verbringen den gesamten Computer-Alltag im Browser und nutzen für alle möglichen Aufgaben eine entsprechende Web-App. Dennoch können sich nur wenige mit dem Gedanken anfreunden, allen Ballast über Bord zu werfen und einzig und allein nur auf diese Apps zu setzen. Das musste auch Google einsehen und hat in der Vergangenheit bereits einige Schritte unternommen um Chrome OS flexibler zu gestalten. Der größte Schritt könnte aber erst noch bevorstehen.

In einem Commit von Chrome OS gibt es einen sehr interessanten Kommentar, der sehr eindeutig darauf hinweist, dass schon bald Linux-Anwendungen in einer Virtuellen Maschine in dem Betriebssystem ausgeführt werden können. Beschrieben wird eine entsprechende Option in den Einstellungen oder Flags, die zum Ausführen solcher Anwendungen freigeschaltet werden muss. Wie es scheint, sind die entsprechenden Arbeiten im Unterbau bereits vorhanden.

New device policy to allow Linux VMs on Chrome OS.
 
If the policy is unset or set to true, running Linux VMs on Chrome OS is
allowed. The unset is allowed means non-managed devices are allowed.
 
At this time, in order for Linux VMs to run, the Finch experiment also
needs to be enabled. After this feature is fully launched, the Finch
control logic will be removed.

Die ganze Umsetzung wird unter der Bezeichnung Project Crostini geführt und soll erstmals mit Chrome OS 66 eingeführt werden – diese wird nach aktuellem Zeitplan Ende April dieses Jahres erscheinen. Damit wäre das ganze pünktlich für die Google I/O Anfang Mai integriert und könnte gezeigt und getestet werden. Vermutlich im ersten Schritt nur in der Dev-Version des Betriebssystems.



Linux-Apps unter Chrome OS wären für das Betriebssystem ein sehr großer Sprung, mit dem man sich endgültig von der reinen Browserbindung verabschiedet. Mit den Android-Apps für Chrome OS wurde ein solcher Schritt schon einmal getan, allerdings sind es eben immer noch nur Smartphone-Apps die auf einem Desktop-Computer ausgeführt werden. Linux-Anwendungen sind noch einmal eine eigene Liga und würden aus Chrome OS ein vollwertiges Desktop-Betriebssystem machen.

Über Wine oder andere Emulatoren ließen sich dann wohl auch Windows-Anwendungen ausführen, was Chrome OS dann ebenfalls zu einem ultimativen Allrounder unter den Betriebssystemen machen könnte. Schon jetzt ist es über Umwege möglich Windows-Apps auszuführen, allerdings mit viel Biegen und Brechen und Krachen an allen Ecken. Durch die Linux-VM wären beiden Welten hier deutlich größere Türen geöffnet.

Für Chrome OS wäre das ein weiterer sehr interessanter Schritt, der für große Änderungen in diesem Jahr spricht. 2018 oder spätestens 2019 könnte auch das Jahr der Chrome OS-Tablets werden, was dann zumindest teilweise wieder gegen die Ausführung von reinen Desktop-Apps spricht. Gut möglich, dass für den Tablet-Modus die Android-Apps und für den Desktop-Modus die Linux-Apps den Schwerpunkt bilden.

» Der Commit im Chromium-Projekt

Siehe auch
» Byebye Android: Acer zeigt versehentlich das erste Tablet mit Googles Chrome OS (Foto)
» Byebye Android: Die Anzeichen verdichten sich – Chrome OS wird Android auf Tablets ersetzen
» Googles Allround-Betriebssystem Fuchsia: Wie geht es mit Android und Chrome OS weiter?

[Chrome Unboxed]


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