Weit über 100 Millionen Nutzer besitzen ein Abo bei YouTube Premium und profitieren nicht nur von der werbefreien Videoplattform, sondern auch von einer Reihe weitere Vorteile – sowohl inhaltlich als auch funktional. In dieser Woche hat man eine interessante Erweiterung des Angebots angekündigt, die uns zwar hierzulande noch nicht viel bringt, aber dennoch hellhörig macht: US-Abonnenten erhalten vollkommen kostenlos Zugang zu einem weiteren Streamingdienst – ist das auch ein Modell für Deutschland?
Es gibt immer mehr Streamingplattformen, aus denen die Nutzer wählen können – und je nach Konsumverhalten auch müssen. Denn immer mehr exklusive Inhalte sorgen dafür, dass die Nutzer eine handvoll Plattform für die ganz große Auswahl benötigen. Zwar setzt langsam eine Konsolidierung ein, doch so einfach wie in den ersten Jahren (Netflix oder Amazon Prime Video) wird es wohl nicht mehr werden. YouTube Premium konkurriert rein zielgerichtet nicht mit diesen Angeboten.
In vielen Ländern gilt es schon als üblich, dass Streamingplattformen Pakete mit dem Wettbewerb schnüren. Zwar nicht unter den großen, doch oftmals werden kleinere Angebote an die großen angedockt. Hierzulande wären im Privatbereich beispielsweise Joyn oder RTL+ solche Kandidaten, die gerne kostenlos mitgegeben werden. In den USA ist das ähnlich und jetzt auch Google mit YouTube Premium in eine solche Richtung.
Vor wenigen Tagen hat Google angekündigt, dass das NBC-Angebot Peacock ein kostenloser Bestandteil von YouTube Premium werden wird. Ohne einen Aufpreis können die Nutzer auf Peacock Premium zugreifen, das sich nur zu einem geringen Teil über Werbung finanziert. Die normalerweise fällige Abogebühr entfällt und wird entweder von Google übernommen oder im Rahmen der Peacock-Kooperation vollständig erlassen. Wie dem auch, die Nutzer gewinnen zunächst.
Kooperationen auch ein Modell für Deutschland?
Der TV- und Streamingmarkt ist in den USA ein gänzlich anderer als in Deutschland oder Europa. Und dennoch gibt es Parallelen bei der Positionierung der Streamingdienste, die nicht nur um Abonnenten, sondern auch Verweildauer konkurrieren. Gerade bei den werbefinanzierten Angeboten, wie es Peacock ist, ist es natürlich relevant, dass möglichst viele Nutzer eine möglichst lange Zeit auf der Plattform verweilen. Gewissermaßen macht sich YouTube (Premium) damit auch selbst Konkurrenz.
In Deutschland ist Google solche Kooperationen bisher noch nicht eingegangen, doch das könnte sich vielleicht durch diesen ersten Schritt in den USA ändern. Dazu muss man wissen, dass der Erfolg von Peacock in den USA wohl hauptsächlich auf solchen Kooperationen basiert, denn auch andere Streaminganbieter haben Peacock zum Teil kostenlos oder für nur einen geringen Aufpreis inkludiert. Vielleicht war YouTube Premium im US-Markt auch wenig im Zugzwang, um diese „Selbstverständlichkeit“ nachzurüsten.
Halten wir daher einfach einmal die Augen offen, ob man auch deutschen Nutzern demnächst solche Angebote machen kann – eventuell mit einem lohnenden Aufpreis. Wir werden das weiter im Blick behalten.
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