Vor wenigen Tagen hat der YouTube-Kanal MrBeast einen Rekord gebrochen, der wohl für die nächsten Jahre bestehen bleiben wird: Der Kanal konnte Anfang Juni die unglaubliche Marke von 500 Millionen Abonnenten durchbrechen und dürfte damit noch einmal ein völlig anderes Standing haben. Für YouTube ist das auf der einen Seite ein großer Erfolg, auf der anderen hingegen eine echte Herausforderung.
Der YouTube-Kanal MrBeast, der hauptsächlich die teils absurden Spiele und Herausforderungen von YouTuber Jimmy Donaldson und seinem Team zeigt, hat vor wenigen Tagen die magische Marke von 500 Millionen Abonnenten geknackt. Trotz der enormen Größe weist der Kanal bis heute ein steiles Wachstum auf und wenn man sich die Infografik im verlinkten Beitrag ansieht, dann wird schnell deutlich, dass der nächste Meilenstein vielleicht gar nicht so lange auf sich warten lässt.
500 Millionen Abonnenten in Relation
500 Millionen Abonnenten sind auf YouTube eine gewaltige Größenordnung. Zum Vergleich: MrBeast hat damit mehr Abonnenten als Platz 2 und Platz 3 zusammen. Nach eigenen Angaben hat YouTube etwa 2,7 Milliarden aktive Nutzer. Das bedeutet, dass bald jeder fünfte YouTube-Nutzer diesen Kanal abonniert hat. Und dabei kann man annehmen, dass diese 500 Millionen Abonnenten nicht überwiegend Karteileichen sind, sondern echte und aktiv genutzte Konten. Dazu muss man lediglich die gewaltigen Klickzahlen der Beast-Videos ansehen. Der einstige Konkurrent und damalige größte YouTuber PewDiePie hat übrigens „nur“ 110 Millionen Abonnenten.
Das sind gewaltige Zahlen, die Jimmy Donaldson bekanntlich gut zu vermarkten weiß. Die Produktionskosten seiner Videos steigen in immer höhere Dimensionen und dürften längst je nach Video im zweistelligen Millionenbereich liegen. Die Gewinne steigen, der Aufwand steigt und damit auch gleichzeitig die Klickzahlen. Dieses Erfolgsrezept funktioniert seit vielen Jahren. Donaldson gibt an, dass er den allergrößten Teil der Einnahmen in die Produktion neuer Inhalte steckt – und das kann man ihm sicherlich glauben.
Donaldson ist auch längst außerhalb von YouTube ein Star. Seine Amazon Prime-Show brachte ihm dreistellige Millionenbeträge, in vielen Ländern gibt es die Feastables-Schokolade (die übrigens nicht schmeckt), es gibt Beast-Pizza, Beast-Spielzeuge in vielen Kategorien und noch sehr viel mehr. Die YouTube-Videos sind wohl eher noch Mittel zum Zweck, um die Marke zu pflegen und im Gespräch zu halten, während es in andere Kategorien ausgebaut wird. Donaldson selbst soll über 2 Milliarden Dollar auf dem Konto haben.
Wird MrBeast zu groß für YouTube?
Ich hatte hier im Blog vor gut zwei Jahren schon einmal geschrieben, ob MrBeast zu groß für YouTube wird und mittlerweile hat sich das noch verschärft. Zwar macht Donaldson bisher keine Anstalten, die Plattform zu verlassen, aber er hätte die Macht dazu. Gut möglich, dass es hinter den Kulissen längst hochlukrative Verträge gibt, die Donaldson an YouTube binden. Denn das Interesse ist groß und wenn seine Videos plötzlich nur noch bei Plattform XY auftauchen, könnte diese potenziell (reine Milchmädchenrechnung) 500 Millionen Nutzer mitziehen. Das gibt Donaldson Macht gegenüber YouTube, die er ausspielen könnte oder dies vielleicht auch schon tut.
Amazon hat allein für die Beast Games mehr als 100 Millionen Dollar bezahlt. Was ist, wenn man Donaldson für einen deutlich größeren Betrag exklusiv an Amazon Prime Video bindet? YouTube selbst würde das natürlich verkraften, die Zuseherzahlen würden sich einfach auf andere Kanäle aufteilen. Dennoch würde ein ganz neuer Konkurrent mit einem starken Zugpferd entstehen. Ich hatte schon beim letzten Mal die Idee ins Spiel gebracht, dass der geschäftstüchtige Donaldson eine eigene Videoplattform aufbauen und YouTube Konkurrenz machen könnte. Bisher hat er dies aber nicht getan…
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