Google arbeitet mit Hochdruck an der Weiterentwicklung von Gemini und dürfte dem KI-ChatBot so wie den angebundenen Diensten schon sehr bald einen großen Funktionsblock spendieren, der weit über die Personalisierung hinausgeht. Denn die in den Startlöchern befindlichen Features werden es den Nutzern in Kürze ermöglichen, sich selbst virtuell zu ersetzen – mit unbekannten Folgen.
Google will Gemini persönlicher gestalten, das Ziel hat man schon vor langer Zeit ausgegeben und verfolgt dieses mit kleinen Schritten – doch in Kürze steht ein echter Weitsprung an. Wir haben bereits über die neue Gemini-Personalisierung berichtet, die den Nutzer sehr viel besser als bisher kennenlernen und entsprechend auf dessen Vorlieben reagieren soll. Doch damit wird es längst nicht enden, denn die Nutzer können sich schon bald digital klonen und durch einen KI-Avatar ersetzen.
Nutzer können ein digitales Abbild von sich selbst erschaffen
Gemini wird in Kürze die Likeness-Funktion vorstellen, die es allen Nutzern ermöglicht, ein digitales Abbild von sich selbst zu erstellen. Dazu muss man einfach nur einige Aufnahmen hochladen, sich etwas vor der Kamera bewegen und die KI wird ein realistisches 3D-Modell erstellen. Dieses ist aber kein starres Avatar, sondern soll die Bewegung und Mimik der Nutzer perfekt imitieren.
Dieser Avatar soll nach Erstellung und Perfektionierung an verschiedenen Stellen im Google-Netzwerk zum Einsatz kommen. Zunächst geht es nur um Profilbilder und ähnliche Dinge, aber wenn der digitale Klon erst einmal vorhanden ist, wird den Google-Entwickler mit Sicherheit sehr schnell noch sehr viel mehr einfallen.
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Nano Banana erstellt persönliche Bilder
Google gibt dem KI-Bildgenerator Nano Banana über die Brücke der Personal Intelligence seit einigen Wochen Zugriff auf die E-Mails und Fotogalerien der Nutzer. Das ermöglicht es schon heute, Bilder mit sich selbst oder anderen Personen zu erstellen, die sich in der Fotogalerie bei Google Fotos finden. Dazu muss lediglich der Name und der Motivwunsch eingegeben werden und schon erstellt die generative KI das gewünschte Bild.
Damit hat jeder Nutzer schon heute die Möglichkeit, ein Foto von sich selbst, Familie oder Freunden zu erstellen, das in der Form gar nicht existiert hat. Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis auch der Videogenerator Veo einen solchen Zugriff erhält und entprechende Videos erstellen kann.
» Alle Infos zu den persönlichen Fotos mit Gemini Nano Banana
Google Fotos kleidet den Nutzer neu ein
Ganz frisch angekündigt ist die neue Wardrobe-Funktion in Google Fotos. Diese soll in wenigen Wochen starten und die Kleidung der Nutzer erkennen, katalogisieren, kategorisieren und entsprechend organisiert anbieten. Nutzer können sich damit vollautomatisch einen virtuellen Kleiderschrank erschaffen und aus den Kleidungsstücken beliebige Outfits zusammenstellen. Damit lassen sich neue Looks per Klick generieren, ohne Stunden vor dem Kleiderschrank zu verbringen.
Und wer ein passendes Outfit gefunden hat, kann es dem digitalen Avatar direkt anziehen und somit einen ganz neuen Look schaffen. Das gilt übrigens auch für Schmuckstücke.
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Nutzer können sich virtuell selbst ersetzen
Wo all diese Funktionen hinführen werden, ist ganz klar: Die Nutzer können ein digitales Abbild von sich selbst erstellen, das an verschiedenen Stellen zum Einsatz kommen kann. Sie können dieses Abbild mit der eigenen Kleidung und persönlichem Schmuck versehen, sie können Bilder und Videos mit sich selbst als Hauptperson erstellen. Es wird nicht lang dauern, bis man Videotelefonate führen kann, ohne selbst vor der Kamera zu sitzen.
Google geht mit gewaltigem Tempo voran, allen Nutzern einen digitalen Klon von sich selbst vorzusetzen, der viele Aufgaben übernehmen kann. Auch wenn das heute noch Spielerei ist, werden sich sicherlich sehr schnell Anwendungsfälle dafür finden, sodass man sich selbst beim digitalen Angesicht nicht mehr sicher sein kann, mit dem echten Menschen zu kommunizieren. Ich hatte das hier im Blog schon vor zwei Jahren mit Schwerpunkt auf generative E-Mails und Chatkonversationen kritisiert, doch mit den digitalen Avataren bekommt das noch einmal eine ganz neue Dimension.
Wohin diese Entwicklung führt, werden vielleicht schon bald die YouTuber bemerken. Denn vermutlich noch in diesem Jahr können sich YouTuber selbst durch einen Avatar ersetzen und sich praktisch selbst abschaffen. Wird so etwas auch außerhalb von YouTube möglich, bekommt das Problem des Identitätsklaus eine völlig neue Dimension. Wollen wir das wirklich…?
Letzte Aktualisierung am 30.04.2026 / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Affiliate Links, vielen Dank für eure Unterstützung! Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.