Nach vielen Jahren des gefühlten Stillstands und der reinen Verwaltung hat Google die Android-Widgets wieder für sich entdeckt. Diesen prognostiziert man jetzt recht überraschend eine große Zukunft und will sie sowohl für Nutzer als auch Entwickler deutlich verbessern. Dabei geht es längst nicht mehr um ein Randthema, sondern um die Zukunft der Android-Apps und der Interaktion auf allen Plattformen.
Über viele Jahre waren Widgets eine Android-Kuriosität: Bei Nutzern beliebt, bei Entwicklern eher verpönt. Von Apple-Nutzer (leise) neidisch beäugt, von Google weitgehend ignoriert. Doch diese Zeiten sind vorbei, das zeigt sich schon seit gut zwei Jahren auf Smartphones und ab diesem Jahr auf immer mehr Plattformen. Denn Google hat die Widgets nicht nur als Zukunft der plattformübergreifenden App-Nutzung entdeckt, sondern könnte mit diesen langfristig auch viele Apps vollständig ersetzen. Aber der Reihe nach.
Auf der Google I/O hat man ein neues Android-Framework für „Benutzeroberflächen außerhalb der Haupt-App“ vorgestellt. Dieses nennt sich „Remote Compose“ und soll Informationen und Interaktionen ermöglichen, ohne dass die Haupt-App im Hintergrund laufen muss. Das soll den Akku schonen und die Rechenleistung minimieren. Das Framework bietet die notwendigen Schnittstellen, ermöglicht komplexe Animationen, Shape-Morphing und Partikeleffekte.
Google bringt eine Reihe von Vorlagen für Jetpack-Entwickler, führt die Unterstützung für vertikal scrollbare Widgets ein und will es den Entwicklern so leicht wie nur möglich machen, ein Widget zu entwickeln. Das große Zauberwort heißt allerdings Portabilität. Den Entwicklern ist es möglich, mit nur minimalen Aufwand ein einmal entwickeltes Widget von einer Plattform auf die andere zu bringen: Smartphone, Smartwatch, im Auto, auf dem TV, am Desktop und sogar auf Android XR-Brillen.
Plattformübergreifende Widgets starten überall
Auf der diesjährigen Google I/O hat man die neuen Widgets für Android-Smartphones angekündigt, man hat die neuen Widgets für Wear OS 7 und auch die neuen Widgets für Android Auto gezeigt. Aber damit ist es noch nicht vorbei, denn ab 2027 sollen die Widgets auch auf dem Desktop von Aluminium OS starten und sogar in schwebender Form auf den Android XR Smart Glasses. Damit ist eine plattformübergreifende Nutzung der Widgets sichergestellt.
Sind Widgets die besseren Apps?
Der große Vorteil von Widgets ist es, dass diese sehr schlank gestaltet sind und sich daher für alle Geräteklassen und Eingabemöglichkeiten eignen. Egal ob großes Display oder sehr kleines Display. Egal ob Touch oder Klick. Und auch egal ob als Hauptteil mit Interaktionsmöglichkeiten oder als sekundäre Information. Widgets können Apps zwar nicht ihrem vollem Umfang ersetzen, aber viele wichtige Infos und Funktionen in sich vereinen. Google spricht schon davon, dass es ohne Widgets zukünftig kaum noch gehen wird.
Google will Apps durch KI-Widgets ersetzen
Und nachdem man die Widgets auf eine völlig neue Stufe gehoben hat, kommt Gemini ins Spiel. Wir haben bereits darüber berichtet, dass Gemini dynamisch und hochkomplexe Widgets erstellen soll – laut Google der erste Schritt hin zu KI-generierten Benutzeroberflächen. Und damit bringe ich wieder einmal meine Prognose ins Spiel, dass Google schneller als gedacht Android-Apps durch KI-Oberflächen ersetzen will. Man hat alles bereits in Puzzleteilchen detailliert und es ist nicht schwer, diese zusammenzusetzen. Ankündigen kann man das in dieser Deutlichkeit noch nicht, aber das könnte im nächsten Jahr schon anders aussehen.
Letzte Aktualisierung am 30.05.2026 / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Affiliate Links, vielen Dank für eure Unterstützung! Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.