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Android: Ein kostenloses Betriebssystem für alle – so verdient Google viele Milliarden mit der Plattform

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Google arbeitet seit vielen Jahren federführend an der Entwicklung des Betriebssystems Android, das allen Nutzern und Gerätepartnern vollkommen kostenlos angeboten wird. Niemand muss für Android bezahlen, es gibt im Betriebssystem keinerlei Werbung und dennoch ist es auch aus finanzieller Sicht eines der wichtigsten Google-Produkte. Doch wie verdient Google mit dem Gratis-Produkt viele Milliarden Dollar pro Jahr?


Viele Google-Produkte zeichnen sich dadurch aus, dass sie kostenlos angeboten werden – das galt in der damaligen Wachstumsphase und hat sich auch heute nicht geändert. Zwar lassen sich immer mehr Produkte mit kostenpflichtigen Abos aufwerten, doch in der Grundversion steht praktisch das gesamte Portfolio jederzeit bereit. Wie passt das damit zusammen, dass Google eines der umsatzstärksten Unternehmen der Welt ist und weit über 100 Milliarden Dollar Gewinn pro Jahr einfährt?

Tatsächlich ist Android für Google eine echte Gelddruckmaschine, deren Relevanz gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann – und das aus vielerlei Gründen. In diesem Artikel wollen wir beleuchten, wie Google mit Android Geld verdient und welche multiplen direkten und indirekten Quellen es für den Umsatz sowie die sprudelnden Gewinne gibt. In den letzten Wochen haben wir uns das bereits bei ähnlichen Produkten angesehen.

Wir hatten bereits beschrieben, wie Google mit Chrome viele Milliarden Dollar verdient oder wie Google mit kostenlosen Produkten wie GMail, Drive und Fotos Geld verdient. Wenig überraschend setzt man auch bei Android auf eine heftige Subventionierung und Querfinanzierung, die sich schlussendlich für alle angebundenen Plattformen auszahlt.




Google Play Store
Die offensichtlichste Umsatzquelle ist gleichzeitig die einzige, mit der Google direkt und praktisch untrennbar von Android hohe Umsätze erzielt. Bei jedem App-Kauf im Google Play Store wird eine Provision in Höhe von 15 bis 30 Prozent fällig, die auf das Konto von Google wandert. Gleiches gilt bei In-App-Käufen oder über den Play Store abgeschlossene Abos. Auch wenn Android seit jeher ein Kostenlos-Paradies ist, kommen bei mehreren Milliarden Nutzern sehr hohe Summen zusammen.

Laut Analysen der Quartalszahlen soll Google allein durch die Play Store-Provisionen einen zweistelligen Milliardenbetrag pro Jahr umsetzen.

Google-Suche
Der relevante Grund, warum man Android überhaupt erst geschaffen hat und der auch auf anderen Plattformen für Umsätze sorgt: Die Google-Suchleiste ist gefühlt ebenso untrennbar mit Android verbunden und auf den allermeisten Homescreens zu finden. Durch diese Suchleiste hat Google von Beginn an dafür gesorgt, in der mobilen Welt eine extrem große Bedeutung und noch höhere Marktanteile als am Desktop zu erzielen.

Wie viel Google indirekt mit der prominenten Positionierung verdient, lässt sich nicht sagen. Wir können allerdings als Vergleich heranziehen, dass Google mittlerweile 20 Milliarden Dollar pro Jahr (!) an Apple zahlt, um die Standardsuchmaschine auf dem iPhone zu bleiben. Als Milchmädchenrechnung lässt sich damit sagen, dass man sich mindestens diese 20 Milliarden Dollar erspart bzw. mehr einnimmt, als wenn es Android nicht gäbe.

Google Mobile Services – das volle App-Paket
Android ist für Google die Kundenbindung in Perfektion. Denn alle Smartphone-Hersteller können entweder die Google-freie Variante oder die Google-Variante inklusive Play Store-Zugang nutzen. Weil die Nutzer den Play Store und einige Google-Apps erwarten, entscheiden sich die allermeisten Hersteller für dieses Paket und installieren viele weitere Google-Apps auf den Smartphones. Das sorgt für eine enorme Sichtbarkeit und Kundenbindung.

Auf direktem Wege verdient man nichts damit, denn auch diese Apps sind in den meisten Fällen wieder nur Vehikel, um Daten zu sammeln, Abos zu verkaufen oder die Nutzer im Netzwerk zu halten. Siehe dazu auch den Chrome-Artikel sowie die GMail-Fotos-Drive-Artikel am Ende dieses Artikels.




Datensammlung
Android-Nutzer generieren gewaltige Mengen an Daten wie etwa den Standortverlauf, Suchanfragen, App-Nutzung, Interessen und sehr viel mehr. Diese füttern Googles Kerngeschäft der personalisierten Anzeigen und sorgen dafür, dass das Werbenetzwerk die Nutzer zum Teil besser kennt als diese sich selbst. Google nutzt diese (anonymisierten und aggregierten) Daten, um sehr detaillierte Nutzerprofile zu erstellen. Je genauer Google weiß, was ein Nutzer will, desto zielgerichteter kann Werbung ausgespielt werden. Werbetreibende sind bereit, für diese hochgradig personalisierten Anzeigen deutlich mehr Geld zu bezahlen.

Und damit schließt sich auch der Kreis zum vorherigen Punkt und den vorinstallierten Produkten, die wiederum noch mehr Daten sammeln.

Pixel
Eine nicht direkt mit Android verbundene Einnahmequelle, die aber auf dem Erfolg des mobilen Betriebssystems aufgebaut wurde: Die Pixel-Smartphones sind für Google mittlerweile ein relevanter Geschäftsbereich und erfreuen sich vor allem wegen der perfekten Abstimmung zwischen Android und Pixel großer Beliebtheit. Oft als Googles iPhone-Kopie verschrien, kann man sich die Relevanz sowohl strategisch als auch finanziell ausrechnen.

Gemini hat auf die Frage danach, wie Google mit Android Geld verdient übrigens folgende Antwort parat: „Android ist für Google ein riesiger Trichter. Das kostenlose Betriebssystem sorgt dafür, dass Milliarden von Menschen weltweit täglich Google-Dienste nutzen, Google-Werbung sehen, im Play Store Geld ausgeben und wertvolle Daten produzieren.“

» Google Chrome: Kostenloser Browser ohne Werbung – so verdient Google Milliarden mit dem Browser

» Google Fotos, Drive und GMail: Wie verdient Google mit den kostenlosen und werbefreien Apps eigentlich Geld?

Letzte Aktualisierung am 23.03.2026 / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Affiliate Links, vielen Dank für eure Unterstützung! Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.


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