Google ist mit dem KI-ChatBot Gemini mittlerweile hocherfolgreich, kann eine hohe dreistellige Millionenzahl an Nutzern binden und hat sich in den Alltag vieler Menschen geschlichen. Dennoch hat Google bislang darauf verzichtet, den ChatBot auf direktem Wege – nämlich mit Werbeanzeigen – zu monetarisieren. Trotz aktueller Situation gibt es gute Gründe dafür zu glauben, dass das so bleibt.
Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Gemini mehr als 750 Millionen monatliche Nutzer hat, die den KI-ChatBot mindestens einmal pro Monat aktiv aufrufen. Das ist eine gewaltige Zahl, katapultiert den ChatBot in den Rankings ganz nach oben und bindet massiv Nutzungszeit sowie Aufmerksamkeit. Rein theoretisch perfekt geeignet für Werbeanzeigen, von denen Google bekanntlich sehr viel versteht.
Seit Monaten gibt es Gerüchte, dass Google Werbeanzeigen in den Gemini-Chat integrieren könnte, bisher hat man das aber vehement abgestritten. Grundsätzlich bleibt es dabei, aber eine aktuelle Entwicklung lässt zumindest vermuten, dass man die Position überdenken könnte: Seit dieser Woche gibt es Werbeanzeigen in ChatGPT – und zwar direkt innerhalb der Konversation. Das zeigt, wie sehr OpenAI unter Druck steht, zumindest in die gefühlte Nähe einer Gewinnzone zu kommen.
Bei Google wird man das in diversen Abteilungen sicherlich sehr genau beobachten, von Gemini bis zum Werbegeschäft. Nehmen die Nutzer die Werbeanzeigen an, sind die Inserenten zufrieden und zahlt es sich für OpenAI ganz massiv aus – warum sollte Google das dann nicht auch tun? Immerhin ist es ein gewinnorientiertes Unternehmen und ein mögliches gewaltiges Umsatzpotenzial liegenzulassen, muss man den Anlegern langfristig erst einmal erklären.
Geminin bleibt vermutlich werbefrei
Auf der anderen Seite muss man nicht nur Googles damaliges Dementi zu Werbeanzeigen sehen, sondern auch das Umfeld. Das Unternehmen ist auch mit Produkten wie Google Chrome, Google Fotos, Google Drive, dem Kalender bis hin zu GMail, Kontaktverwaltung und unzähligen weiteren Diensten extrem erfolgreich und bindet Milliarden Nutzer. Dennoch sind alle diese Dienste bis heute werbefrei und werden es sicherlich für immer bleiben.
Der Grund dafür ist ganz einfach: Sie binden die Nutzer an das Netzwerk, stärken das Interessenprofil und ermöglichen es dem Unternehmen, an anderer Stelle Geld zu verdienen. Nämlich mit perfekt zugeschnittenen Werbeanzeigen, mit Speicherplatz-Abos und mehr. Bei Gemini sieht das ganz ähnlich aus. Der KI-ChatBot ist kostenlos, sorgt für eine massive Nutzerbindung und soll diese begeistern. Möglichst so weit, dass sie noch ein Gemini- bzw. Google One-Abo abschließen. Oder dass sie die Werbesparte bereitwillig mit Daten beliefern, um die Anzeigen in der Suchmaschine und im gesamten Web zu optimieren.
Google schaltet Werbeanzeigen in der Suchmaschine, die immer mehr zum Gemini-Portal wird – auch zwischen den Gemini-Antworten. Im eigenständigen ChatBot hingegen wäre das meiner persönlichen Meinung nach noch undenkbar. Selbst bei Meta mit Erfolgsgarant WhatsApp weiß man, dass die Nutzer Werbeanzeigen in einer privaten Konversation (und als solche muss die Kommunikation mit einem KI-ChatBot praktisch betrachtet werden) nicht akzeptieren würden. Das OpenAI-Experiment könnte die Ansichten natürlich eines Tages ändern, aber aus heutiger Sicht scheint es noch sicher zu sagen, dass Gemini (und WhatsApp, btw) weiterhin werbefrei bleiben.
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