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Google Websuche: Werbeanzeigen sind kaum noch von Suchergebnissen zu unterscheiden (Screenshots)

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Die Google Websuche ist nicht nur das älteste Produkt des Unternehmens, sondern aus finanzieller Sicht nach wie vor das wichtigste. Über die Werbeanzeigen in der Websuche verdient Google viele Milliarden Dollar – und in den meisten Fällen dürften die umsatzbringenden Nutzer das nicht einmal bemerken. Wie eine interessante Infografik nun zeigt, wurde die Hervorhebung der Werbeanzeigen immer weiter zurückgefahren und ist mittlerweile quasi bei Null angekommen.


Für Google ist die Websuche seit über 20 Jahren eine echte Goldgrube, deren Strom trotz radikaler Veränderungen des gesamten Internets nicht versiegt und immer höhere Umsätze verspricht. Weil es aber bekanntlich kein endloses Wachstum geben kann, muss sich das Unternehmen immer wieder etwas Neues einfallen lassen, um die Werbeanzeigen an strategisch wichtigen Stellen zu platzieren. Derzeit fährt man vor allem auf dem Zug, die Werbeanzeigen weitestgehend an die restlichen Suchergebnisse anzupassen.


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Google hat seit Beginn einen sehr guten Ruf als Suchmaschine und liefert allen Nutzern, vor allem den eingeloggten, in den allermeisten Fällen schon mit den ersten 2-3 Suchergebnissen die gewünschte Information oder Webseite. Weil diese Qualität über viele Jahre gleichbleibend hoch geblieben ist, klicken viele Nutzer schon ganz automatisch auf das erste Ergebnis und sind relativ guter Hoffnung, dort direkt das Gesuchte gefunden zu haben. Und genau dieser Automatismus füllt Googles Kassen.

Über den Suchergebnissen finden sich in den meisten Fällen Werbeanzeigen, die den Nutzer gerade bei konkreten Suchanfragen nach Produkten oder Marken zur gleichen Webseite führen wie das erste Ergebnis. Für den Nutzer ist es sehr viel bequemer auf den ersten Link zu klicken – vor allem am Smartphone – für Google und den Werbekunden ist es aber ein riesiger Unterschied. Während Google beim ersten normalen Link keinen Cent verdient, wandern beim Klick auf die Werbeanzeige einige Cent oder gar Dollar – je nach Thema und Budget – in Googles Geldspeicher.

Der Betreiber der Ziel-Webseite würde sich natürlich einen Klick auf den zweiten Link wünschen und sich viel Geld ersparen, aber das ist selten der Fall. Schaltet die Marke oder das Unternehmen keine Werbeanzeige, läuft man Gefahr, dass die Konkurrenz eine Werbeanzeige über das eigene Suchergebnis platziert.



Nun wissen wir also, warum die Werbeanzeigen über den Suchergebnissen für Google eine echte Goldgrube sind, die man sich nicht so einfach wegnehmen lassen wird. Nun kommen wir aber zur jüngsten Änderung in der Google Websuche, die eine neue Darstellung für die Suchergebnisse und Werbeanzeigen mit sich gebracht hat und dem Werbegeschäft erneut einen echten Boost geben könnte. Schaut euch einfach folgende Infografik an.



Wie sehr gut zu sehen ist, hat sich die Darstellung der Werbeanzeigen und Suchergebnisse in den letzten Jahren immer weiter angenähert, sodass viele Nutzer sie schon seit längerer Zeit nicht mehr voneinander unterscheiden können. Mit dem letzten Schritt hat man es nun aber geschafft, dass selbst geübte Nutzer auf den ersten Blick gar keine Werbeanzeige mehr sehen und den gesponserten Link als Werbung wahrnehmen. Zwar gibt es noch das kleine Wörtchen „Anzeige“, aber das fällt eigentlich gar nicht mehr auf.

Die gesamte Darstellung der Werbeanzeige sieht aus wie ein Suchergebnis und ist, wenn wir einfach mal das Wörtchen „Anzeige“ ÜBER dem Suchergebnis übersehen wollen, absolut nicht mehr zu unterscheiden. Dazu kommt, dass die Werbeanzeige nun gleich aus fünf verschiedenen Links besteht, für die bei Google in allen Fällen die Kassen klingeln. Das war früher zwar auch nicht anders, aber in dieser Darstellungsweise kratzt das schon an einer argen Grenze.

Es ist natürlich Googles Geschäftsmodell, das die Nutzer nicht direkt bemerken, dass sie auf Werbung geklickt haben. Aber an dieser Stelle wurde vielleicht auch eine Grenze überschritten, die man sich früher selbst gesetzt hat. Google hatte Ende der 90er kritisiert, dass die Werbeanzeigen bei Yahoo!, Lycos, Altavista und wie damals alle hießen nicht von den Suchergebnissen unterschieden werden konnten – ganz im Gegensatz zu den damals noch farbig hervorgehobenen Google-Anzeigen. Heute, 20 Jahre später, ist Google auf dem gleichen Stand…

Schnelles Update
Google hat angekündigt, das Design nochmal zu überarbeiten, bezieht sich dabei aber nur auf die Favicons. Von der Darstellung der Werbeanzeigen ist keine Rede.

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[SearchEngineLand]


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